Die Rettung der Gelbbauchunke

Bildquelle: Martin Wenner

WDR 3 Min. 20 Sek. Verfügbar bis 31.08.2028

Artenschutz für schwarz-gelb Die Rettung der Gelbbauchunke

Stand:

Die Gelbbauchunke ist vom Aussterben bedroht. Die Tiere gibt es in NRW nur noch in drei Regionen. Das soll sich jetzt ändern.

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Christof Voigt

Nennenswerte Populationen der daumengroßen Unke gibt's in Nordrhein-Westfalen nur noch im Raum Aachen, im Weserbergland und im Kreis Soest. Der Hammer Tierpark und die Biologische Station Soest arbeiten jetzt zusammen, um die Unke im Kreis Soest vor dem Aussterben zu retten.

Die Rettungsmission beginnt im Hammer Tierpark. Hier sitzen seit Juni sechs Gelbbauchunken und sollen für Nachwuchs sorgen. Die Tiere sind mit Genehmigung im Kreis Soest eingefangen worden. Und sie waren fleißig. Nebenan schwimmen dutzende Kaulquappen in einer Plastikwanne.

Unscheinbar und schützenswert

Während der Christian Härting von der Biologischen Station Soest zusammen mit Tierpark-Kuratorin Felicitas Schulte die Kaulquappen aus der Wanne fischt, erklärt Tierpark-Chef Sven Eiber, dass es für ihn ein ganz besonderer Tag ist. Der heimische Artenschutz sei mindestens so wichtig, wie der weltweite Artenschutz. "Es sind die unscheinbaren Tiere, die unsere Hilfe brauchen", sagt der Geschäftsführer des Tierparks Hamm. Außerdem habe die Gelbbauchunke mit ihrem schwarz-gelben Muster am Bauch ja auch noch einen besonderen regionalen Bezug:

"Das ist ja eine Art BVB-Unke, da müssen wir aufpassen, dass unsere Tierpfleger keine Schalker sind." Sven Eiber, Tierpark-Chef in Hamm

Tierpark-Kuratorin Schulte lacht. Das könne sie zwar nicht ausschließen, den Unken gehe es im Hammer Tierpark aber gut. Dann schnappt sie sich die beiden Transporteimer mit den Kaulquappen. Es geht zur Auswilderung in ein Naturschutzgebiet im Kreis Soest.

Streng geheimes Ersatzbiotop

Wo genau sich das sogenannte Ersatzbiotop, das die Biologische Station Soest hier angelegt hat, befindet, bleibt ein Geheimnis. Die Tiere sollen hier geschützt aufwachsen, sagt Härting, der das Projekt als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Biologischen Station begleitet. "Nicht, dass jemand noch auf die Idee kommt, hier mal eine Unke mitzunehmen."

Drei Personen stehen im Freien vor einer Steinmauer und halten grüne Eimer in den Händen. Im Hintergrund sind Bäume und Sträucher unter blauem Himmel zu sehen.

Felicitas Schulte und Sven Eiber vom Tierpark Hamm setzen mit Christian Härting Kaulquappen der Gelbbauchunke in einem Naturschutzgebiet aus.

Bildquelle: WDR/Christof Voigt

Jede Unke sei wertvoll und wichtig, betont Härting. Den Tieren reichen schon kleine Tümpel, Fahrrinnen oder Pfützen, um dort zu leben. Dann setzen er und seine Kollegin aus dem Tierpark die Kaulquappen in einen künstlich angelegten Tümpel.

Nur 10 Prozent überleben

Mehr als 50 Kaulquappen flitzen jetzt durch den kleinen Tümpel. Bei manchen sind schon winzige Hinterbeine zu erkennen. Alle werden aber nicht nach dem Winter durchs Gras hüpfen, weiß Tierpark-Kuratorin Schulte: "Je nachdem wie streng der Winter wird, überleben etwa 10 Prozent der Tiere."

Das klinge wenig, stärke die Population der Gelbbauchunke im Kreis Soest aber nachhaltig. Und genau das wollen die Gelbbauchunken-Retter.

Unsere Quellen:

  • WDR-Reporter vor Ort
  • WDR-Gespräch mit Christian Härting, wissenschaftlicher Mitarbeiter Biologische Station Soest
  • WDR-Gespräch mit Sven Eiber, Geschäftsführer Tierpark Hamm
  • WDR-Gespräch mit Felicitas Schulte, Kuratorin Tierpark Hamm
  • Ministerium für Umwelt und Naturschutz NRW

Sendung: WDR.de, Rettung der Gelbbauchunke, 31.08.2026, 14:15 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Dortmund, 31.08.2026, 19:30 Uhr

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