Die Citywache des Bochumer Ordnungsamts von außen

Mitarbeiterinnen machen dem Bochumer Ordnungsamt schwere Vorwürfe

Skandal im Ordnungsamt Stadt Bochum stellt Prüfungsergebnisse vor

Stand:

Nach den Vorwürfen im Ordnungsamt Bochum gab es eine Sonderprüfung. Es geht um sexuelle Belästigung und Rassismus.

Auf 55 Seiten wurden die massiven Missstände im Bochumer Ordnungsamt aufgearbeitet. Bochums Oberbürgermeister Jörg Lukat und der Stadtrat hatten die Prüfung durch das Rechnungsprüfungsamt einberufen, nachdem eine WAZ-Recherche auf mutmaßlich heftige Missstände in der Behörde aufmerksam gemacht hatte.

Das Rechnungsprüfungsamt ist ein unabhängiges Gremium innerhalb einer Stadtverwaltung. Am Mittwoch hat Martin Stempel, der Leiter des Rechnungsprüfungsamtes, die Ergebnisse vorgestellt.

Für die Untersuchung wurden alle aktuellen sowie ehemaligen Mitarbeiter und Führungskräfte mittels Fragebögen befragt. Zudem wurden weitere Stabstellen, wie die Stabstelle "Integration", miteinbezogen.

Rassistische Äußerungen in privaten Chatgruppen

Im Rahmen der Untersuchung wurden unter anderem zugespielte Screenshots aus privaten Chatgruppen geprüft, die mutmaßlich rassistische Inhalte zeigten. Die Vorfälle wurden an die Staatsanwaltschaft übermittelt. Es sei eine "teilweise rassistische Tendenz" erkennbar.

Das Rechnungsprüfungsamt empfiehlt: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen den Hinweis erhalten, dass auch private Chats mit der demokratischen Grundordnung vereinbar sein müssen. 

Missstände im Ordnungsamt Bochum: Betroffene Frau meldet sexuelle Belästigung

Eine Betroffene meldete sich bei der WAZ. Sie soll an ihrem Arbeitsplatz ständig verbalen Übergriffen eines Kollegen ausgeliefert gewesen sein. Diese Vorfälle hätten sie so mitgenommen, dass sie den Job gewechselt und eine Therapie angefangen habe. Auch der WDR hat im April darüber berichtet.

Auch der Vorwurf sexueller Belästigung stand im Raum. Einem Mitarbeiter wurden Verfehlungen in den Bereichen sexuelle Belästigung und Rassismus vorgeworfen - er soll unter anderem eine Praktikantin an sich gefesselt haben. Daraufhin wurde ihm 2024 gekündigt. Auch nach gerichtlicher Prüfung hat diese Kündigung Bestand.

Strukturen auf Führungsebene sollen unter die Lupe genommen werden

Im Rahmen der Untersuchung wurden zudem Unregelmäßigkeiten bei der Erfassung der Arbeitszeiten festgestellt. Es sollen zum Beispiel während der Dienstzeit private Freizeitaktivitäten stattgefunden haben. Infolge dessen wurde ein Mitarbeiter gekündigt. Ein weiterer Mitarbeiter kündigte nach der Konfrontation mit den Vorwürfen von sich aus.

Generell sollen die Strukturen und Verantwortlichen auf Führungsebene auf den Prüfstand gestellt werden. Hier soll sensibilisiert werden, Führungskräfte sollen Hinweisen konsequenter nachgehen, es sollen Schulungen angeboten und auf bekannte Anlaufstellen hingewiesen werden.

Bochumer Ordnungsamt: Auch Fälle von Arbeitszeitbetrug

Gemäß der Handlungsempfehlung sollen die Führungskräfte künftig anlassbezogene Kontrollen durchführen.

Stadt Bochum stellt Prüfungsergebnisse vor

WDR 15.07.2026 00:26 Min. Verfügbar bis 14.07.2028

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Ziel der Untersuchung ist die Überprüfung der Missstände, die Ermittlung weiterer Sachverhalte sowie eine ganzheitliche und umfassende Betrachtung des kommunalen Ordnungsdienstes. Im Dezember soll ein erster Zwischenbericht vorliegen.

Unsere Quellen:

  • Berichterstattung der WAZ
  • Vorherige WDR-Berichterstattung
  • Stadt Bochum
  • Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort

Sendung: WDR.de, Bochumer Ordnungsamt: Ausschuss tagt nach Missbrauchsvorwürfen, 15.07.2026, 5:03 Uhr

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