Die Begeisterung nach einer Info-Veranstaltung im Dorstener Ortsteil Wulfen war groß: 2018 kündigte die Deutsche Glasfaser mit Sitz in Borken hier den Netzausbau an. Auch Michael Rodax unterschrieb. Doch bis zum tatsächlichen Anschluss musste er bis jetzt warten.
"Jeder hatte ein Glasfaser-Fähnchen vor der Haustür mit dem Aufdruck: 'Ich bin dabei', aber keiner hätte gedacht, dass es noch acht Jahre dauern wird." Michael Rodax, Glasfaser-Kunde aus Dorsten
Aus Begeisterung wird Frust
Michael Rodax warb damals auch bei Nachbarn und anderen Freunden dafür, den Glasfaser-Vertrag zu unterschreiben. Schließlich sollte der Ausbau hier nur kommen, wenn genügend Menschen unterschreiben. Doch aus Monaten des Wartens wurden Jahre.
Auch Nachbarn von Michael Rodax unterschrieben.
Immer wieder seien Mitarbeiter und Baufirmen vor Ort gewesen, hätten gemessen, geplant und Termine angekündigt, sagt der Dorstener. Doch dann sei es wieder still geworden.
Langsame Leitung, lange Geduld
Währenddessen blieb die Familie auf einen DSL-Anschluss mit zunächst vergleichsweise langsamen 16 Mbit pro Sekunde angewiesen. Gerade wenn die beiden Kinder gleichzeitig Filme oder Serien streamten, sei die Verbindung schnell an ihre Grenzen gekommen, klagt der Familienvater.
Warum es so lange dauerte
Die Deutsche Glasfaser nennt mehrere Gründe für die Verzögerungen: Das ursprünglich beauftragte Generalunternehmen habe sich nach mehrjähriger Bauzeit aus wirtschaftlichen Gründen aus dem Projekt zurückgezogen. Erst Ende 2023 sei ein neuer Baupartner gefunden worden.
Die Zentrale der Deutschen Glasfaser in Borken.
Dann hätten zunächst gravierende Mängel aus der ersten Bauphase behoben werden müssen. Und es habe weitere Auflagen durch die Stadt Dorsten gegeben.
Anschluss da, Fragen bleiben
Fast acht Jahre nach der Unterschrift ist es nun geschafft: Der Glasfaser-Router ist verbunden. Eine Entschädigung für die lange Wartezeit wurde Michael Rodax nach eigenen Angaben bislang nicht angeboten.
Noch ist unklar, ob der Dorstener eine Entschädigung vom Anbieter erhalten wird.
Dabei ist Rodax kein Einzelfall: In den Dorstener Ortsteilen Wulfen und Deuten sind auch viele andere Kunden jahrelang vertröstet worden.
Unsere Quellen:
- WDR-Interview mit Michael Rodax in Dorsten-Wulfen
- Deutsche Glasfaser
Sendung: WDR.de, Acht Jahre ohne Anschluss: Glasfaser kommt für Dorstener im Schneckentempo, 02.06.2026, 06:00 Uhr
