In einem Industriepark an der Stockumer Straße in Witten-Annen lief am Freitagnachmittag ein Großeinsatz der Feuerwehr.
Bildquelle: Fernandez / News4 Video-Line TVGegen 13 Uhr 30 klingelt bei der Feuerwehr Herne das Telefon. Am Apparat eine Person mit Übelkeit. Kurze Zeit später startet die Feuerwehr einen ABC-Einsatz. Vierzig Minuten danach geht auch bei der Feuerwehr Witten ein Anruf ein. Im Industriegebiet hätte es einen Betriebsunfall gegeben. Auch hier rücken die Feuerwehrleute aus, etwa fünfzig Beamte sind im Dienst.
Beide Einsätze haben etwas gemeinsam: die Betroffenen sprechen von einer radioaktiven Substanz, die in einem Betrieb in Witten aufgetaucht sein soll. Der Mensch aus Herne war wohl mit ihr Kontakt gekommen. Die Feuerwehr wird aber später bei ihm keine Verstrahlung feststellen.
Verdächtiger Behälter: so groß wie ein Schuhkarton
Bei der betroffenen Firma wird dann ein verdächtiger Behälter gefunden. So groß wie ein Schuhkarton, wie die Feuerwehr Witten dem WDR später mitteilt. Und tatsächlich: der Behälter strahlt. Worum es sich genau handelt, können die Beamten aber lange nicht feststellen.
Um ihn herum wird ein Sicherheitsabstand von 100 Metern eingerichtet. Der schuhkartongroße Behälter wird dann in einen Strahlenschutzbehälter gepackt. Mittlerweile ist klar: bei der strahlenden Substanz handelt es sich um Cäsium. Das Alkalimetall kann in verschiedenen Formen auftreten. Als Cäsium 137 ist es radioaktiv.
In Witten soll in einem Industriepark an der Stockumer Straße radioaktiver Stoff ausgetreten sein.
Bildquelle: Fernandez / News4 Video-Line TVDie betroffene Firma nutzt laut Feuerwehr das Cäsium vermutlich als Prüfstrahler. Damit kann geprüft werden, ob ein Strahlungsmessgerät funktioniert.
Betriebsunfall noch ungeklärt
Wie es zum Austritt des radioaktiven Cäsiums kommen konnte, ist noch nicht bekannt. Der Strahlenschutzbeauftragte der betroffenen Firma war heute ebenfalls vor Ort. Mittlerweile hat das Bundesamt für Strahlenschutz den Fall übernommen und klärt, was nun mit dem Cäsium passiert.
Auch in Witten mussten drei Mitarbeitende des Betriebs auf Strahlung untersucht werden. Auch sie konnten, genauso wie der Kollege aus Herne, von den Einsatzkräften "frei gemessen" werden. Gefahr besteht laut Feuerwehr Witten nicht.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit der Feuerwehr Witten
- Reporter vor Ort
Sendung: WDR.de, Strahlende Substanz beschäftigt Feuerwehren stundenlang, 11.09.2026, 20:45 Uhr