Weinlese im Siebengebirge

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WDR 2 Min. 22 Sek. Verfügbar bis 25.08.2028

Frühe Weinlese So geht ein Winzer im Siebengebirge mit dem Klima um

Stand:

Winzer Bernd Blöser startet heute mit der Weinlese. Das wird mittlerweile immer früher im Jahr und zusätzlich setzt Trockenheit den Weinbergen in Oberdollendorf zu. Doch Bernd Blöser hat vielleicht eine Lösung.

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Paula Randerath

Bei den Winzern im Siebengebirge startet heute die Weinernte. So auch bei Bernd Blöser, der seine Weinberge in Oberdollendorf hat. Die Trockenheit und Hitze machen ihm in diesem Jahr zu schaffen.

Eine Drohnenaufnahme von den Weinbergen des Winzers Bernd Blöser. Im Hintergrund die Skyline von Bonn.

Bernd Blöser hat das Unternehmen und die Weinberge in Oberdollendorf von seinem Vater übernommen

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Auch schon vor Erntebeginn war er jeden Tag bei seinen Weinstöcken. Er streift durch die Pflanzen. Dann bleibt er stehen und zieht eine einzelne Traube ab. Die reibt er über ein kleines silbernes Gerät: Das sogenannte Refraktometer. Er schaut durch das kleine Gerät durch und misst damit den Zuckergehalt seiner Trauben. Davon hängt nämlich ab, ob er mit der Weinlese beginnen kann.

Weinlese in Oberdollendorf startet immer früher

Als Blöser seine Kontrolltour beendet, fährt er mit seinem roten Pkw runter zu seinem Weinkeller nach Oberdollendorf.

Eine mittelalte Frau mit schulterlangen Haaren steht in einem Weinkeller. In einer Hand hält sie ein Glas Weißwein.

Ursula Adrian hat schon sechzig Weinjahre im Familienunternehmen miterlebt

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Dort bespricht er die letzten Vorbereitungen für die Weinlese mit seiner Schwester Ursula Adrian.

"Zu Kinderzeit sind wir Anfang Oktober die Trauben lesen gegangen. Das hat sich die ganzen letzten Jahre nach vorne geschoben." Ursula Adrian, Schwester des Winzers

Der Regen der vergangenen Tage hat den Pflanzen gut getan. Nur ausgerechnet für die Weinlese muss es trocken sein.

Doch es sieht gut aus: Weil das Wetter erstmal trocken bleiben soll, startet Familie Blöser heute mit der Weinlese. Anfang September soll es dann den ersten Federweißen geben.

Trockenheit macht Weintrauben im Siebengebirge zu schaffen

Für seine Weintrauben war es ein sehr heißes und trockenes Jahr. "Wir haben Glück gehabt, dass der Lehmboden das Wasser besser speichert als andere Böden hier im Siebengebirge", erzählt Blöser. Seine Trauben seien wegen der Trockenheit zwar etwas kleiner als im vergangenen Jahr, aber trotzdem könnte es eine gute Ernte werden.

Trockene Weintrauben hängen im Weinberg. Sie sind dunkelrot und ziemlich schrumpelig.

Sonnenbrand bei Weintrauben ist nicht ungewöhnlich

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Die Trockenheit sieht man den Pflanzen an. Zwischendurch gibt es Abschnitte, an denen trockene Blätter hängen. Und schrumpelige Trauben - sie haben Sonnenbrand! Sieht heftiger aus, als es ist, sagt Blöser: "Der Wein wird keinen Schaden nehmen. Die Trauben trocknen zwar aus, aber die kaputten fallen ab und kommen nicht in die Presse."

Neue Weinsorten wegen des Klimas

Trotzdem beeinflussen die Hitze und der wenige Niederschlag die Aromen der Weintrauben. Im Moment baut Bernd Blöser, der das Unternehmen von seinem Vater geerbt hat, unter anderem Riesling, Grauburgunder und Müller-Thurgau an. Aber vielleicht muss er seine Weinsorten dem Klima anpassen:

"Wenn es so weiter geht, müssen wir darüber nachdenken, südländische Sorten anzubauen. Das dauert aber drei Jahre bis zur ersten Ernte. Da ist man mit der Entscheidung immer etwas vorsichtiger", erklärt Blöser. Außerdem sind junge Pflanzen anfälliger gegenüber dem Klima. Auch wenn Blöser schon einige neue Sorten ausprobiert hat, ist er gerade noch nicht so weit, mehr Weinsorten auszutauschen.

Unsere Quellen:

  • Bernd Blöser, Winzer aus Oberdollendorf
  • Beobachtungen WDR-Reporterin vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bonn, 21.08.2026, 19:30 Uhr

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