Landwirt Johannes Brünker aus Swisttal im Rhein-Sieg-Kreis kontrolliert sein Zuckerrübenfeld - mehr als 1,3 Millionen Rüben wachsen dort. Doch aktuell sieht es danach aus, als ob Brünker mit ihnen dieses Jahr keinen Gewinn wird machen können.
Die Dürre der vergangenen Wochen hat den Pflanzen zugesetzt. Zwar sieht das Feld des Landwirts auf den ersten Blick noch grün aus, bei näherem Hinsehen fallen aber die vertrockneten Blätter auf. Noch deutlicher wird es, wenn Brünker die Rüben aus dem Boden holt. Sie sind nur etwa halb so groß, wie sie sein sollten.
Dabei sind die Pflanzen eigentlich recht robust, sagt der Landwirt. Sie können ihre Wurzeln bis zu zwei Meter tief in die Erde bohren und sich dort das nötige Wasser holen. Allerdings sind auch diese Erdschichten inzwischen trocken. Die kleinen Rüben könnte man zwar noch zu Zucker verarbeiten, trotzdem seien die Ernteaussichten schlecht:
Wenn die Dürre anhält, werden wir deutlich, also bestimmt 20 bis 30 Prozent, unter dem Durchschnitt der letzten Jahre sein. Johannes Brünker, Landwirt aus Swisttal
Historisch schlechte Ernte erwartet
Ähnlich schlecht sieht es mit den Zuckerrüben bei Landwirt Jan Wolfers in Nettetal-Lobberich aus. Auch hier droht eine historisch schlechte Ernte. Auf dem Zuckerrübenfeld wachsen zwar viele Pflanzen, aber ihr Abstand ist ungewöhnlich groß, erklärt der Landwirt. Normalerweise sei das Feld um diese Jahreszeit dichter.
Wir fahren jeden Tag durchs Feld und sehen, wie unsere Ernte von Tag zu Tag weniger wird. Jan Wolfers, Landwirt in Nettetal-Lobberich
Wolfers bewässert sein Feld bisher nicht, weil das zu teuer sei, sagt er. Um aber zu zeigen, wie sehr Regen den Rüben helfen würde, hält er zwei frisch geerntete nebeneinander. Die eine hat Wasser vom Feld des Nachbarn abbekommen. Sie ist doppelt so groß wie die Rübe, die mitten in Wolfers Feld steckte.
Hoffen auf Regen
Ein bisschen Hoffnung für die Rüben gibt es aber noch. Sollte es in den nächsten Wochen richtig stark regnen, könnten sich die Pflanzen erholen, sagt Landwirt Brünker. Dafür bräuchte es aber zwischen 50 und 100 Litern Regen pro Quadratmeter.
Zuckerpreis könnte steigen
Auch die Zuckerfabrik in Euskirchen beobachtet die Situation: Eine schwächere Ernte könnte zu weniger Rüben und höheren Zuckerpreisen führen. Im vergangenen Jahr fiel die Ernte laut Werksleitung überdurchschnittlich gut aus.
Für die kommenden Jahre gibt es Überlegungen, dass die Landwirte auf Zuckerrübensorten umsteigen, die besser an die veränderten klimatischen Bedingungen angepasst sind.
Schlechte Ernte bei Zuckerrüben erwartet
Bildquelle: WDR/Max SchlösserWDR. 04.08.2026. 00:40 Min.. Verfügbar bis 04.08.2028.
Landwirte wegen Dürre in Not
Bildquelle: WDR/dpa/Malin WunderlichWDR. 04.08.2026. 02:39 Min.. Verfügbar bis 04.08.2028.
Unsere Quellen:
- Landwirt Johannes Brünker aus Swisttal
- Landwirt Jan Wolfers aus Nettetal-Lobberich
- Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
- Rheinischer Rübenbauer-Verband e.V.
- Zuckerfabrik Pfeifer & Langen Euskirchen
Sendung: WDR 2, WDR 2 für das südliche Rheinland, 04.08.2026, 16:30 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Bonn, 04.08.2026, 19:30 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Düsseldorf, 04.08.2026, 19:30 Uhr