Über 50 Jahre hat das Gebäude auf dem Buckel und die Mängelliste ist lang: Asbest ist im Kreishaus verbaut. Das Parkdeck ist teilweise gesperrt, weil die Statik gefährdet ist. Eine zeitlang waren Brandwachen im Haus eingesetzt, weil der Brandschutz nicht gewährleistet war. Zeitweise war auch die Strom- und Trinkwasserversorgung wegen maroder Leitungen problematisch.
Kreishaussanierung: Bürgermeister liefen erst Sturm
Klar ist schon seit Jahren: Wenn nichts passiert, dürfte das Gebäude ab Ende 2027 nicht mehr genutzt werden, so besagt es ein Gutachten. Darum will der Ennepe-Ruhr-Kreis schon lange einen Sanierungsplan umsetzen. Doch um den gab es jahrelang Streit mit den Städten im Kreis.
Die müssen die Sanierung nämlich mit bezahlen. Und als ein Gutachten vor gut zwei Jahren der Kreisverwaltung nahe legte, das Verwaltungsgebäude möglichst in einem Rutsch zu sanieren und das Pesonal vorübergehend komplett umzusiedeln, war der Protest der Bürgermeister im Kreis groß. Denn dieser Plan hätte über 140 Millionen Euro gekostet.
Langer Konflikt im Ennepe-Ruhr-Kreis
Um das Kreishaus in Schwelm gab es lange Streit
Bildquelle: WDR / Frank RognerWas folgte, war ein langes Ringen um eine günstigere Lösung zwischen der Kreisverwaltung und den Städten. Zwischenzeitlich gab es den Vorschlag, als Probelauf erst mal eine Etage zu sanieren, um den Aufwand zu testen. In dem am Montagabend verabschiedeten Beschluss des Kreistages ist diese Variante nun vom Tisch: Die komplette Sanierung soll so schnell wie möglich starten. Und zwar schrittweise.
Dabei gibt es mehrere Vorgaben: Die Sanierung soll im laufenden Betrieb passieren. Falls Mitarbeiter während der Arbeiten umgesiedelt werden müssen, sollten vorübergehende Anmietungen anderer Räume mit so wenig Kosten wie möglich verbunden sein. Und möglichst viel der alten Bausubstanz soll erhalten bleiben, um Kosten zu sparen.
Sanierung beschlossen: Aufatmen in Kreishaus und Rathäusern?
"Im Rahmen der Sanierung wird der Grundriss wesentlich verändert", heißt es in dem Beschluss. "Aktuell nicht nutzbare Flächen, wie beispielsweise Flure, werden als Büroflächen nutzbar gemacht. Die Haustechnik wird vollständig erneuert, Innenwände und Bodenbeläge werden erneuert, die Decken werden grundlegend, insbesondere brandschutztechnisch, ertüchtigt."
Der Landrat des Ennepe-Ruhr-Kreises: Jan-Christoph Schaberick
Bildquelle: WDR/Daniel ChurWie lang die Sanierung dauern soll, führt die Verwaltung mit Landrat Jan-Christoph Schaberick (SPD) an der Spitze nicht an. Dafür aber, dass das Kreishaus nach der Fertigstellung mindestens vierzig weitere Jahre genutzt werden soll. Das wichtigste aber: Die Kosten für den jetzt beschlossenen Plan liegen bei knapp 80 Millionen Euro über mehrere Jahre. Nicht mehr also 140 Millionen und nicht auf einen Schlag.
