Warum trotz Regen im Wald noch Brandgefahr besteht

Bildquelle: Valerie Hayer / WDR

WDR 02:30 Min. Verfügbar bis 11.03.2028

Regen in der Haard Warum die Brandgefahr trotzdem nicht vorbei ist

Stand:

Es regnet über der Haard. Und damit sinkt das Waldbrandrisiko - erst mal. Was das für den Wald und die Spaziergänger bedeutet.

Zufrieden blickt Förster Harald Klingebiel in die verregneten Waldflächen der Haard. "Wenn es nach mir ginge, dann könnte das jetzt noch sechs Wochen so weitergehen", sagt Klingebiel. Der leichte Landregen sorgt für Entspannung im Waldgebiet. Mittlerweile wurde die Gefahrenstufe deutlich herabgesetzt: von Stufe 4 auf Stufe 1.

Der Regen stimmt Förster Klingebiel mit Blick auf das Brandrisiko optimistisch. "Wir haben zwar noch keine Feuchtigkeit tief im Boden, aber eben an der Oberfläche und in der Luft. Und diese Feuchtigkeit lässt keinen Brand zu", erklärt er. Die tieferen Schichten sind aber weiterhin knochentrocken, zeigt der Förster mit dem Spaten in der Hand, als er ein Stück Erde aussticht. Durchnässt ist der Waldboden durch ein paar Tage Regen noch lange nicht.

Weiterhin striktes Rauch- und Grillverbot im Wald

Genau wie während der größten Hitze und Trockenheit ist das Spazierengehen im Wald an sich unproblematisch, betont der Förster. Gefährlich und strikt verboten sind aber alle Aktivitäten, die mit Feuer zu tun haben: Rauchen und Grillen sind ein absolutes No-Go im Wald, unter allen Umständen.

Es regnet über der Haard
"Der Einzelne hat das nicht im Griff. Der Windhauch, der die Glut von der Kippe wegweht, reicht aus, um die Glut an eine Stelle zu bringen, wo sie auch im Wald zündet, wenn die entsprechenden organischen Substanzen da sind." Harald Klingebiel, Förster in der Haard

Seit über 45 Jahren keine Bestandsverluste in der Haard

Im Juli hatte es zuletzt in der Haard gebrannt. Die drei kleineren Brände konnten aber in kürzester Zeit gelöscht werden - dank aufmerksamer Spaziergänger. Um Brände schnellstmöglich bekämpfen zu können, gibt es in der Haard außerdem ein bewährtes Frühwarnsystem.


Von insgesamt drei Feuerwachtürmen in und um das Gebiet wird die Fläche in Zeiten hoher Waldbrandgefahr durch sogenannte Feuerwächter aufmerksam beobachtet. Fällt ein Bereich durch mögliche Rauchentwicklung auf, kann die Stelle durch das Peilen von zwei Türmen direkt verortet werden. Innerhalb von Minuten kann ein möglicher Brand so lokalisiert und bekämpft werden.

Es regnet über der Haard

Vom Feuerwachturm überblicken die Wächter bei Brandgefahr die Haard.

Bildquelle: Valerie Hayer / WDR

Das System ist wirksam: Seit gut 45 Jahren hat es keine größeren Flächenbrände mit Bestandsverlusten gegeben, berichtet Förster Harald Klingebiel.

Durch den Regen haben die Feuerwächter in der Haard jetzt aber erst einmal Pause. Und wenn es nach dem Förster geht, dann darf der Regen auch erst einmal bleiben - damit nicht nur er, sondern auch der Wald ordentlich durchatmen kann.

Unsere Quellen:

  • Gespräch mit Förster Harald Klingebiel
  • Eindrücke der WDR-Reporterin vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Dortmund, 19.08.2026, 19:30 Uhr

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