Zweimal Denkmal: Bergbaumuseum und U-Bahnstation
Bildquelle: WDR / Johannes HoppeDie Sonne strahlt über dem großen Förderturm des Bergbaumuseums in Bochum. Detlef Hopp läuft gerade die Treppen der U-Bahnhaltestelle Deutsches Bergbaumuseum hinauf, den Blick genau auf den Förderturm gerichtet. Die Sonne blendet ihn etwas. Das stört ihn aber nicht, im Gegenteil.
"Ich finde dieses ganze Ensemble, das es hier gibt, so wunderbar und so identitätsstiftend." Detlef Hopp, arbeitet ganz in der Nähe der U-Bahnhaltestelle
Detlef Hopp freut sich, dass die U-Bahnhaltestelle Bochums neuestes Denkmal ist.
Bildquelle: WDR / Johannes HoppeHopp sagt, er habe früher selbst in der Denkmalpflege gearbeitet. Für ihn ist es wichtig, das Wissen über Denkmäler weiterzugeben. Gerade hier sei die Mischung aus Bergbaumuseum mit Förderturm, der anliegenden Bahnbrücke und eben der Haltestelle mit der Linie U35 zwischen Herne und der Ruhr-Universität Bochum etwas ganz Besonderes.
Nahezu unscheinbare Kunst
Detlef Hopp gefallen die weißen und schwarzen Kacheln in der U-Bahnhaltestelle besonders. Die schwarzen stünden für die Kohle, die hier jahrzehntelang abgebaut wurde. Tausende Menschen, die hier täglich ein- und aussteigen, laufen daran vorbei. Die wenigsten wissen das. Waltraud Stumbeck und Max Kaufmann warten gerade auf die U35 in Richtung Herne und sind ganz überrascht, als sie von der der Bedeutung der Kacheln hören. Sie kommen aus Niederbayern und wollen das Ruhrgebiet kennenlernen.
"Das war schon beeindruckend. Uns gefällt es hier sehr gut im Ruhrgebiet." Waltraud Stumbeck und Max Kaufmann aus Niederbayern
"Ein historisches Zeugnis"
Unterirdisch sieht die U-Bahnhaltestelle fast schon festlich aus.
Bildquelle: WDR / Johannes Hoppe1989 wurde die Haltestelle am Bergbaumuseum in Bochum eröffnet - und sieht heute fast noch genauso aus wie damals. Entworfen hat sie der Ingenieur Jochen Habeck und er hat Bergbaugeschichte in die Gestaltung einfließen lassen. Unten auf der Bahnebene erscheinen Wände wie stilisierte Kohleflöze. Und die Fliesen haben schon irgendwie etwas von einer Waschkaue.
Dank einer Untersuchung des Kunstgeschichtlichen Instituts der Ruhr-Universität Bochum steht die Haltestelle nun unter Denkmalschutz. Die Begründung klingt beeindruckend: Die U35-Linie mit eben dieser Haltestelle sei ein bedeutendes Zeugnis der Stadtbahnplanungen der 1960er- und 1970er-Jahre. Die Architektur verknüpfe unterirdische Verkehrsinfrastruktur mit montanhistorisch geprägter Stadtgeschichte an der Oberfläche.
Denkmäler können Interesse wecken
Viviane kommt gebürtig aus Paderborn. Sie studiert seit einigen Jahren in Bochum und fährt täglich mit der U35 ab der Haltestelle Deutsches Bergbaumusem. Sie interessiert sich sehr für die Geschichten hinter Gebäuden und Bauwerken in der Stadt.
"Wenn es so eine Plakette gibt, werde ich mir die durchlesen und dann weiß ich auch Bescheid. Nur bis jetzt wusste ich es halt nicht." Studentin Viviane Bandyk
Bürgermeisterin Barbara Jessel und Heike Möller vom Tiefbauamt sind stolz auf den Denkmalschutz der U-Bahnhaltestelle
Bildquelle: Stadt BochumDer historische Charakter der Haltestelle war ihr schon früher aufgefallen. Man merke einfach, dass die Bergbaugeschichte in Bochum eine große Rolle spiele. Das findet sie gut, wenn daran erinnert wird. Ob die Tatsache, dass sie ab jetzt täglich durch ein Denkmal läuft, etwas für sie ändert, darüber muss Viviane noch nachdenken.
Unsere Quellen:
- Reporter vor Ort
- Stadt Bochum
- Passanten an und in der U-Bahnhaltestelle Deutsches Bergbaumuseum
Sendung: WDR.de, U-Bahnstation in Bochum: Das erste Denkmal seiner Art in NRW, 13.09.2026, 10:15 Uhr
