Duisburg ist Döner-Hauptstadt 2026 in NRW

Bildquelle: WDR/Julian Schildheuer

WDR 2 Min. 38 Sek. Verfügbar bis 26.08.2028

Neues bundesweites Ranking Duisburg ist Döner-Hauptstadt 2026 in NRW

Stand:

Eine Auswertung zeigt: Deutschlandweit ist Duisburg auf Platz zwei. Selbst Berlin landet im Ranking weit dahinter.

Ob mit scharf, ohne Zwiebeln oder als Klassiker mit allem: Der Döner gehört zu den absoluten Lieblingsgerichten in Deutschland. Wie eine aktuelle Auswertung der Plattform Listflix für das Jahr 2026 zeigt, schlägt das Herz der Döner-Kultur besonders im Ruhrgebiet. Weit vorn im bundesweiten Vergleich steht nämlich Duisburg und das freut die Passanten.

Rene Theiß lächet in die Kamera im Hintergrund ist die Duisburger Innenstadt zu sehen.
"Ich hätte gedacht, dass Berlin die Dönerhauptstadt ist. Überrascht mich schon, dass Duisburg mehr hat pro Kopf gerechnet. Ich finde das aber cool, weil es zu der bunten Stadt passt." René Theiß, Passant

Duisburg an der Spitze, Berlin weit abgeschlagen

Die Zahlen, die laut Listflix fortlaufend aktualisiert werden, sprechen eine klare Sprache: Wenn man die Anzahl der Dönerläden ins Verhältnis zur Einwohnerzahl setzt, landet Duisburg deutschlandweit aktuell auf dem zweiten Platz. Rechnerisch kommen in der Ruhrgebietsstadt rund 13,14 Dönerläden auf 100.000 Einwohner, was insgesamt 67 Betriebe ergibt. Damit lässt die Stadt selbst große Metropolen weit hinter sich. Rein rechnerisch ist die Dönerbuden-Dichte in Duisburg rund viereinhalb Mal so hoch wie in Berlin.

Während die Bundeshauptstadt bei der absoluten Anzahl mit 219 Betrieben zwar vorne liegt, ist das im Verhältnis zur Einwohnerzahl anders. Berlin landet in diesem Ranking nämlich nur auf Platz 29 mit 5,94 Läden pro 100.000 Einwohner.

Große Tradition in Duisburg

Kleines Döner-Häuschen. Vor dem Verkaufsfenster stehen drei Menschen.

Der Döner Pavillon in Duisburg-Hamborn

Bildquelle: WDR/Julian Schildheuer

Der Döner Pavillon am Hamboner Altmarkt existiert seit 41 Jahren. Damit ist er der älteste Dönerladen in Duisburg. Doch was bedeutet die wachsende Konkurrenz für so eine Traditionsbude? Viele versuchen vor allem über den Preis zu überleben, weiß Betreiber Necip Gönel. Er hat den Laden 1985 eröffnet und sagt: "Es ist uns egal, wenn um uns herum immer mehr Dönerläden öffnen. Keiner schmeckt so wie unserer. Wir setzen auf Tradition und die können große Ketten nicht kopieren."

Ein Mann mit kurzen Haaren und weißem Oberteil steht neben einem Dönerspieß und schaut in die Kamera.
"Saucen sind das schlimmste, was man einem Döner antun kann. Je weniger Flüssigkeit desto besser. Unser Zaziki ist deshalb mit Quark statt mit Joghurt. Viele moderne Dönerläden bieten zu viel Sauce an." Necip Gönel, Betreiber des Döner-Pavillons in Duisburg

Viel Angebot zu Lasten der Vielfalt

Sofie Mühlbacher lächet in die Kamera im Hintergrund ist die Duisburger Innenstadt zu sehen.

Sofie Mühlbacher kritisiert die fehlende Vielfalt.

Bildquelle: WDR/Julian Schildheuer

Viele Menschen auf der Straße sehen das große Angebot aber nicht unbedingt positiv, so wie Sofie Mühlbacher: "Dadurch, dass es immer mehr Dönerläden gibt, habe ich die Befürchtung, dass die gastronomische Vielfalt verloren geht. Einige Dönerläden haben leider auch keine Veggie-Optionen."

Mike lächet in die Kamera im Hintergrund ist die Duisburger Innenstadt zu sehen.
"Mir sind das mittlerweile zu viele Dönerbuden. Ich esse das wegen der Gesundheit sowieso nicht mehr und als gelernter Koch wäre es mir am liebsten, wenn wir mehr traditionell deutsche Restaurants in Duisburg hätten." Mike, Passant

Starke Konkurrenz aus dem Süden und dem hohen Norden

Im bundesweiten Ranking sichert sich Mannheim mit 13,21 Dönerbuden pro 100.000 Einwohnern die Spitzenpositionierung. Hinter Duisburg liegt Augsburg mit 11,29 Betrieben auf dem dritten Rang, gefolgt von Kiel mit 11,08 Betrieben auf Platz vier und Aachen auf Platz fünf mit 10,66 Dönerläden je 100.000 Einwohner.

Auch weitere Städte aus NRW wie Gelsenkirchen und Münster landen im vorderen Teil der Auswertung, während Köln den vierzehnten Platz belegt. Am Ende des 30 Städte umfassenden Rankings reiht sich Bonn mit 2,16 Betrieben ein.

Beliebtheit trotz Preisanstiegen ungebrochen

Dass das Thema Döner die Menschen so stark bewegt, ist kein Zufall. Laut aktuellen Daten des Marktforschungsunternehmens YouGov ist die Zahl der Dönerbestellungen zwischen 2021 und 2025 um 15 Prozent gestiegen, und das trotz einer Preiserhöhung um fast 50 Prozent. Das zeigt eindrucksvoll, wie beliebt das Gericht nach wie vor in Deutschland ist und wie unterschiedlich die kulinarische Dichte in den verschiedenen Regionen ausfällt.

Unsere Quellen:

  • Datendienstleister Listflix
  • Interviews und Eindrücke des WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR.de, Duisburg ist Döner-Hauptstadt 2026 in NRW, 26.08.2026, 17:17 Uhr

Weitere Beiträge aus Duisburg

1 / 2