23-Jähriger aus Witten erfindet Notfall-App
WDR. 01:44 Min.. Verfügbar bis 23.07.2028.
Kirsten Schäfer und Moritz Ulbrich vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in Witten sind stolz. In den Händen halten sie das Ergebnis von Monaten intensiver Arbeit. Am Anfang stand die Frage: Wie kommen wir an Spontanhelfer, die sich unserer Organisation anschließen und im Katastrophenfall helfen?
Wie wichtig spontanes Engagement ist, das hat die Flutkatastrophe im Jahr 2021 gezeigt. Zahlreiche Menschen aus dem ganzen Land strömten damals in die überfluteten Gebiete im Ahrtal und in der Eifel, um mit anzupacken.
App verspricht schnelle Hilfe im Einsatzfall
Und so ist beim Arbeiter-Samariter-Bund in Witten die Idee für die App "Helfernetz" entstanden, bei der jeder mitmachen kann: "Die App sollte einerseits einfach zu bedienen sein, uns aber trotzdem die Informationen geben, die wir brauchen", erklärt Schäfer.
Wittens ASB-Geschäftsführerin Kirsten Schäfer hat das Potenzial der App schnell erkannt.
Und das sieht in der Praxis so aus: Freiwillige Helfer können sich die App überall herunterladen. Nach einer kurzen Anmeldung können sie dann anklicken, wie sie im Ernstfall helfen können: "Was sind meine Fähigkeiten? Kann ich Wasser ausgeben? Kann ich an der Rezeption sein? Welche Führerscheine habe ich?", erklärt Moritz Ulbrich die Abfrage. Der 23-Jährige hat die App mit seiner Softwarefirma programmiert. Auch Sprachkenntnisse oder soziale Fähigkeiten kann man dort angeben.
So sieht die Oberfläche der App "Helfernetz" aus.
Wenn es dann Ernst wird - zum Beispiel im Fall einer Überschwemmung oder eines Hochwassers - alarmiert die App alle Menschen, die sich als Helfer eingetragen haben und deren Fähigkeiten im ganz speziellen Fall gebraucht werden.
App soll deutschlandweit zum Einsatz kommen
Vor anderthalb Wochen ist die App "Helfernetz" online gegangen - erstmal nur im Ennepe-Ruhr-Kreis. "Wir haben aber inzwischen Anfragen von anderen ASB-Gliederungen in ganz Deutschland", sagt Kirsten Schäfer. Deshalb soll die App bald auch für Hilfsorganisationen in ganz Deutschland freigeschaltet werden.
Vorher gibt es aber erstmal einen Probedurchlauf, um zu schauen, ob alles funktioniert. Wenn dieser erfolgreich ist, könnte die App aus Witten bald im Katastrophenfall ein echter Lebensretter werden.
Unsere Quellen:
- Eindrücke des WDR-Reporters vor Ort
- Interview mit Kirsten Schäfer und Moritz Ulbich, ASB Witten
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Dortmund, 23.07.2026, 19:30 Uhr
