Studierende aus Sankt Augustin bauen E-Rennwagen
Bildquelle: WDR/Christian von StülpnagelWDR. 3 Min. 11 Sek.. Verfügbar bis 09.05.2028.
Marco Geßner ist sichtlich erleichtert: "Es ist schon ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass das Auto jetzt soweit fertig ist, dass wir es präsentieren können und es gut aussieht."
Das Auto heißt "Eduard" und versteckt sich zu diesem Zeitpunkt noch unter einem blauen Tuch - am Abend will das Team "BRS Motorsport" der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg den Wagen offiziell vorstellen.
Tausende Arbeitsstunden allein für das Chassis
"Eduard" sieht aus wie ein kleiner Formel-1-Wagen, fährt aber elektrisch. Mit ihm startet das Team in der Formula Student, einer Elektro-Rennserie von Studierenden aus der ganzen Welt, die ihre Autos selbst entwickeln und bei Rennen gegeneinander antreten.
Das Rennauto hört auf den Namen "Eduard".
Bildquelle: Christian von StülpnagelDas Team der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg hat monatelang an dem Auto gearbeitet: Das Chassis, also quasi die Karosserie, ist handgefertigt aus Carbon. "Da stecken sicherlich zweitausend bis dreitausend Arbeitsstunden drin, schätze ich mal", sagt Marco Geßner, der mit seinem Team das Chassis maßgeblich entwickelt und gebaut hat.
Das Studium steht manchmal hinten an
Umso größer ist die Erleichterung, als sie es Ende März aus der Form holen - und alles so aussieht, wie es soll.
Im Auto verstecken sich hunderte Meter Kabel.
Bildquelle: Christian von StülpnagelDanach beginnt die Arbeit der Elektroniker: Hunderte Meter Kabel verstecken sich im Auto, die die Rücklichter ansteuern, die Motoren mit Strom aus den Akkus versorgen, oder Sensoren. Alles zu entwickeln und zu testen bedeutet wieder wochenlange Arbeit. Bei Luca Benzmüller muss dafür das Studium auch mal hinten anstehen.
"Es macht einfach Spaß. Ich bin auch weniger Theoretiker, sondern eher einer, der mehr so praktisch was am Auto schraubt." Luca Benzmüller, BRS-Motorsportteam
Für Dirk Reith, der das BRS-Motorsportteam an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg begleitet, ist es kein Problem, dass das Studium oftmals erst nach der Arbeit für das Rennauto kommt: "Das zahlt sich später bei Projektarbeiten aus, oder auch bei der Masterarbeit. Und die Arbeitgeber spiegeln uns zurück, dass die, die beim Motorsportteam dabei waren, gegenüber anderen Absolventen einen Vorsprung von ein, zwei Jahren haben."
Erste Rennen im Sommer
In diesem Jahr lief die Entwicklung und der Bau von "Eduard" erstaunlich glatt - am Morgen der offiziellen Präsentation muss nur noch die Nase angeschraubt werden, dann ist der Wagen bereist für den Rollout.
Nur - gefahren ist "Eduard" bisher noch nicht. Die Tests stehen in den nächsten Wochen auf dem Flugplatz in Hangelar an. Im Juni muss sich der Wagen dann im Rennen gegen andere Autos beweisen.
Unsere Quellen:
- Eindrücke des WDR-Reporters vor Ort
- WDR-Gespräche mit Marco Geßner, Luca Benzmüller und Dirk Reith
Sendung: WDR.de, Monatelanges Tüfteln: Studierende aus Sankt Augustin bauen E-Rennwagen, 08.05.2026, 19:14 Uhr
