Musiker blockieren Vonovia-Zentrale
Bildquelle: Rainer Kuka / WDRWDR. 02:26 Min.. Verfügbar bis 06.08.2028.
In Bochum haben am frühen Morgen rund 90 Musikerinnen und Musiker die Zufahrt zur Zentrale von Vonovia blockiert. Die Initiative "Lebenslaute", die klassische Musik mit politischen Themen verbindet, will damit gegen die Wohnungspolitik des Konzerns protestieren. "Wir treten dafür ein, dass Wohneigentum kommunal oder gemeinschaftlich verwaltet wird", sagte Katinka Poensgen von der Initiative am Rande der Proteste.
Musikalischer Protest: die Musikerinnen und Musiker der Initiative "Lebenslaute" vor der Vonovia-Zentrale in Bochum.
Bildquelle: WDRFür morgen war mit Unterstützung der Mietervereine Bochum und Dortmund eigentlich ein Protestkonzert der "Lebenslaute" im Kunstmuseum Bochum geplant, unter dem Titel "Viva la Musica - enteignet Vonovia". Dabei waren nach Angaben der Initiative auch Redebeiträge zu Wohnungsnot, Verdrängung und zum Geschäftsmodell großer Immobilienkonzerne geplant.
Stadt Bochum befürchtet Straftaten beim Konzert
Die Stadt hat das Konzert aber verboten. Sie begründet das in einer offiziellen Erklärung damit, dass nicht auszuschließen sei, dass es bei der Veranstaltung zu Straftaten wie Verleumdung und üble Nachrede kommen könne - zumal auch ein konkreter Unternehmensname genannt werde.
Musikerinnen und Musiker blockieren Vonovia-Zentrale
Bildquelle: Rainer Kuka / WDRWDR. 00:29 Min.. Verfügbar bis 06.08.2028.
Grundsätzlich wäre es für die Stadt in Ordnung gewesen, Wohnungsnot und Kritik am Vorgehen einiger Akteure auf dem Wohnungsmarkt zu thematisieren, da das der sachlichen Auseinandersetzung diene.
Initiative will Konzert trotzdem geben
Dass es zu möglichen Straftaten kommen könne, weist "Lebenslaute" in einer offiziellen Mitteilung zurück und spricht von einem "politischen Eingriff in die Kunstfreiheit".
"Der Vorgang ist ein weiteres Beispiel dafür, wie öffentlicher Raum und verfassungsrechtlich geschützte Freiheiten unter Druck geraten, wenn wirtschaftlich mächtige Akteure kritisiert werden." Musikinitiative "Lebenslaute"
Katinka Poensgen von der Musikinitiative "Lebenslaute".
Bildquelle: WDRDie Musikinitiative will stattdessen morgen vor dem Museum spielen. Für sie sind Konzerne wie Vonovia für Probleme wie Wohnungsnot und steigende Mieten verantwortlich. "Es gibt immer mehr Menschen, die verarmen, weil sie sich die Miete nicht mehr leisten können. Während hier Aktionäre bei Vonovia die Abzocke machen", kritisiert Katinka Poensgen von der Musikinitiative am Rande der Proteste vor der Vonovia-Zentrale.
Vonovia-Mitarbeitende bringen Kaffee vorbei
Vonovia reagierte gelassen auf die Blockade. Einige Mitarbeitende kamen aus dem Gebäude heraus, sprachen mit den Musikerinnen und Musikern und brachten ihnen Kaffee vorbei. "Das zeigt ja, dass der persönliche Austausch ganz gut war", sagte Vonovia-Sprecher Matthias Wulff gegenüber dem WDR.
Dass die Initiative fordert, Vonovia zu enteignen, bezeichnete Wulff als "politische Forderung, mit der wir im politischen Raum umgehen müssen". Außerdem ergänzte er:
"Meine Kolleginnen und Kollegen arbeiten mit Herzblut daran, dass unseren Mietern ein gutes Leben in unseren Wohnungen gelingt. Es gibt ein Problem auf dem Wohnungsmarkt, aber Enteignung ist nicht die Lösung." Matthias Wulff, Vonovia-Sprecher
Gegen 10 Uhr war die Blockade vor der Vonovia-Zentrale beendet.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporter vor Ort
- Gespräch vor Ort mit Katinka Poensgen von der Initiative "Lebenslaute"
- Mitteilung der Stadt Bochum
- Mitteilung der Initiative "Lebenslaute"
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Ruhr, 06.08.2026, 19:30 Uhr

