Wasserpflanze stört Segler
WDR. 02:36 Min.. Verfügbar bis 16.07.2028.
Wolfgang Schürmann steckt eine lange Harke ins Wasser und zieht kiloweise Grün raus. Der Vorsitzende des Yacht-Clubs Harkortsee steht auf einem Bootssteg. Die wenigen Boote im Wasser sind von einem grünen Teppich umgeben. Gerade wuchert im Harkortsee die Wasserpflanze Elodea, auch Wasserpest genannt. Und die macht Segeln im Moment unmöglich. "Wenn wir fahren wollen, bleiben wir einfach stecken", erzählt Wolfgang Schürmann.
Pflanzen wuchern vom Grund bis an die Wasseroberfläche
Die Elodea wächst vom Grund bis zur Wasseroberfläche in einem dichten Gestrüpp. Die Kiele und Ruder der Boote verfangen sich darin. Das kann gefährlich werden. Im vergangenen Jahr ist ein Boot gekentert, nachdem es sich festgefahren hatte.
Der Harkortsee in Wetter ist voll mit der Wasserpflanze Elodea, auch Wasserpest genannt.
Durch den heißen Juni ist die Pflanze in diesem Jahr besonders früh und stark im Harkortsee gewachsen. Die Mitglieder des Yacht-Clubs können sich nicht erinnern, dass es schon mal so schlimm war.
Einzige Abwehrmaßnahme ist ein Mähboot
Die einzige funktionierende Methode, die Wasserpest zu bekämpfen, ist ein Mähboot. Das stellt der Ruhrverband den Seglern zur Verfügung. Allerdings gibt es nur ein kleines Boot für den Harkortsee und den benachbarten Hengsteysee und das ist beim Einsatz beschädigt worden. Deshalb wächst die Pflanze aktuell ungestört weiter.
Gefahr für den Yacht-Club
Die Pflanze ist für die Segler und den Club nicht nur ärgerlich, sondern mittlerweile existenzbedrohend. Viele Mitglieder ließen ihre Boote gar nicht mehr ins Wasser, sagt der Vorsitzende Wolfgang Schürmann, sondern wechseln an andere Gewässer. Auch eine geplante Kinderfreizeit in den Ferien in der kommenden Woche könne nur eingeschränkt stattfinden.
Wasserpest ist Zeichen für gutes Wasser
Die Elodea selber ist für das Wasser und die Trinkwasserversorgung völlig ungefährlich. Im Gegenteil: Die Wasserpest ist ein Zeichen für die gute Wasserqualität in der Ruhr. Sonst würde die Pflanze nicht wachsen.
Die Wasserpest ist für die Segler und den Club mittlerweile existenzbedrohend.
Dabei wächst sie in den Ruhrseen nicht überall gleichermaßen stark: Der Hengsteysee in Herdecke ist in dieser Saison vergleichsweise wenig betroffen. Warum das so ist, weiß der Ruhrverband nicht. Auf jeden Fall könne man daraus keine Rückschlüsse für eine wirksame Bekämpfung ziehen, so eine Sprecherin.
Nicht nur Elodea ein Problem
Die Elodea ist ein seit Jahren wiederkehrendes Phänomen. Ende August stirbt sie im Normalfall ab, so dass die Gewässer dann wieder befahrbar sind. Allerdings gibt es im Essener Baldeneysee in diesem Jahr ein neues Problem. Dort hat sich neuartiges Laichkraut ausgebreitet und wuchert den See zu. Deshalb mussten die Deutschen Juniorenmeisterschaften im Rudern Ende Juni nach Krefeld verlegt werden.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporter am Harkortsee
- Interview mit Wolfgang Schürmann vom Yacht-Club Harkortsee
- Interview mit Bernhard Vogeler vom Yacht-Club Hartkortsee
- Informationen des Ruhrverbands
Sendung: WDR 2 Ruhrgebiet, Lokalzeit, 16.07.26, 17:31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Dortmund, 16.07.2026, 19:30 Uhr
