Projekt soll Fußball-Schiedsrichter schützen

2 Min. 44 Sek. Verfügbar bis 11.09.2028

"Es gab Morddrohungen" Projekt soll Fußball-Schiedsrichter schützen

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Beleidigungen, Bedrohnen oder Diskriminierung gehören zum Alltag von Schiedsrichtern im Amateurfußball. Dagegen möchte der Westdeutsche Fußballverband gemeinsam mit der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen (ZAC NRW) jetzt vorgehen. Das Projekt "Wir stellen Hass vom Platz" wurde gestern Abend in der MSV-Arena vorgestellt.

Stefan Stegemann erinnert sich noch gut an das Spiel von 2023. Der VfL Bochum spielte gegen Borussia Dortmund, er war als Schiedsrichter im Einsatz. "Ich habe während des Spiels einen folgenschweren Fehler gemacht", erinnert sich der FIFA-Schiedsrichter zurück. Was danach folgte, bleibt für ihn auch noch drei Jahre später unvergessen.

Hass im Netz: Schiedsrichter und ihre Familien werden bedroht

"Nach dem Spiel ist einiges auf mich eingeprasselt und auch auf meine Familie. Es gab Morddrohungen, wir haben vier Wochen lang unter Polizeischutz gelebt", erinnert er sich. Mit dieser Erfahrung ist Stefan Stegemann nicht allein. Hass im Netz gehört zum Alltag von Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern.

Wir stellen Hass vom Platz“: Projekt gegen Hatespeech gestartet

Der Westdeutsche Fußballverband möchte jetzt gemeinsam mit der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen (ZAC NRW) aktiv gegen Hass im Netz vorgehen. Gestern Abend wurde das Projekt "Wir stellen Hass vom Platz" in der MSV-Arena vorgestellt. Betroffene können künftig in einem Online-Meldeverfahren Fälle von Hatespeech melden. Diese werden anschließend strafrechtlich geprüft.

Oberstaatsanwalt Markus Hartmann

Oberstaatsanwalt Markus Hartmann kämpft gegen Hass Internet.

Bildquelle: WDR

"Wir wollen dabei nicht die Emotionen aus dem Sport nehmen. Klar ist auf dem Fußballplatz die Stimmung mal hoch und, dass das im Netz hochkocht, da haben wir volles Verständnis für. Es geht vielmehr darum, die Dinge, die über die rote Linie hinausgehen und strafrechtlich relevant sind, vernünftig zu adressieren", erklärt Markus Hartmann, leitender Oberstaatsanwalt und Leiter der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime NRW.

Amateurfußball im Fokus: Junge Schiedsrichter sollen besser geschützt werden

Das Projekt soll vor allem junge Schiedsrichter im Amateurfußball besser schützen. Denn gerade Berufsanfänger haben oftmals Schwierigkeiten, mit Hassreden im Netz umzugehen, berichtet Anna-Lena Weiss. Sie ist Schiedsrichterin in der 2. Frauen-Bundesliga und hat selbst auch schon über soziale Netzwerke Hass abbekommen.

Eine junge Frau in einer rosafarbener Bluse lacht in die Kamera
"Ich habe ein dickes Fell, aber viele junge Kollegen können damit nicht gut umgehen und schmeißen dann das Handtuch." Anna-Lena Weiss, Schiedsrichterin in der 2. Frauen-Bundesliga

Wie wichtig Projekte wie diese sind, dürfte ein Fall aus der Kreisliga vom vergangenen Wochenende zeigen. Bei einem Spiel zwischen dem Siegener SC und dem SV Setzen ist ein 22-jähriger Spieler auf den Schiedsrichter losgegangen. Dabei wurde der Schiedsrichter leicht verletzt und erstattete Anzeige.

Vorfälle können betroffene Schiedsrichter unter Meldeformular für betroffene Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter melden.

Unsere Quellen:

  • Gespräch mit dem Westdeutschen Fußballverband
  • Gespräch mit der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen (ZAC NRW) 
  • Gespräch mit Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern
  • Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Duisburg, 10.09.2026, 19:30 Uhr

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