Sieben Männer und Frauen des Fanklubs "Haifischbande" stehen hinter einem Banner und halten Schals hoch.

Wiedereröffnung der Eishalle in Gelsenkirchen nach sieben Jahren

Bildquelle: WDR/Andreas Artz

Tränen und Jubel So emotional war das Comeback der Eishalle Gelsenkirchen

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Die Eishalle in Gelsenkirchen hat nach über sieben Jahren wieder eröffnet. Beim Start gab es Tränen, Erinnerungen kamen hoch - und der Nachfolgeverein des Traditionsklubs Schalker Haie stellte einen Rekord auf.

Blau, Gelb, Grün, Orange, Rot: Kunterbunt leuchtet es auf dem Eis in der Gelsenkirchener Emscher-Lippe-Halle. Aus den Boxen dröhnt Discomusik. Dann, um Punkt 18 Uhr, kommt das Zeichen: Innerhalb von Sekunden gleiten hunderte Eislauf-Fans aufs Eis, einige recken jubelnd die Arme in die Luft.

Mehrere Menschen laufen auf Schlittschuhen übers Eis in der Eishalle, die mit roten, grünen und lila Discolichtern erleuchtet ist

Bei der ersten Eisdisco nach der Wiedereröffnung war einiges los

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Es ist der Moment, auf den sie seit über sieben Jahren gewartet haben. So lange war die Gelsenkirchener Eishalle geschlossen, weil sie etwa als Corona-Impfzentrum oder Unterkunft für Geflüchtete genutzt worden war. Am Samstag gab es nun das Comeback.

Gelsenkirchener Eishalle weckt Erinnerungen an erste Liebe

Einer der ersten auf dem Eis ist Jens Gabelmann. "Das ist das beste Gefühl überhaupt", schwärmt der 29-Jährige, als er kurz an der Bande hält. Er verbindet viele Erinnerungen mit der Eishalle: "Ich bin hier groß geworden und habe hier Schlittschuhlaufen gelernt. Das ist mein Zuhause."

Einige Meter weiter gleitet Michaela Lügger übers Eis. Auch sie war schon als Jugendliche bei der Eisdisco. "Ich verbinde meine erste große Liebe mit dieser Halle", erzählt Lügger, die mit ihrer Tochter zur Wiedereröffnung gekommen ist. Umso größer ist die Freude über das Comeback.

Michaela Lügger steht auf dem Eis und umarmt ihre Tochter, im Hintergrund sind Discolichter und andere Gäste auf dem Eis zu sehen

Endlich wieder Eislaufen: Michaela Lügger (links) und ihre Tochter Sunny freuen sich

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"Das ist wie Heimat, als würde man nach Hause kommen. Das ist richtig geil." Michaela Lügger, Besucherin

Wichtiges Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche

Für die Musik ist an diesem ersten Abend Sven Pocivalnik zuständig, einer von zwei DJs. Per QR-Code können ihm die Besucherinnen und Besucher Musikwünsche schicken. Pocivalnik hat schon 2001 als DJ bei der Eisdisco in der Gelsenkirchener Eishalle angefangen und war auch bei der bisher letzten Ausgabe im Jahr 2019 dabei.

DJ Sven Pocivalnik am Mischpult in der Gelsenkirchener Eishalle, daneben steht ein weiter DJ.

DJ Sven Pocivalnik (rechts) sorgt bei der Eisdisco für gute Musik

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Er freut sich vor allem für die vielen Kinder und Jugendlichen, die auf dem Eis umhersausen: "Ich bin einfach froh, dass die Spaß am Eislaufen haben und dass es jetzt in Gelsenkirchen wieder etwas zu tun gibt. Wir haben sonst ja gar nichts mehr hier", meint er.

Große Tradition: Schalker Haie sind zurück in Gelsenkirchen

Schon am Nachmittag ist in der Eishalle einiges los: Saisoneröffnung beim Eishockeyverein EHC Gelsenkirchen, der zuletzt in andere Hallen ausgewichen war, teilweise bis nach Bielefeld. Es ist der Nachfolgeverein des Ex-Zweitligisten Schalker Haie, der in den 80er- und 90er-Jahren Tausende Fans in die Eishalle am Sport-Paradies lockte.

Diese Tradition ist auch jetzt bei der Saisoneröffnung des in der Bezirksliga spielenden EHC zu spüren. Während unten auf dem Eis die Mannschaften vorgestellt werden, jubeln einige hundert Fans auf der Tribüne ihnen zu. Einige haben genau die Plätze gewählt, wo sie schon damals bei den Spielen der Schalker Haie saßen oder standen.

