"Es reicht einfach nicht" So denkt ein Landwirt über den Tankrabatt

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Die Bundesregierung will ab Oktober mit einem Tankrabatt die Spritpreise reduzieren. Das reicht nicht, sagt ein Lüner Landwirt.

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Christian Richter

Die Bundesregierung will Autofahrer entlasten: Ab Oktober soll ein Tankrabatt die Spritpreise senken. Die Pläne sehen vor, dass die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14 Cent sinkt. Zusammen mit der Umsatzsteuer ergibt sich eine theoretische Senkung um 17 Cent pro Liter bei den Kraftstoffen. Dieser Tankrabatt soll bis Ende des Jahres gelten.

Comeback des Tankrabatts

Bildquelle: WDR / Dirk Planert

Aktuelle Stunde 19.09.2026 43 Min. 13 Sek. Verfügbar bis 19.09.2028 WDR Von Meike Hendriksen

Landwirt aus Lünen benötigt jährlich bis zu 10.000 Liter Diesel

Noch Mitte der Woche hatte der Landwirt Julian Freisendorf aus Lünen im WDR-Interview berichtet, wie ihm und seinen Kollegen die hohen Dieselpreise zu schaffen machen. Freisendorf plant mit rund 40 Prozent höheren Kosten, damit seine Traktoren fahren können. Für 1.000 Liter Kraftstoff bedeute das vor dem Tankrabatt beispielsweise 500 bis 800 Euro mehr - Freisendorf benötige für seinen Betrieb zwischen 9.000 und 10.000 Liter Diesel im Jahr. "Das ist sogar verhältnismäßig wenig", sagt der Landwirt.

Auch andere Herausforderungen wie gestiegene Lohnkosten und die extreme Trockenheit sind Faktoren, die der Lüner einkalkulieren muss. Er sei bereits so weit, dass er über berufliche Alternativen nachdenkt. Vor allem als kleinerer Betrieb sei es aktuell extrem schwer zu überleben.

Preissenkung ist "ein Anfang, aber reichen tut es nicht"

Die nun beschlossenen Maßnahmen sind für den 36-jährigen Freisendorf ein Schritt in die richtige Richtung, "nichtsdestotrotz ist es keine Dauerlösung."

Landwirt Julian Freisendorf steht vor einem seiner Felder und schaut in die Kamera.
"Wir brauchen verlässliche Preise, gerade für die Landwirtschaft." Julian Freisendorf, Landwirt aus Lünen

Als systemrelevanter Sektor bräuchten Landwirte auch günstige Energie, um weiter günstige Lebensmittel produzieren zu können, sagt Freisendorf weiter. Die 17 Cent, um die der Diesel sinken soll, seien da "ein Anfang, aber es reicht einfach nicht." Er wünscht sich, dass er und seine Kollegen "auf langfristige Zeit mit wirtschaftlich vertretbaren Energiepreisen arbeiten können."

"Mineralölkonzerne profitieren trotzdem"

Die beschlossenen Entlastungen kämen zwar schnell bei ihm an, der Landwirt befürchtet aber, dass die Mineralölkonzerne trotzdem profitieren würden. "Es wird ja trotzdem der hohe Preis bezahlt und nicht der reduzierte", sagt Freisendorf weiter. Den Spritpreisdeckel, der spätestens zum 1. Januar 2027 kommen soll, bezeichnet Freisendorf als "Schritt in die richtige Richtung".

Der Preisdeckel soll nach dem Vorbild Luxemburgs oder Belgiens eingeführt werden. Nach Angaben von Bund und Ländern handelt es sich allerdings um eine vorübergehende Krisenmaßnahme. Die Bundesregierung kündigte zudem an, die Preisentwicklung weiter zu beobachten und gegebenenfalls zusätzliche Hilfen für besonders betroffene Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen auf den Weg zu bringen.

Tankrabatte gegen Pendlerfrust | WDR aktuell

Bildquelle: WDR / picture alliance / Rene Traut Fotografie

WDR 3 Min. 32 Sek. Verfügbar bis 19.09.2028

Unsere Quellen:

  • WDR-Interview mit Landwirt Julian Freisendorf
  • bisherige WDR-Berichterstattung zum Tankrabatt

Sendung: WDR Fernsehen, WDR Aktuell, 19.09.2026, 12:45 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 19.09.2026, 18:45 Uhr

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