KI-Video zeigt angebliche Flugzeug-Notlandung auf der A3 bei Duisburg
Bildquelle: SokakTVLokalzeit aus Duisburg . 11.02.2026. 3 Min. 26 Sek.. Verfügbar bis 11.02.2028. WDR. Von Vanessa Wiebe.
Das KI-generierte Video wurde auf den Instagram-Kanal "SokakTV" hochgeladen - "sokak" ist türkisch und bedeutet "Straße". Auf dem Kanal sind noch weitere KI-generierte Videos mit zum Teil absurden Inhalten zu sehen, zum Beispiel eine entgleiste Straßenbahn der DVG auf der Autobahn. Auch ein riesiger Fisch und ein Satellit sollen schon die A3 blockiert haben.
Schon über vier Millionen Aufrufe
Mehrere Dinge lassen das Video echt wirken: Im Vordergrund steht eine Reporterin mit ARD-Mikrofon mitten auf der Autobahn. Sie berichtet, dass eine Maschine vom Typ "Antonow" angeblich notlanden musste und dass dabei glücklicherweise niemand verletzt wurde. Außerdem ist ein Autobahnschild zu sehen, auf dem "Duisburg-Nord", "A3" und "Oberhausen" zu lesen ist.
Im Hintergrund dann das Flugzeug, das umgeben von Rettungsfahrzeugen über die Mittelleitplanke gezogen wird. Auch Polizei, Feuerwehr und Schaulustige sind auf Bildern zu sehen. Auch wenn es in den Kommentarspalten heiß her geht und das Video eindeutig als KI-generiert entlarvt wird: Es zählt bereits über vier Millionen Aufrufe.
Probleme mit KI generierten Inhalten
Das Video zeigt auf der einen Seite beeindruckend, was mit KI heute möglich ist. Die Technik birgt aber auch Gefahren. Wenn falsche Inhalte einen seriösen Anstrich bekommen - zum Beispiel durch ein ARD-Mikrofon. Denn nicht immer sind die Inhalte witzig oder zum Schmunzeln und relativ leicht als Fake zu erkennen.
"Die perfekte Regulierung wird es nie geben." Jörg Schieb, WDR KI-Experte
WDR KI-Experte Jörg Schieb rechnet mit einer Flut von manipulierten Inhalten - von harmlosen Werbegags bis hin zu gezielter Desinformation. Die Tools für die Herstellung würden immer einfacher, günstiger und besser. Neben einer funktionierenden Regulierung brauche es seiner Meinung nach zwei Dinge: Verpflichtende technische Wasserzeichen in KI-generierten Inhalten, damit unter anderem nachweisbar ist, wer sie hergestellt hat.
Und es brauche massive Investitionen in Medienkompetenz. "Jeder muss lernen, kritisch hinzuschauen. Denn ehrlich: Die perfekte Regulierung wird es nie geben."
Umgang der ARD mit Künstlicher Intelligenz
Wenn die ARD KI einsetzt, gelten strenge Richtlinien. So heißt es zum Beispiel in den Grundsätzen der ARD für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz unter Punkt 3:
"Das Vertrauen in unsere journalistischen Inhalte ist unser höchstes Gut. Die redaktionelle Kontrolle und die Einhaltung der journalistischen Sorgfaltsgrundsätze stellen wir auch dann sicher, wenn uns generative KI bei der Erstellung journalistischer Inhalte unterstützt. Die publizistische Verantwortung liegt beim Menschen, nicht bei dem System. Wir kennzeichnen den Einsatz von generativer KI nach transparenten Regeln."
Unsere Quellen:
- Instagram-Kanal "SokakTV"
- Interview mit WDR-Digitalexperte Jörg Schieb
Sendung: WDR 2, Rhein/Ruhr, Lokalzeit, 11.02.2026, 08:31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Duisburg, 11.02.2026, 19:30 Uhr