Rudi Assauer mit Tochter Bettina Michel

Wird Assauers Tochter Bettina Michel doch noch angeklagt? Der Fall liegt jetzt beim Oberlandesgericht in Hamm

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Betrugsvorwürfe Anklage gegen Assauer-Tochter doch noch nicht vom Tisch

Stand:

Die Staatsanwaltschaft Essen will erreichen, dass doch Anklage gegen die Tochter von Rudi Assauer, Bettina Michel, erhoben wird.

Die Staatsanwaltschaft Essen hält an den Betrugsvorwürfen gegen Bettina Michel fest. Deshalb hat sie nach WDR-Informationen sofortige Beschwerde gegen den Beschluss des Essener Landgerichts von vergangener Woche eingelegt, in dem die Anklage gegen Rudi Assauers Tochter abgelehnt wurde. Die Staatsanwaltschaft Essen hat das mittlerweile bestätigt.

Betrugsvorwürfe: Wird Assauer-Tochter doch angeklagt?

WDR 31.08.2026 46 Sek. Verfügbar bis 30.08.2028

Betrugsvorwurf gegen Assauers Tochter

Vor einer Woche hatte das Landgericht Essen mitgeteilt, die Anklage gegen Bettina Michel nicht zuzulassen. Michel, sowie einer langjährigen Privatsekretärin und einem Bekannten des verstorbenen Schalke-Managers wird unter anderem Betrug vorgeworfen.

Für diesen Vorwurf, insbesondere den gewerbsmäßigen Bandenbetrug in zwei Fällen, gebe es keinen "hinreichenden Tatverdacht", wie Matthias Murawski, der Sprecher des Landgerichts Essen, dem WDR vergangenen Donnerstag sagte. "Deshalb wurde die Anklageschrift aus rechtlichen Gründen nicht zugelassen."

Gegen diese Entscheidung geht die Essener Staatsanwaltschaft nun vor. Jetzt muss sich die nächste Instanz, also das Oberlandesgericht in Hamm, mit dem Fall beschäftigen.

Gericht lässt Anklage gegen Assauers Tochter nicht zu

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WDR 59 Sek. Verfügbar bis 26.08.2028

Schwere Vorwürfe gegen Assauers Tochter

Rudi Assauers Tochter soll sich laut Staatsanwaltschaft zusammen mit den beiden anderen Beschuldigten zu Unrecht am Vermögen Assauers bereichert haben. Verschiedene Medien hatten darüber berichtet. Unter anderem sollen Michel und Co. noch zu Lebzeiten des Fußballmanagers zwei seiner Immobilien verkauft haben, ohne dazu berechtigt gewesen zu sein.

Für den Verkauf sollen sie eine nicht mehr gültige Generalvollmacht aus dem Jahr 2012 vorgelegt haben - in dem Wissen, dass Rudi Assauer selbst wegen seiner Demenz zu diesem Zeitpunkt nicht mehr geschäftsfähig gewesen sei. 2019 ist Rudi Assauer im Alter von 74 Jahren nach langjähriger Alzheimer-Erkrankung gestorben.

Zeit-Journalist Stefan Willeke sieht die Entscheidung kritisch

Stefan Willeke, der Chefreporter der Wochenzeitung "Zeit", sieht die Entscheidung sehr kritisch. Er berichtet seit Jahren über den Fall: "Dass kein Vermögensschaden für Rudi Assauer eingetreten sein soll, ist für mich völlig unplausibel. Wenn ich die ungültige Generalvollmacht eines Demenzkranken habe und stecke mir über Immobiliengeschäfte fast 800.000 Euro in die eigene Tasche, dann ist doch etwas Gravierendes vorgefallen. Dass da kein Vermögensschaden entstanden sein soll, ist für mich eine Interpretation aus einer anderen Welt."

Stefan Willeke auf einer Bühne mit einem Mikrofon in der Hand

Stefan Willeke, Chefreporter der ZEIT, äußert sich zu der Entscheidung.

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Er habe "Aktenordner voller Belege" und sich selten so in einen Fall wie diesen vertieft. "Die Indizien sind und waren erdrückend", sagt Willeke. "Ich würde mir diesen Gerichtsbeschluss als Staatsanwalt nicht bieten lassen, wenn ich vorher sechs Jahre ermittelt hätte."

Unsere Quellen:

  • Landgericht Essen
  • DPA
  • WDR-Gespräch mit Stefan Willeke

Sendung: WDR.de, Anklage gegen Assauer-Tochter nicht zugelassen, 26.08.2026, 11:40 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Ruhr, 26.08.2026, 18:08 Uhr

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