Aktion gegen Handys im Neusser Südbad
WDR. 02:32 Min.. Verfügbar bis 26.06.2028.
Knapp 4.000 Besucher sind schon am Freitagvormittag im Neusser Südbad. Darunter viele Eltern mit ihren Kindern. Auf den Handtüchern wird gelesen, gescrollt und gedöst. Schwimmeisterin Parthena Panagiutidou sind Eltern, die ihr Kind aus dem Blick verlieren, ein Dorn im Auge. Kinder ertrinken nämlich leise und innerhalb weniger Sekunden, sagt sie.
"Es geht darum, dass es wirklich die kleine Augenblicke sind, in denen sowas schnell passieren kann, weil Wasser unterschätzt wird." Parthena Panagiutidou
Schwimmeisterin Parthena Panagiutidou
"Das ist zum Beispiel, wenn man ins Schwimmbad kommt und die Tasche auspackt, oder eine Nachricht ins Handy tippt. In den kleinen Momenten kann die Situation im Wasser sehr schnell kippen und darauf möchten wir aufmerksam machen. Sodass die Eltern wirklich zu 100 Prozent die Augen bei ihren Kindern haben", sagt sie.
Deshalb stehen hier riesige Plakate der Initiative "nureinenaugenblick" im Schwimmbad. Darauf sind Sprüche wie: "Papa du warst mein Held, bis dein Handy wichtiger war als ich" zu lesen.
Die Initiative „nureinenaugenblick“ macht gemeinsam mit Schwimmbädern darauf aufmerksam, wie schnell und unbemerkt Kinder im Wasser in Gefahr geraten können. Ihr Ziel sei es, Eltern stärker in die Verantwortung zu nehmen und durch Aufklärung die Zahl von Badeunfällen deutlich zu senken.
Nach Angaben der Initiative können rund 58 Prozent der Kinder am Ende der Grundschule nicht sicher schwimmen. Gleichzeitig verzeichnete die DLRG für das Jahr 2025 knapp 400 tödliche Badeunfälle in Deutschland.
Ertrinken zähle zu den häufigsten Unfallursachen im Kindesalter. Es geschehe oft lautlos und innerhalb weniger Sekunden. „Es ist Zeit, hinzuschauen. Zeit, Verantwortung zu übernehmen. Für unsere Kinder. Für ihre Sicherheit im Wasser“, heißt es auf der Webseite der Initiative „nureinenaugenblick“.
Sicherheitscheck für Eltern
Dazu bietet die Aktion einen Sicherheitscheck mit sieben klaren Regeln: Kinder immer im Blick behalten, in Griffweite bleiben, keine Handys, Schwimmhilfen nicht überschätzen und vor dem Baden klare Absprachen treffen.
Wichtig sei zudem, im Notfall ruhig zu bleiben und vorbereitet zu sein. Die Initiative empfiehlt, Erste-Hilfe-Kenntnisse regelmäßig aufzufrischen, um im Ernstfall schnell reagieren zu können.
Bäder machen mit
Neben Eltern sind auch Schwimmbäder gefragt. Sie können sich an der Kampagne beteiligen - etwa mit Infomaterial, Aktionen oder Aufklärung in sozialen Medien.
Am Niederrhein und im Kreis Mettmann beteiligen sich bereits mehrere Bäder darunter das Angerbad Ratingen, das Neanderbad in Erkrath und das Hildorado in Hilden. Sie wollen gemeinsam ein Zeichen für mehr Sicherheit im Wasser setzen.
Unsere Quellen:
- Initiative "nureinenaugenblick"
- DLRG
- Eindrücke des Reporters vor Ort
Sendung: WDR 2 Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 26.06.2026, 15:30 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Düsseldorf, 26.06.2026, 19:30 Uhr