Der Konzernsitz von ThyssenKrupp in Essen atmet Geschichte. Auf dem Gelände steht noch das Gründungshaus des Krupp-Unternehmens von 1811. Seit 2014 stehen hier aber auch die hochmodernen, futuristischen Gebäude - fragt sich nur, wie lange noch.
Von 1.000 auf 50 Stellen
Denn ThyssenKrupp ist dabei, seinen Konzern zu zerschlagen und profitable Bereiche abzuspalten. Das führt dazu, dass die Zentrale auf Dauer überflüssig wird.
Anfangs arbeiteten hier 1.000 Menschen, vor einem Jahr waren es noch 450. Und bis 2030 sollen es nur noch 50 Vollzeitstellen sein.
Sozialplan steht
Deshalb wurde für die Mitarbeiter ein Sozialplan mitsamt Interessenausgleich vereinbart, jetzt liegen Details auf dem Tisch.
Baut den Konzern um: Vorstandsvorsitzender Miguel Angel Lopez Borrego
Bildquelle: ddp/Sven Simon/Malte Ossowski"Damit schaffen wir für unsere Beschäftigten Orientierung und Verlässlichkeit. Zugleich verfügen wir mit den Sozialplanregelungen über einen klaren Rahmen für die gesamte Transformation der zentralen Verwaltung hin zu einer Finanzholding", schreibt ThyssenKrupp.
Bis zu 220.000 Euro
Konkret geht es in den Sozialplänen um die Höhe der Abfindungen. Sie richtet sich nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit und der Höhe des Gehalts. Im Einzelfall könne das bis zu 220.000 Euro betragen, hat der WDR erfahren. Das geht aus einer Präsentation hervor, die die Geschäftsführung den Mitarbeitern vorgestellt hat.
Alternativ können Mitarbeiter auch in eine Transfergesellschaft wechseln, dort erhalten sie zwei Jahre lang einen Großteil des alten Gehaltes und können sich beruflich neu orientieren.
Ein Teil der Belegschaft kann außerdem in Tochtergesellschaften wechseln. Der Konzern spricht von "Segmenten". Insgesamt betrifft das 200 Mitarbeiter der ThyssenKrupp AG und einer Servicegesellschaft. Ziel ist es, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden.
Sozialplan für Stahlarbeiter steht schon länger
Der viel größere Stellenabbau bei ThyssenKrupp Steel ist ja schon länger beschlossen, ein entsprechender Sozialplan steht bereits seit 1. Dezember 2025, bestätigt die IG Metall.
11.000 Stellen in der Stahlsparte will ThyssenKrupp abbauen
Bildquelle: dpa/Federico GambariniEr betrifft 11.000 Stellen von insgesamt 26.000, also ein herber Einschnitt für die Stahlkocher, ein Großteil von ihnen arbeitet in Duisburg.
Was langfristig aus der Konzernzentrale in Essen wird, ist noch unklar. Seit einiger Zeit sind bereits wenige andere Firmen in den riesigen Gebäuden untergebracht.
Unsere Quellen:
- Mail-Anfrage bei ThyssenKrupp
- Gespräch mit der IG Metall
Sendung: WDR.de, Sozialplan für ThyssenKrupp Zentrale steht, 15.09.2026, 15:08 Uhr
