Bergkamener LEG-Mieter können zurück in ihre Wohnungen
Bildquelle: WDR / Christof VoigtWDR. 3 Min. 14 Sek.. Verfügbar bis 25.09.2028.
In den Tagen vor der Räumung waren die Risse in der Decke und in den Wänden von LEG-Mieter Michael Werth immer größer geworden. Auch in der Wohnung seiner Nachbarin, die da noch im Urlaub war, wuchsen die Risse. An manchen Stellen waren sie so breit, dass man da mühelos eine ganze Hand reinstecken konnte. Am 24. August ruft Werth die Feuerwehr. Die räumt das Haus.
"Ich gehe hier immer noch mit einem mulmigen Gefühl rein." Michael Werth, LEG-Mieter
LEG-Mieter Michael Werth vor Umzugskartons in seiner Wohnung in Bergkamen.
Bildquelle: WDR / Christof VoigtHeute können die Mieter zurück in ihre Wohnungen. Aus ein paar Tagen, die anfangs für die Untersuchungen an der Statik des Hauses und die anschließenden Reparaturen veranschlagt worden waren, ist ein ganzer Monat geworden.
Kaputte Entwässerungsleitungen
Als "vermutlich hauptsächliche Ursache" für die Risse in den Hauswänden nennt die LEG auf WDR-Anfrage "Versätze und Risse in den Entwässerungsleitungen". Dadurch sei der Boden unter dem Gebäude über "einen längeren Zeitraum" ausgespült worden. Die betroffenen Leitungen sein erneuert worden, so die LEG.
"Spätestens da hätte man die Rohre untersuchen müssen, so dass der Schaden vielleicht gar nicht in dem Ausmaß entstanden wäre." Michael Werth, LEG-Mieter
LEG-Mieter Werth sagt, er habe die Risse und Wasser im Keller bereits Anfang August gemeldet. Der LEG ist eine erste Meldung über Risse vom 11. August bekannt. Warum es dann zwei Wochen gedauert hat, bis der zuständige Objektbetreuer der LEG den Schaden überprüfen wollte, werde jetzt intern aufgearbeitet.
"Eine solche Verzögerung entspricht nicht unserem Anspruch. Dafür entschuldigen wir uns ausdrücklich." LEG
Ob eine frühere Reaktion die "Rissbildung hätte verhindern können", lasse sich nicht belastbar beurteilen, so die LEG. Konkrete Anhaltspunkte dafür gebe es nicht.
Auch andere LEG-Mieter in Bergkamen haben jetzt Angst
Ramazan Demir aus dem Nachbarhaus hat seit der Räumung Angst davor, dass auch an seinem Wohnhaus Schäden irgendwann zur Unbewohnbarkeit führen. Der LEG-Mieter hatte uns schon vor vier Wochen Risse im Keller des Hauses gezeigt.
Mittlerweile wird auch ein Riss in der Fassade des Gebäudes immer tiefer. Demir kann seinen ganzen Finger in den Spalt stecken. Er sagt er habe sich schon bei der LEG beschwert, aber es passiere nichts.
"Das sind Sachen, die müssen dringend gemacht werden, aber die LEG kümmert sich einfach nicht." Ramazan Demir, LEG-Mieter
LEG-Mieter Ramazan Demir vor einem Haus des Immobilien-Unternehmens in Bergkamen.
Bildquelle: WDR / Christof VoigtDie LEG schreibt auf unsere Anfrage, dass es weitere Untersuchungen an Nachbargebäuden gegeben habe. An zwei Häusern sollen "ältere Risse in den Sockel- und Kellerbereichen" ausgebessert werden. Gefährdet sein die Mieter dort aber nicht. Die Arbeiten sollen Anfang Oktober starten.
Zum Haus, in dem Ramazan Demir wohnt, schreibt die LEG nichts, obwohl wir in unserer Anfrage explizit danach gefragt haben, ob es dort mittlerweile Untersuchungen gegeben hat.
Unsere Quellen:
- WDR-Interview mit Michael Werth, LEG-Mieter
- WDR-Interview mit Ramazan Demir, LEG-Mieter
- eigene Recherchen
- Stellungnahme LEG vom 25.09.2026
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Dortmund, 25.09.2026, 19:30 Uhr
