Handwerker aus Hattingen droht Abschiebung – trotz Arbeitsplatz

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Lokalzeit aus Dortmund 19.12.2025 03:38 Min. Verfügbar bis 19.12.2027 WDR Von Christof Voigt

Handwerker aus Hattingen droht Abschiebung – trotz Arbeitsplatz

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Mohammad und Malika Alisso aus Hattingen und ihren beiden Kindern droht die Abschiebung. Alin Crasta, der Chef einer Hattinger Handwerksfirma und Chef von Mohammad, sagt: Das kann doch nicht wahr sein.

Von Christof Voigt
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Familie Alisso ist vor vier Jahren aus Syrien geflohen. Als Kurden hatten sie dort Angst, vor allem für die beiden Kinder war es dort nicht mehr sicher, sagen sie. Seit zweieinhalb Jahren sind die Alissos jetzt in Deutschland. Und seit einem Jahr arbeitet Mohammad Alisso mit einer Sondergenehmigung in Hattingen. Er ist voll integriert, bestreitet seinen Lebensunterhalt selbst und wird im Handwerk dringend gebraucht. Trotzdem sollen Alisso und seine Familie Deutschland wieder verlassen.

Abschiebung trotz Fachkräftemangel?

Alin Crasta und Mohammad Alisso sitzen nebeneinander auf einer Couch

Toller Mitarbeiter, fassungsloser Chef: Mohammad Alisso und Alin Crasta

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Als Alisso das Schreiben des Ennepe-Ruhr-Kreises öffnet, kann er zunächst nicht glauben, was dort steht. Es ist die "Bescheinigung über die vollziehbare Ausreisepflicht". Ihm droht jetzt die Rückführung nach Bulgarien, also in das Land, über das er aus Syrien in die EU eingereist ist. Als sein Chef Alin Crasta beim Kreis nachfragt, erfährt er, dass damit auch die zunächst bis 2029 erteilte Arbeitserlaubnis hinfällig ist.

Eine Katastrophe sei das, sagt Crasta. Er habe lange nach einem Mitarbeiter wie Alisso gesucht: "Mohammad ist ein super Mitarbeiter. Der kommt jeden Morgen zehn Minuten früher, erledigt alle Aufgaben, spricht jeden Tag ein bisschen besser Deutsch. Und er bestreitet seit einem Jahr seinen Lebensunterhalt selbst."

"Unser Land muss ein offenes Land bleiben für Einwanderung derer, die hier arbeiten wollen, die hier leben wollen und die sich in Deutschland integrieren wollen und können." Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am 08.12.2025 im ARD-Kanzlercheck

Genau das treffe auf Alisso und seine Familie zu, sie seien ein super Beispiel für gelungene Integration, sagt Crasta, der selbst vor knapp 20 Jahre aus Rumänien ins Ruhrgebiet gekommen ist und jetzt einen eigenen Betrieb in Hattingen hat. Auch Familie Alisso wolle sich hier etwas aufbauen und sich einbringen, sagt der gelernte Tischler. Wieso ausgerechnet jemand ausreisen soll, der einen festen Job hat und im Handwerk dringend gebraucht werde, versteht Crasta nicht.

Handwerkskammer fordert mehr Flexibilität von Behörden

Olesja Mouelhi-Ort von der Handwerkskammer Dortmund

Wünscht sich einen "Spurwechsel": Olesja Mouelhi-Ort

Bildquelle: WDR/Christof Voigt

Und auch die Handwerkskammer Dortmund sagt, das mache keinen Sinn. Ganz im Gegenteil, das verprelle Betriebe, weil der Arbeitgeber ja bereits einem Menschen eine Chance gegeben hat, sich mit ihm auseinandergesetzt und ihn "on the job" trainiert habe. "Und wenn jetzt dieser Mensch zurückgeschickt werden müsste, wäre das glaube ich, sehr bitter für den Betrieb", sagt Olesja Mouelhi-Ort, eine der Geschäftsführerinnen der Dortmunder Handwerksammer.       

"Wir brauchen die Zuwanderung von leistungsbereiten Menschen, damit wir die Folgen der demographischen Entwicklung abfedern können." Olesja Mouelhi-Ort, Geschäftsführerin Gewerbe- und Wirtschaftsförderung Handwerkskammer Dortmund

Das Handwerk wünsche sich in solchen Fällen den sogenannten "Spurwechsel", das heißt den direkten Wechsel vom Asylverfahren in ein Aufenthaltsrecht, sagt Mouelhi-Ort. Der Fall von Alisso sei kein Einzelfall. Dabei brauche das Handwerk dringend Arbeitskräfte. Für Menschen wie Alisso sollten "alle gesetzlichen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um Bleibeperspektiven zu schaffen", so die Geschäftsführerin, "wenn notwendig, mit einer entsprechenden Anpassungsqualifizierung".

