Guenter Mokulys, die Skateboard-Legende aus Marl
Bildquelle: WDRWDR. 04:00 Min.. Verfügbar bis 11.08.2028.
Seit vier Jahrzehnten tanzt Guenter Mokulys auf vier Rollen. Wie kein anderer. Elfmal ist er Weltmeister geworden, an rund 120 Wettbewerben hat er teilgenommen. Mit 62 fährt er noch immer in der Profiklasse. In der Szene gilt er längst als Skateboard-Legende. Eine Bezeichnung, die Mokulys zum Schmunzeln bringt. "Hört sich gut an, aber ich bin Skateboardfahrer wie jeder andere auch."
Ein Skateboard-Shop als kleines Museum
Seit Kurzem betreibt Mokulys einen Skateboard-Shop in Marl. Dort verkauft er nicht nur die Boards; der Laden erzählt auch seine persönliche Geschichte. An den Wänden hängen Fotos aus vier Jahrzehnten, überall stehen Pokale. An der Theke sind die elf Boards angebracht, mit denen Mokulys seine Weltmeistertitel gewonnen hat. Und mittendrin: das Brett, mit dem alles angefangen hat.
Mit diesen Bords hat Guenter Mokulys seine WM-Titel gewonnen.
Bildquelle: WDRAm 15. Mai 1983 steigt Mokulys zum ersten Mal auf sein eigenes Skateboard. Am Tag zuvor hat er in Dortmund ein paar Jungs skaten sehen. Der damals 20-Jährige ist hin und weg. Doch die ersten Versuche sind eher bescheiden. "Sagen wir mal so: Es gab den einen oder anderen blauen Fleck." Also übt er. Tagsüber arbeitet der gelernte Dreher, abends trainiert er fünf bis sechs Stunden. Jeden Tag.
Den Job kündigen für die WM
Drei Jahre später will Mokulys zu seiner ersten Weltmeisterschaft nach Kanada. Doch sein Chef gibt ihm keinen Urlaub. "Da habe ich gesagt: Ich habe keinen Bock mehr auf den Mist, ich kündige", erinnert er sich. Guenter Mokulys wird Weltmeister.
Und das nicht nur einmal. Es folgen Titel in Münster, den USA, Brasilien, England, Japan und Kanada - und und und. Für viele ist er bis heute einfach der Weltmeister. "Egal, wo ich zu Wettbewerben komme, immer sagt man: Der Weltmeister, der Weltmeister ist da. Obwohl ich schon seit Jahren nicht mehr Weltmeister bin."
Vom Sportmuffel zum Weltmeister
An mehr als 120 Wettbewerben hat der gebürtige Bonner teilgenommen, mehr als die Hälfte davon gewonnen. Wie viele Pokale dabei zusammengekommen sind, weiß er selbst nicht mehr genau. Er ist aber schon stolz drauf, vor allem weil er als Schüler im Sport nicht gerade glänzte. "Es gab ja damals die Bundesjugendspiele und ich habe es nie geschafft, dort mal eine Urkunde zu bekommen."
In vier Jahrzehnten sind unzählige Preise und Pokale zusammengekommen.
Bildquelle: WDRSein ganzes Leben widmet Mokulys dem Skateboard. Er reist für Wettbewerbe und Shows um den Globus und verdient sein Geld auch als Straßenkünstler. Reich sei er damit nicht geworden. Darum gehe es ihm aber auch nicht. "Dann hätte ich Tennis spielen sollen, dann wäre Boris Becker mein Freund gewesen", scherzt er.
Profi auch mit über 60
Heute sind die besten Skater der Welt seine Freunde. Viele von ihnen haben von Guenter Mokulys gelernt. Gegen sie tritt der Marler aber auch an, denn er nimmt weiterhin an Wettbewerben teil. "Sie sind 30 Jahre jünger, es ist klar, dass ich nicht mehr ganz vorne lande, aber das ist mir auch nicht mehr so wichtig."
Auch mit 62 hat Mokulys sein Board im Griff.
Bildquelle: WDRSein Board gibt ihm ohnehin etwas, das kein Pokal ersetzen kann. "Da fühle ich mich frei. Es macht mir einfach Spaß. Immer noch genauso wie am Anfang." Aufhören? Vielleicht mit 66. Bis dahin heißt es weiter tanzen. Auf vier Rollen.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Guenter Mokulys
- Eindrücke der WDR-Reporterin vor Ort
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Dortmund, 20.08.2026, 19:30 Uhr
