Familie aus Herdecke sammelt Spenden
Bildquelle: HerdeckeHilft!WDR. 58 Sek.. Verfügbar bis 04.09.2028.
Als Rebecca Schulte vergangene Woche die Bilder der schweren Flutkatastrophe in Nepal sah, war sie entsetzt. Seit vielen Jahren engagiert sich die 24-Jährige gemeinsam mit ihrem Vater vor Ort.
Seit dem Beginn der Sturzflut steht sie täglich mit Freunden in Nepal in Kontakt. Sie leben in Dhading, einer der betroffenen Regionen, und machen sich große Sorgen um vermisste Angehörige.
"Sie leben gerade mit dem Gedanken: Vielleicht ruft mein alter Klassenkamerad und Freund gleich an und wir wissen, dass er lebt. Und dann im Stillen mit dem Gedanken: Was ist wenn er nicht gefunden wird?" Rebecca Schulte
Das Rote Kreuz schätzt, dass insgesamt mehr als 90.000 Menschen von der Tragödie betroffen sind. Zahlreiche Häuser und Infrastruktur wurden zerstört. Vor einem Jahr war Rebecca noch selbst mit ihren Eltern, ihrer Schwester und ihrem Freund in Nepal. Genau in der Region, die nun von den Wassermassen verwüstet wurde.
Die Sturzflut hat alles zerstört. Eines der Fotos, die Rebeccas Freunde aus Nepal geschickt haben.
Bildquelle: HerdeckeHilft!Für Rebecca war klar: Sie will so schnell wie möglich helfen. Bereits seit 2015 engagiert sie sich mit ihrem Vater im Rahmen der privaten Familieninitiative "HerdeckeHilft!" für Menschen in Nepal. Über Jahre ist eine enge Verbindung mit dem Land und den Menschen entstanden.
Wie aus einer Reise ein Herzensprojekt wurde
2013 erfüllte sich Vater Marc Schulte einen lang gehegten Traum: Eine Reise zum Mount Everest. Während seines Aufenthalts lernte er einen Sherpa kennen, einen Bergführer. Die beiden wurden Freunde. Zwei Jahre später erschütterte ein schweres Erdbeben Nepal. Das Dorf des Sherpas wurde nahezu vollständig zerstört. Auch eine Schule wurde zerstört.
Marc Schulte am Basislager des Mount Everest
Bildquelle: HerdeckeHilft!Rebecca Schulte war damals 13 Jahre alt. Ihr erster Gedanke: Ich will helfen. "Ich habe Muffins gebacken und verkauft", erzählt sie. So wollte sie Geld für eine neue Schule sammeln. Später hielt sie mit ihrem Vater Vorträge an der Volkshochschule und warb um weitere Unterstützung.
10.000 Euro für den Wiederaufbau einer Schule
Zwischen 2015 und 2017 sammelten sie rund 10.000 Euro für den Wiederaufbau der Schule. Zur Eröffnung reisten Vater und Tochter nach Nepal. "Uns ist ganz wichtig zu erwähnen, dass wir die Projekte gemeinsam mit vielen wundervollen Menschen umgesetzt haben. Allein könnte man in zwei Jahren keine Schule wieder aufbauen" sagt Rebecca.
Mit einer Spende von 10.000 Euro unterstützte die Familieninitiative „HerdeckeHilft!“ den Wiederaufbau einer Schule in Nepal.
Bildquelle: HerdeckeHilft!Auch nach dem Wiederaufbau engagierten sich Rebecca und ihre Familie weiter für Nepal. Gemeinsam mit dem Verein "Freunde Nepals" unterstützten sie weitere Hilfsprojekte, darunter Augenoperationen für Menschen in abgelegenen Regionen.
Erst im vergangenen Jahr begleiteten sie vor Ort einen Einsatz von Augenärzten. "Das ist so schön, wenn du Menschen vor dir hast und die nehmen die Augenbinde ab und sehen dich plötzlich und fangen an zu weinen. Da muss ich dann auch weinen", erzählt Rebecca. Solche Momente zeigen ihr, dass sich die Arbeit lohnt.
Notunterkünfte für Opfer der Flutkatastrophe
Angesichts der aktuellen Katastrophe haben Rebecca Schulte und ihr Vater nun eine neue Spendenaktion gestartet. Die Erlöse sollen der Hilfsorganisation ShelterBox zugutekommen, die Menschen nach Naturkatastrophen mit Notunterkünften versorgt.
Jede sogenannte ShelterBox enthält unter anderem ein Zelt und weitere wichtige Ausrüstung, die eine Familie in einer Notsituation benötigt. Die Kosten pro Box liegen bei rund 480 Euro. "Mit einer Box holt man eine Familie aus der Obdachlosigkeit", erklärt Rebecca. Mit den Spendengeldern sollen möglichst viele Menschen in den Flutgebieten Notunterkünfte bekommen.
Unsere Quellen:
- Interview mit Rebecca Schulte
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Dortmund, 04.09.2026, 19:30 Uhr
