Felix Eckel an einem Amboss, im Hintergrund offenes Feuer

Felix Eckel in seinem Element.

Schmiedetreffen in Hagen Wenn junge Menschen ins alte Handwerk wechseln

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Feuer, Amboss und glühendes Eisen: Beim Jungschmiedetreffen im LWL-Freilichtmuseum Hagen arbeiten 30 Nachwuchsschmiede an einem gemeinsamen Kunstwerk. Besucher können ihnen dabei zusehen und die Faszination für Metallgestaltung erleben.

Von Alexander Brauer

Wenn Felix auf das Eisen schlägt, dann ist das auch Musik in seinen Ohren. Der 25-Jährige hatte eigentlich Musik und Philosophie auf Lehramt studiert, nach neun Semestern aber alles hingeschmissen. Seit einem Jahr macht er die Ausbildung zum Schmied.

"Das Material, mit dem man hier arbeitet, ist deutlich geduldiger", sagt Felix und blickt lächelnd auf das glühende Eisen. Die Arbeit mit Kindern habe ihm Spaß gemacht. Als er jedoch merkte, dass er nicht sein gesamtes Berufsleben im Klassenzimmer verbringen möchte, wusste er: Das ist nicht der richtige Weg für ihn.

Mehrere Schmiede stehen nebeneinander und arbeiten

30 Jungschmiede und -schmiedinnen treffen sich im LWL-Freilichtmuseum Hagen.


Unter dem Motto "Feuer verbindet", verbringen 30 Jungschmiede diese Woche im LWL-Freilichtmuseum in Hagen, darunter auch zwei Schmiedinnen. 

"Der Beruf erlebt inzwischen eine Art Renaissance", sagt Thomas-Maria Schmidt, Präsident des Internationalen Fachverbands Gestaltender Schmiede (IFGS e.V.). Vor fast zehn Jahren hatte er das Jungschmiedetreffen als Reaktion auf den Fachkräftemangel ins Leben gerufen.

Schmiede verdienen heute wie Akademiker

"Allein als Restauratoren im Handwerk. Wir haben so einen Restaurationsrückstau überall in der Bundesrepublik, dass die händeringend gesucht werden. Und mittlerweile verdient man wie ein Akademiker oder Architekt", sagt Schmidt.

"Wir arbeiten mit 3D-Druck, mit Drohnen und auch mit Induktion." Thomas-Maria Schmidt, Präsident IFGS e.V.

Im Freilichtmuseum stehen die Schmiede in einer historischen Kulisse und können von Besuchern beobachtet werden. Heute heißt der Beruf "Metallbauer Fachrichtung Metallgestaltung" und hat sich stark verändert.

Traditionelles Handwerk trifft moderne Technik

Ein bärtiger Mann hält eine geschmiedete Figur in die Kamera

Wenn Eisen lebendig wird: Kees Klaassen schmiedet Figuren.


An einem kleinen Ofen steht Kees Klaasen aus den Niederlanden. Er gilt als Ausnahmetalent. Mit einem Presslufthammer formt er Figuren und Gesichter und lässt das Metall lebendig werden. Auch Holz kann er mit großer Präzision schnitzen.

Ein schmiedeeisernes Zaunelement, in dem zwei Hämmer eingearbeitet sind

Der Zaun, den die Jungschmiede gemeinsam fertigen.


Gemeinsam gestalten die Jungschmiede einen Zaun, in den sie historische Werkzeuge einarbeiten. Am Wochenende soll er dem Museum übergeben werden. Felix schmiedet dafür eine Schere. Auch das ist schweißtreibend, aber ihn fasziniert die Arbeit mit dem Feuer und dem glühenden Eisen. Er ist froh, die mutige Entscheidung getroffen zu haben: Der Wechsel vom Studium ins Handwerk.

Wenn junge Menschen ins alte Handwerk wechseln

WDR 23.06.2026 00:33 Min. Verfügbar bis 24.06.2028

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Unsere Quellen:

  • WDR-Gespräch mit Thomas-Maria Schmidt, Präsident IFGS e.V.
  • WDR-Gespräch mit Felix Eckel, Metallgeschalter in Ausbildung
  • WDR-Gespräch mit Kees Klaassen, Metallgestalter aus den Niederlanden
  • Eindrücke des WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR 2 Ruhrgebiet, Lokalzeit, 23.06.2026, 14:31 Uhr

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