Draußen sind es über 30 Grad, in der Troisdorfer Stadthalle ist es zur selben Zeit angenehm kühl. Dort sitzt die 27-jährige Sarah Grunau gerade auf einer der blauen Liegen und wartet auf den Moment ihrer ersten Blutspende. Sie ist ein bisschen aufgeregt, aber Sorgen wegen der Hitze macht sie sich nicht, sagt sie.
Blutspenden bei heißem Wetter
Bei den Voruntersuchungen achten die Mediziner besonders drauf, dass niemand Kreislaufprobleme hat. Ansonsten ist Blutspenden bei Hitze nicht gefährlicher als bei normalen Temperaturen.
In der Urlaubszeit fehlen viele Spender
Trotzdem werden gerade im Sommer die Blutreserven oft knapp. Viele Dauerspender sind im Urlaub oder dürfen nach der Rückkehr aus Risikogebieten länger nicht spenden. Daher überlegen sich die Blutspendedienste oft besondere Aktionen, um Spender zu motivieren.
Der Troisdorfer Ortsverein hat extra viele ehrenamtliche Helfer zusammengetrommelt, um eine ganztägige Sommer-Blutspendeaktion auf die Beine zu stellen: Nach der Spende gibt es für alle eine Extra-Belohnung, ein kostenloses Eis.
Sarah Grunau ist an diesem Tag nicht die einzige Spenderin, die in die Troisdorfer Stadthalle gekommen ist. Etwa 200 Menschen sind trotz der Hitze gekommen, darunter 17 Menschen, die zum ersten Mal Blut gespendet haben. "Wir alle fühlen uns nicht sonderlich fit in dieser Wärme, aber deswegen nicht zum Blutspenden zu gehen, ist für mich überhaupt kein Thema gewesen", sagt eine andere Spenderin.
"Einen Versorgungsengpass haben wir aktuell nicht. Aber die Urlaubszeit ist eine herausfordernde Zeit. Da sind wir auf jede Spenderin und jeden Spender angewiesen."
Auch Sarah Grunau holt sich nach ihrer ersten Blutspende ihr Eis ab, und während sie ihr Limetten-Eis isst, kündigt sie an: "In zwei Monaten komme ich auf jeden Fall wieder." Bis zur nächsten Spende muss man allerdings mindestens acht Wochen warten.
Unsere Quellen:
- Deutsches Rotes Kreuz
- Blutspenderinnen und Blutspender
- WDR-Reporterin vor Ort
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bonn, 04.08.2026, 19.30 Uhr