Kreis will den Fall nicht kommentieren

Diese Einschätzung schützt die Alissos nicht vor der Abschiebung. Der Ennepe-Ruhr-Kreis hat allen Familienmitgliedern die "Bescheinigung über die vollziehbare Ausreisepflicht" geschickt. Fragen dazu will der Kreis nicht beantworten. In einem Telefonat teilt ein Pressesprecher mit: "Wir wollen nicht bewerten, ob eine Rückführung sinnvoll ist oder nicht." Die Familie sei über Bulgarien sicher eingereist und auf dieser Grundlage sei der Ennepe-Ruhr-Kreis für die Rückführung zuständig.

Chef Crasta will jetzt um seinen Mitarbeiter kämpfen. Der Hattinger Handwerker hat den Petitionsausschuss des nordrheinwestfälischen Landtags angeschrieben. Damit einer seiner besten Mitarbeiter vielleicht doch in Deutschland bleiben darf.

Handwerker aus Hattingen droht Abschiebung – trotz Arbeitsplatz

WDR Studios NRW 19.12.2026 00:18 Min. Verfügbar bis 19.12.2027

Unsere Quellen:

  • Interview mit Mohammad und Malika Alisso
  • Interview mit Alin Crasta
  • Interview mit Olesja Mouelhi-Ort, Geschäftsführerin Gewerbe- und Wirtschaftsförderung bei der Handwerkskammer Dortmund
  • Ennepe-Ruhr-Kreis

Sendung: WDR 2, Lokalzeit Ruhrgebiet, 19.12.2025, 13:30 Uhr

Kommentare zum Thema

104 Kommentare

  • 104 Jürgen 21.12.2025, 14:18 Uhr

    Was ist nur los mit Deutschland??Es werden dringend Handwerker gesucht...Aber Hauptsache wir halten uns an unsere beschissenen Vorgaben. Bitte die abschieben,(noch besser erst garn nicht reinlassen) die nur unsere Sozialkassen leermachen ohne zu arbeiten.Es wird doch immer verlangt sich zu integrieren.......und solche Leute werden dann abgeschoben. Bitte nicht falsch verstehen, ich bin strikt gegen [Illegale) Migration, wenn es nach mir gehen würde, würden nur Leute in unser Land reingelassen werden die auch arbeitswillig sind und sich integrieren lassen wollen uns mit einer klaren Obergrenze.Es gibt genug Länder die dies erfolgreich praktizieren.Verbrecher und Sozialsystem Plünderer benötigen wir nicht.Aber bei der nächsten Bundestagswahl wird sich dies hoffentlich erledigen.Vom dummen gerede der letzten Regierungen hat das Volk die Schnautze voll.

  • 103 Anonym 21.12.2025, 14:08 Uhr

    Fakt ist, sie sind über ein sicheres Land eingereist. Man sollte auch die bestehenden Gesetze achten. Der Arbeitgeber kann ja ein Arbeitsvisum für ihn beantragen damit er legal einreisen darf. Diese Stimmungsmache ist echt übel…. jeder sollte sich an Recht und Gesetz halten

  • 102 Hw.Reiner 21.12.2025, 13:55 Uhr

    Es ist eine Schande, dass unsere Behörden so sinnlos arbeiten. Die Schmarotzer und Verbrechen dürfen bleiben und Leute die sich anpassen, sich integrieren und den Staat nicht belasten schickt man zurück. Kein bisschen Fingerspitzengefühl. Voraussetzung das die Beschreibung der Familie den Tatsachen entspricht. Was ich allerdings für glaubwürdig halte. Ich wünsche mir zu Weihnachten das unsere Bürokraten den Fall nochmal genau überdenken!!!

  • 101 PG. Dahl 21.12.2025, 13:50 Uhr

    Traurig, traurig. Mit diesen unbeweglichen Gesetzes Vorgaben kriegen wir unsere Gesellschaft langsam aber sicher kaputt. Arbeitsplätze sind Mehrwerte für die ganze Gesellschaft. Frohe Weih-nachten.

