Cyberangriff auf Gemeinschaftsstadtwerke Kamen

WDR 01:47 Min. Verfügbar bis 02.07.2028

Erhebliche Störungen Cyberangriff auf Gemeinschaftsstadtwerke Kamen

Stand:

Nach einem Cyberangriff auf die Gemeinschaftsstadtwerke in Kamen gibt es erhebliche Störungen. Die Versorgung sei gewährleistet, die Kunden müssten sich keine Sorgen machen.

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Matthias Wagner
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Michael Westerhoff im Porträt
Michael Westerhoff

"Happy wie noch nie" steht auf dem kleinen bunten Werbe-Aufsteller im Kundencenter der Gemeinschaftsstadtwerke in Kamen. Der Flyer ist allerdings das Einzige, was hier am Schreibtisch von Svenja Reimann bunt ist. Ihre beiden PC-Bildschirm sind nämlich pechschwarz. Nichts geht mehr. Totalausfall. "Wir können Kleinigkeiten machen. Wir können telefonieren", sagt die Mitarbeiterin im Kundencenter, die nun alles auf Zetteln notieren muss: "Normalerweise arbeiten wir 90 Prozent digital".

Kunden machen sich Sorgen, dass Strom abgestellt wird

Helmut Kleinfeld ist auf dem Weg kurz ins Kundencenter reingesprungen. Er macht sich Sorgen, weil sein monatlicher Abschlag für Strom und Gas noch nicht abgebucht wurde: "Dass das nicht abgebucht wurde, hat mich stutzig gemacht". Zahlreiche Kunden haben heute früh deshalb schon angerufen, erzählt Svenja Reimann. "Viele machen sich Sorgen, dass ihr Zähler gesperrt wird, weil wir die Beträge nicht einziehen."

Eine Sorge, die sich kein Kunde der "Gemeinschaftsstadtwerke Kamen, Bönen, Bergkamen" (GSW) machen müsse, erklärt Carsten Wittig, Teamleiter Kundendialog bei den Stadtwerken.

Kunden könnten ihre Abschläge unter Angabe des Namens, der Kundennummer und Rechnungseinheit überweisen. Müssen sie aber nicht. Der Energieversorger will die Beträge einziehen, sobald dies technisch wieder möglich ist.

Cyberangriff hat fast alles lahmgelegt

Der Cyberangriff hat fast alles in der Verwaltung lahmgelegt. Die PCs gehen nicht, Überweisungen funktionieren nicht. Das Kundenportal im Netz geht ebenfalls nicht. Über die aktuellen Entwicklungen informieren die Gemeinschaftsstadtwerke in ihrem Blog auf der Webseite des Unternehmens. Immerhin das Angebot funktioniert, weil es unabhängig von den Systemen läuft.

Eine Tastatur die rot läuchtet und auf der eine Hand die Tasaten berührt. Der Hintergrund ist dunkel und nur die Tasatatur ist im Fokus.

Der Cyberangriff hat fast alles in der Verwaltung lahmgelegt. Die PCs gehen nicht, Überweisungen funktionieren nicht.

Selbst bei den drei Hallen- und Freibädern, die zum Betrieb der Stadtwerke gehören, gibt es Probleme. In den Bädern sei eine bargeldlose Bezahlung aktuell nicht möglich. Dies gelte auch für die Gastronomie in allen drei Einrichtungen. Im Häupenbad und im Sesekebad werde eine reduzierte Variante der Speisekarte angeboten.

Versorgung mit Gas, Wasser und Strom nicht gefährdet

Die Versorgungssicherheit sei nicht gefährdet, sagt Wittig. Kunden müssen sich also keine Sorgen machen, dass sie keine Zugriff auf Strom, Wasser oder Heizung haben. Alle notwendigen Vorsichtsmaßnahmen seien getroffen worden. Der Störungsdienst sei weiterhin rund um die Uhr erreichbar.

Ein Mann mittleren Alters - er trägt ein Polo-Hemd und Brille - blickt in die Kamera.

Carsten Wittig ist die Teamleitung im Kundendialog bei den GSW Kamen Bönen Bergkamen.

Ursachenforschung mit Landeskriminalamt

Die GSW Kamen, Bönen, Bergkamen wollen jetzt schnellstmöglich herausfinden, wie und von wem die Systeme angegriffen wurden. "Wir arbeiten gemeinsam mit externen IT-Sicherheitsexperten und dem Landeskriminalamt intensiv daran, den Vorfall schnellstmöglich aufzuklären. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren", erklärt GSW-Geschäftsführer Alexander Loipfinger.

Wer hinter der mutmaßlichen Computersabotage steckt, ist laut der zuständigen Staatsanwaltschaft für Cyberkriminalität in Köln noch unklar. Oberstaatsanwältin Miriam Margerie sagte im Gespräch mit dem WDR, dass die Ermittlungen am Anfang stünden. Auch zu möglichen Schäden für die GSW konnte Margerie noch nichts sagen.

Störungen nach Cyberangriff auf Gemeinschaftsstadtwerke

WDR 02.07.2026 00:42 Min. Verfügbar bis 01.07.2028

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Unsere Quellen:

  • Pressemitteilung der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen, Bönen, Bergkamen
  • Besuch des WDR-Reporters in Verwaltung und Kundencenter
  • WDR-Gespräch mit der Pressesprecherin der GSW
  • Carsten Wittig, Teamleiter Kundendialog GSW
  • Svenja Reimann, Mitarbeiterin im Kundencenter

Sendung: WDR 2, Lokalzeit Ruhrgebiet, 02.07.2026, 17:31 Uhr

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