Musiker blockieren Vonovia-Zentrale

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WDR 02:26 Min. Verfügbar bis 06.08.2028

Nach Verbot von Protestkonzert Musiker blockieren Vonovia-Zentrale

Stand:

Heute Morgen hat eine Musikgruppe vor der Vonovia-Zentrale in Bochum protestiert. Es geht um ein Konzert, das die Stadt verboten hat.

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Andreas Artz im Portät
Andreas Artz
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Rainer Kuka

In Bochum haben am frühen Morgen rund 90 Musikerinnen und Musiker die Zufahrt zur Zentrale von Vonovia blockiert. Die Initiative "Lebenslaute", die klassische Musik mit politischen Themen verbindet, will damit gegen die Wohnungspolitik des Konzerns protestieren. "Wir treten dafür ein, dass Wohneigentum kommunal oder gemeinschaftlich verwaltet wird", sagte Katinka Poensgen von der Initiative am Rande der Proteste.

Mehrere Musikerinnen und Musiker sind vor der Vonovia-Zentrale und spielen mit ihren Instrumenten, im Hintergrund ist ein Banner zu sehen mit der Aufschrift: "Viva la Musica - enteignet Vonovia"

Musikalischer Protest: die Musikerinnen und Musiker der Initiative "Lebenslaute" vor der Vonovia-Zentrale in Bochum.

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Für morgen war mit Unterstützung der Mietervereine Bochum und Dortmund eigentlich ein Protestkonzert der "Lebenslaute" im Kunstmuseum Bochum geplant, unter dem Titel "Viva la Musica - enteignet Vonovia". Dabei waren nach Angaben der Initiative auch Redebeiträge zu Wohnungsnot, Verdrängung und zum Geschäftsmodell großer Immobilienkonzerne geplant.

Stadt Bochum befürchtet Straftaten beim Konzert

Die Stadt hat das Konzert aber verboten. Sie begründet das in einer offiziellen Erklärung damit, dass nicht auszuschließen sei, dass es bei der Veranstaltung zu Straftaten wie Verleumdung und üble Nachrede kommen könne - zumal auch ein konkreter Unternehmensname genannt werde.

Musikerinnen und Musiker blockieren Vonovia-Zentrale

Bildquelle: Rainer Kuka / WDR

WDR 00:29 Min. Verfügbar bis 06.08.2028

Grundsätzlich wäre es für die Stadt in Ordnung gewesen, Wohnungsnot und Kritik am Vorgehen einiger Akteure auf dem Wohnungsmarkt zu thematisieren, da das der sachlichen Auseinandersetzung diene.

Initiative will Konzert trotzdem geben

Dass es zu möglichen Straftaten kommen könne, weist "Lebenslaute" in einer offiziellen Mitteilung zurück und spricht von einem "politischen Eingriff in die Kunstfreiheit".

"Der Vorgang ist ein weiteres Beispiel dafür, wie öffentlicher Raum und verfassungsrechtlich geschützte Freiheiten unter Druck geraten, wenn wirtschaftlich mächtige Akteure kritisiert werden." Musikinitiative "Lebenslaute"
Eine Frau mit weißer Bluse und Sonnenbrille steht vor der Vonovia-Zentrale, im Hintergrund links sind Musiker mit ihren Instrumenten zu sehen

Katinka Poensgen von der Musikinitiative "Lebenslaute".

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Die Musikinitiative will stattdessen morgen vor dem Museum spielen. Für sie sind Konzerne wie Vonovia für Probleme wie Wohnungsnot und steigende Mieten verantwortlich. "Es gibt immer mehr Menschen, die verarmen, weil sie sich die Miete nicht mehr leisten können. Während hier Aktionäre bei Vonovia die Abzocke machen", kritisiert Katinka Poensgen von der Musikinitiative am Rande der Proteste vor der Vonovia-Zentrale.

Vonovia-Mitarbeitende bringen Kaffee vorbei

Vonovia reagierte gelassen auf die Blockade. Einige Mitarbeitende kamen aus dem Gebäude heraus, sprachen mit den Musikerinnen und Musikern und brachten ihnen Kaffee vorbei. "Das zeigt ja, dass der persönliche Austausch ganz gut war", sagte Vonovia-Sprecher Matthias Wulff gegenüber dem WDR.

Dass die Initiative fordert, Vonovia zu enteignen, bezeichnete Wulff als "politische Forderung, mit der wir im politischen Raum umgehen müssen". Außerdem ergänzte er:

"Meine Kolleginnen und Kollegen arbeiten mit Herzblut daran, dass unseren Mietern ein gutes Leben in unseren Wohnungen gelingt. Es gibt ein Problem auf dem Wohnungsmarkt, aber Enteignung ist nicht die Lösung." Matthias Wulff, Vonovia-Sprecher

Gegen 10 Uhr war die Blockade vor der Vonovia-Zentrale beendet.

Unsere Quellen:

  • WDR-Reporter vor Ort
  • Gespräch vor Ort mit Katinka Poensgen von der Initiative "Lebenslaute"
  • Mitteilung der Stadt Bochum
  • Mitteilung der Initiative "Lebenslaute"

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Ruhr, 06.08.2026, 19:30 Uhr

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