Kein Brunnenwasser für Gnadenhof in Duisburg
Bildquelle: WDR/Vanessa WiebeWDR. 2 Min. 36 Sek.. Verfügbar bis 25.08.2028.
Plötzlich stehen 60 Pferde und Esel ohne Wasser da. Der Duisburger Tiergnadenhof braucht eigentlich täglich 2.000 Liter. Gewonnen wird das seit Jahrzehnten aus einem Brunnen, zwischen Rheinbett und Pferdestall. Letzten Donnerstag dann der Schock. Der Brunnen ist leer, das letzte Wasser versiegt, weil der Rheinpegel zu niedrig ist.
Kreative Lösung durch die Stadtwerke Duisburg
Ohne viel Bürokratie vermieten die Stadtwerke Duisburg dem Gnadenhof ein Spezialrohr. Damit kann Wasser aus dem nächstgelegenen Hydranten gezapft werden. "Damit hat Stephan zwei Mal am Tag zwei große Wasserbehälter voll gemacht", sagt die Vorsitzende Renate Zolopa zutiefst erleichtert.
Stefan Letsch hilft bei der Versorgung der Tiere.
Bildquelle: WDR/Vanessa WiebeRheinpegel steigt wieder
Nach fünf Tagen Trockenheit füllt sich der Brunnen dann endlich wieder mit Wasser. Dass der Rheinpegel so schnell wieder gestiegen ist, sei ein überraschender Segen. Mitarbeiter Stephan Letsch, hauptamtlich Krankenpfleger, ist froh, dass er nicht mehr mit dem Trecker zum Hydranten fahren muss.
Ob der Brunnen in Zukunft nochmal versiegt, ist allerdings nicht unwahrscheinlich. Auch in Duisburg bleiben lange Hitze-Perioden vermutlich nicht aus. "Wir sind zu 100 Prozent vom Rheinpegel abhängig", muss Zolopa resigniert zugeben. Nur so bleibt der Brunnen voll.
"Wir können die Pferde leider nicht zu Kamelen umbauen und ab und zu zum Rhein führen." Stephan Letsch, Ehrenamtlicher des Tiergnadenhofs Duisburg
Zolopa versucht wegen der Brunnen-Panne nicht in Panik zu geraten. Dabei steht fest: "Wir können uns auch im Prinzip nicht auf Hitze-Perioden vorbereiten." Schließlich habe ihr ein Brunnen-Fachmann gesagt, dass der Brunnen mit seinen zwölf Metern bereits ausreichend tief sei. Und auch eine andere Stelle für einen neuen Brunnen auf dem Hof würde sich nicht anbieten.
Vorsitzende Renate Zolopa freut sich über den gestiegenen Rheinpegel.
Bildquelle: WDR/Vanessa WiebeHohe Kosten durch Hitze
Die Kosten für den zusätzlichen Aufwand, das Spezialrohr und das Wasser aus dem Hydranten werden wahrscheinlich nicht so hoch ausfallen. Durch die Trockenheit ist allerdings auch die 900 Euro teure Brunnenpumpe kaputt gegangen. Außerdem musste durch die trockenen Wiesen früher als sonst zusätzliches Futter gekauft werden - Kosten: 10.000 Euro.
Die Freude über den gestiegenen Rheinpegel und den wieder gefüllten Brunnen bleibt trotzdem groß.
Unsere Quellen:
- Tiergnadenhof Duisburg
- Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Duisburg, 25.08.2026, 19:30 Uhr
