Polizei Hamm warnt Senioren mit Kinderbildern vor Telefonbetrügern

Polizei Hamm warnt Senioren mit Kinderzeichnungen vor Betrügern

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Die Polizei in Hamm will Senioren in der Stadt vor Telefonbetrügern schützen und für das Thema sensibilisieren. Deswegen hat sie die Kampagne "Kinder malen für Senioren" entwickelt. Mehrere Grundschulen aus Bockum-Hövel haben sich mit Bildern an der Aktion beteiligt.

Von Lars Faulenbach

Mit einem Lächeln begrüßt Marianne Bähler die beiden Viertklässler Laura Pesch und Enno Süllwold an ihrer Wohnungstür in Hamm-Bockum-Hövel und bittet sie in ihr Wohnzimmer. Dort übergeben die beiden ihr einen Umschlag mit einem Flyer der Polizei und zwei Bildern.

Kinder unterstützen Polizei bei Kampagne gegen Betrüger

Das eine zeigt einen Senioren, in dessen Wohnzimmer das Telefon klingelt, auf der anderen Seite ist eine finstere Gestalt zu sehen. Darüber hat Enno die Worte "Betrüger" und "Achtung" geschrieben. Mit seinem Bild will er Senioren vor Telefonbetrügern warnen: "Ich finde das gemein und ungerecht, was die machen. Die nehmen Senioren Geld weg."

Laura Pesch und Enno Süllwold im Wohnzimmer von Marianne Bähler. Sie übergeben ihr einen Umschlag

Laura Pesch und Enno Süllwold übergeben Marianne Bähler in ihrem Wohnzimmer den Flyer und ihre Bilder

Das andere Bild hat eine Freundin von Laura gemalt, die bei der Übergabe nicht dabei sein kann. Marianne Pesch freut sich trotzdem: "Das habt ihr toll gemacht. Und es ist ja wichtig, davor zu warnen." Die beiden haben zusammen mit anderen Schülern von fünf Grundschulen in Bockum-Hövel bei dem Polizeiprojekt "Kinder malen für Senioren" mitgemacht. Dabei sind hunderte Bilder entstanden. 80 davon wurden auf insgesamt 1.800 Flyer gedruckt, die Freiwillige im Hammer Stadtteil Bockum-Hövel verteilen.

Flyer mit Kindermalereien und Infos über Telefonbetrug

Die Umschläge mit dem Flyer enthalten neben den Kinderbildern ein Anschreiben der Polizei sowie Verhaltenstipps. So will die Polizei Hamm Senioren vor Telefonbetrügern warnen und sie für das Thema sensibilisieren. Gerade erst vor einer Woche hat in Hamm eine 86-Jährige einem falschen Polizisten 60.000 Euro in bar übergeben.

Mit den Worten "Rate mal, wer hier spricht" oder ähnlichen Formulierungen rufen Betrüger bei älteren und alleinlebenden Menschen an. Sie geben sich häufig als Verwandte aus, zum Beispiel als Enkelkind und bitten kurzfristig um Bargeld. Die Täter täuschen dabei Notlagen vor, beispielsweise einen Unfall oder einen finanziellen Engpass wegen eines Auto- oder Computerkaufs.

Betrüger setzen Opfer psychisch unter Druck

Die Lage wird immer als äußerst dringlich dargestellt. Oft werden die Betroffenen durch wiederholte Anrufe unter Druck gesetzt und zur Verschwiegenheit verpflichtet. Sobald das Opfer zahlen will, wird eine Person angekündigt, die das Geld abholt.

Das Schreiben der Polizei enthält auch Verhaltenstipps. So sollten sich Betroffene nicht unter Druck setzen lassen und auflegen, sobald ihnen etwas komisch vorkommt. Nie sollte man Informationen zur eigenen Finanzlage am Telefon preisgeben und keinesfalls sollte man Bargeld oder andere Wertgegenstände an vermeintliche Polizisten übergeben.

Kampagne könnte auf andere Stadtteile ausgeweitet werden

Opfer von Telefonbetrug sollten sich an die Polizei wenden. Sollte die Kampagne in Bockum-Hövel erfolgreich sein, will die Hammer Polizei sie auch auf andere Stadtteile ausweiten. Dass zumindest manche Senioren in Hamm schon jetzt sehr aufmerksam sind, zeigen die Reaktionen auf die Polizeikampagne. Manche haben bei der Polizei angerufen, weil sie den Flyer für einen Betrugsversuch hielten. Den Irrtum konnte die echte Polizei schnell aufklären.

Quellen:


  • Polizei Hamm
  • Reporter vor Ort

Über dieses Thema berichten wir am 30.06.2025 auch in der Lokalzeit auf WDR 2.

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