  • 100 Marion Rogowski 21.12.2025, 11:15 Uhr

    Es ist unfassbar, wie dumm kann ein Land, eine Regierung sein? Diese voll integrierte Familie sollte keine Probleme haben, in Deutschland bleiben zu dürfen. Solche Menschen brauchen wir. Über 100 Gefährder allein in NRW werden 24 Stunden überwacht....anstatt abgeschoben zu werden. Es wäre kein Problem, Asylanten, Migranten zu überprüfen und gezielt die auszuweisen, die sich nicht integrieren wollen, die unseren westlichen Lebensstil verabscheuen, die Verbrechen aller Art begangen haben. Aber nein, es werden liebe, nette Familien ausgewiesen.....ist wahrscheinlich gut für die Statistik....wegen der Zahl. Sie haben einen Pass und es ist vermutlich relativ einfach, eine eingeschüchterte Familie abzuschießen, als einen Verbrecher. Und im schlimmsten Fall werden sie noch nachts aus dem Bett geklingelt und müssen sofort los.....eine Katastrophe für diese Menschen. So sollte man mit den zahlreichen Verbrecher-Migranten umgehen. Auch aus diesem Grund bin ich AFD Wähler

  • 99 Angelica 21.12.2025, 08:23 Uhr

    Liebe Familie Alisson, ich bin auch nicht einverstanden, dass sie abgeschoben werden und es macht mich wütend und traurig. Sie sind hier gerne gesehen und auch ihre Kinder. Sie sind besser als viele faule hier im Land, die rechte Parolen schreien und kein Mitgefühl haben. Der Kanzler und die, die dieses Gesetz für richtig halten sind in Wirklichkeit im Herzen und in der Seele kein gutes Beispiel für unsere Kinder. Sicher wird er mit seine Familie schön warm Weihnachten feiern, ohne Gewissen -wisse. Das erinnert mich stark an die Zeit des Schreckens in Deutschland. Die Werte der doppelte Moral hat hier viele junge Menschen verdorben. Zum Glück sind die meisten aber schlauer und kämpfen für Menschen wie sie. Ich wünsche ihnen viel Erfolg im Kampf ums das Bleiberecht!

  • 98 Unbekannt 21.12.2025, 08:13 Uhr

    Sozialschmarotzer und Verbrecher dürfen in unserem Land bleiben. Genießen das Leben von unseren Steuergelder und die Menschen, die sich voll integrieren müssen Deutschland verlassen. Wie peinlich ist das denn. Unsere Regierung treibt uns in den Ruinen.

  • 97 Anonym 21.12.2025, 08:04 Uhr

    Rechtlich hat das Amt Recht. Syrer sind seinerzeit mit einer Duldung unter Annahme politischer Verfolgung hier aufgenommen worden. Die Ausgangslage in syrien hat sich verändert, die Voraussetzungen für die Duldung sind nicht mehr gültig, damit gilt die Duldung nicht mehr. Nur würde ich von Behörden erwarten hier die Menschen mit einzubeziehen. Will der Mensch in Deutschland bleiben, bringt er einen Mehrwert für die Gesellschaft (sprich, liegt er der Gesellschaft nicht auf der Tasche), hat er zumindest versucht sich zu integrieren? Da haben Behörden durchaus Möglichkeiten entsprechende visa auszustellen statt nur abzuschieben.

  • 96 Martin 21.12.2025, 07:41 Uhr

    Man schüttelt nur noch fassungslos den Kopf. Habe einen Betrieb in HH, und bei mir arbeitet ein bestens integrierten Mitarbeiter aus dem Iran (29 Jahre, Master der Elektrotechnik, geflohen, weil er Christ geworden ist und nun soll er abgeschoben werden in den sicheren Tod. Da packt mich die blanke Wut über die Arroganz der politischen Entscheider und ich werde von Tag zu Tag politikverdrossener.

  • 95 Remigrator 21.12.2025, 07:33 Uhr

    Toll, als Handwerker kann er ja dann mithelfen Syrien wieder aufzubauen.

  • 94 Peter 21.12.2025, 07:04 Uhr

    Ist doch schön einfach Sie wissen wo er wohnt, jeden Morgen hingeht, den greifen sie auf dem Weg zur Arbeit. Es scheint er hält sich an recht und Gesetz will für sich und seine Familie ein besseres Leben, so wie ich das als Alter Weißer Man das für meine Familie auch will. Der ist Integriert also läst der sich ein flacher abschieben ohne Wiederstand als ein Islamistischer Gefärder!! So wird Gefahrlos seine Quote erfüllt. Menschen die wir wollen müssen gehen Messerstecher können bleiben ! Das Prinzip erst das leichte abarbeiten dann kannst du schon mal was vorweisen „ Ist in diesem Fall zu einfach“

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