Weltweit einzigartig: Grüne Wasserstoffanlage in Duisburg eröffnet
Lokalzeit aus Duisburg . 20.11.2025. 03:20 Min.. Verfügbar bis 20.11.2027. WDR. Von Rainer Kuka.
Die Anlage nutzt Sonnenlicht, Luft und Wasser, um daraus Kohlenstoff und Wasserstoff zu gewinnen. Diese beiden Stoffe sind Grundbausteine für synthetisches Erdgas (SNG), einen klimafreundlichen Kraftstoff.
Die Technologie des Essener Start-ups Greenlyte soll fossile Kraftstoffe wie Benzin oder Diesel in Zukunft ersetzen. Damit werde nicht nur die Umwelt entlastet, sondern auch die deutsche Wirtschaft gestärkt, so die Firmengründer. Am Bau waren auch Spezialisten der Universitäten Duisburg-Essen und Aachen beteiligt.
Hendrik Wüst bei der Eröffnung vor Ort
Die Anlage kann laut Greenlyte jährlich fünf Tonnen SNG herstellen. Dabei würden 40 Tonnen Kohlendioxid aus der Luft entfernt. Mit der "Liquid Solar" genannten Technologieplattform können laut Greenlyte auch andere Kraftstoffe synthetisch hergestellt werden, zum Beispiel Methanol oder nachhaltiger Flugkraftstoff (SAF).
Hendrik Wüst war bei der Eröffnung vor Ort.
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) zeigte sich erfreut über die grüne Innovation. "Das ist Zukunftstechnologie 'Made in NRW', die energiewirtschaftliche Abhängigkeiten verringert und damit einen zentralen Beitrag für eine klimafreundliche, kreislauforientierte und zukunftsfähige Wirtschaft leistet", sagte Wüst im Vorfeld der Eröffnung.
Neben dem NRW-Ministerpräsidenten waren auch Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen und Vertreter der Industrie bei der Vorstellung vor Ort. Der Bau der Pilotanlage war mit Landes- und EU-Mitteln gefördert worden.
Weitere Anlagen in NRW geplant
Der Standort in Duisburg soll für Greenlyte nicht der einzige bleiben. Bis 2027 will das Unternehmen in Marl eine 30-mal größere Anlage bauen. Sie soll jährlich bis zu 1.000 Tonnen grünes Methanol produzieren. Außerdem soll am Düsseldorfer Flughafen eine Anlage entstehen, die ab 2028 jährlich rund 150 Tonnen SAF herstellen soll. Die Fluggesellschaft Eurowings will den Kraftstoff drei Jahre lang abnehmen.
In drei Jahren soll der grüne Sprit so günstig sein wie die konventionelle Variante.
Momentan ist der klimafreundliche Sprit noch etwa zwei- bis dreimal so teuer wie fossiles Kerosin und Schiffsdiesel. Doch in etwa drei Jahren erreiche man die Schwelle von 3000 Dollar, die pro Tonne E-Kerosin am Weltmarkt gehandelt wird, sagte Greenlyte-Co-Gründer Martin Schmickler dem WDR.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
- Gespräch mit Martin Schmickler
- Greenlyte
- Deutsche Presse-Agentur
Über das Thema berichten wir am 20.11.2025 auch im Radio auf WDR 2: Lokalzeit aus Duisburg, 09:30 Uhr.