Eine Gruppe sticht besonders hervor: Alle tragen alte Trikots der Schalker Haie und stimmen immer wieder Fangesänge an, darunter Richard Schütteck.

"Ich habe Gänsehaut. Wir haben vor 30 Jahren schon hier im Fanblock gestanden." Richard Schütteck, Fan der Schalker Haie

Dauerkartenrekord und sogar ein neuer Fanclub

Dass der EHC sportlich weit von den Erfolgen der Schalker Haie entfernt ist, stört ihn und die anderen Fans nicht. "Wir wollen Eishockey erst mal wieder in Gelsenkirchen etablieren. Ziel ist, dass so viele Zuschauer kommen wie möglich", sagt Schütteck. Dann zeigen er und seine Freunde stolz ihre Dauerkarten für die neue Saison.

Sechs Männer stehen in alten Trikots der Schalker Haie in der Gelsenkirchener Eishalle und halten ihre Dauerkarte in die Kamera.

Haben sich schon eine Dauerkarte gesichert: Richard Schütteck (3. v. r.) und seine Freunde in den alten Trikots der Schalker Haie

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Über 250 Stück verkauft der Club allein bei der Saisoneröffnung - Rekord seit vielen Jahren. Und nicht nur das: Es gibt sogar einen Fanclub, der sich nach der Ankündigung, dass die Eishalle wieder eröffnet wird, gegründet hat. Das Banner der "Haifischbande" prangt unten im Stehplatzbereich.

"Das war eigentlich eine Schnapsidee", erzählt Eishockeyfan Stephan Mainzer, der den Fanclub mit seinem Nachbarn Timo Wierzoch gegründet hat. "Ich war als Kind schon bei den Haien, da kommen Kindheitserinnerungen hoch", ergänzt Wierzoch.

Freudentränen beim EHC Gelsenkirchen

Zuerst hatten sie Social-Media-Posts des Vereins kommentiert, um auf ihren Fanclub aufmerksam zu machen. Mittlerweile zählt ihre Facebook-Gruppe für Haie-Fans fast 800 Mitglieder. "Ich hätte nie damit gerechnet, dass das so groß wird. Das ist Wahnsinn", sagt Wierzoch. Vor dem ersten Heimspiel am 24. Oktober planen sie sogar einen Fanmarsch.

Mehrere Kinder spielen in der Eishalle in Gelsenkirchen Eishockey

Bei der Saisoneröffnung des EHC Gelsenkirchen absolvierten auch einige Nachwuchsteams eine Trainingseinheit

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Die große Euphorie rund um das Comeback in Gelsenkirchen findet EHC-Geschäftsführer Matthias Begel "einfach überwältigend". Beim WDR-Interview am Rande der Saisoneröffnung hat er Tränen in den Augen - und das gilt auch für viele andere Vereinsmitglieder an dem Tag, wie er erzählt:

"Die haben jahrelang etwas vermisst. Viele sagen 'Auf den Moment habe ich mein Leben lang gewartet.' Die hatten Tränen in den Augen." Matthias Begel, Geschäftsführer EHC Gelsenkirchen

Rund 400 Gäste beim Comeback-Eislaufen in Gelsenkirchen

Zurück zur Eisdisco am Abend. Der neue Betreiber Martin Brodde spricht später von rund 400 Besucherinnen und Besuchern beim Comeback-Eislaufen. "Ich bin absolut zufrieden mit dem Start", sagt er: "Es sind viele junge, lachende Gesichter, die sich freuen, dass sie wieder aufs Eis dürfen."

Er hofft, dass die Eishalle nun auch weiter so gut angenommen wird. Die Eissaison geht bis März 2027, freitag- und samstagabends immer mit den kunterbunten Discolichtern.

So emotional war die Eröffnung der Eishalle in Gelsenkirchen

WDR 20.09.2026 50 Sek. Verfügbar bis 19.09.2028

Unsere Quellen:

  • Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
  • WDR-Gespräch mit Besuchern der Eishalle
  • WDR-Gespräch mit Stephan Mainzer und Timo Wierzoch, Gründer des Fanklubs "Haifischbande"
  • Matthias Begel, Geschäftsführer EHC Gelsenkirchen
  • WDR-Gespräch mit Martin Brodde, Betreiber der Eishalle Gelsenkirchen

Sendung: WDR.de, So emotional war das Comeback der Eishalle in Gelsenkirchen, 20.09.2026, 12:58 Uhr

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