Der Beschuldigte verdeckt sein Gesicht mit einer Mappe.

Der 48-jährige Beschuldigte und sein Verteidiger

Bildquelle: WDR / Jaspard

Sohn vor Gericht Eigene Mutter mit Schere erstochen?

Stand:

Prozessauftakt vor dem Dortmunder Landgericht: Das Gericht will klären, ob er für die Tat zur Verantwortung gezogen werden kann.

Von Catherine Jaspard

Der 48-Jährige wird in Handschellen in den Schwurgerichtsaal des Landgerichts Dortmund geführt. Er hält sich eine rote Aktenmappe vor sein Gesicht. Seine langen Haare hat der Essener zu einem Dutt zusammengebunden. Der Beschuldigte atmet schwer, als er an seinem Platz angekommen ist.

Mit einer Schere Mutter erstochen?

An einem Samstag Mitte März ist er gemeinsam mit seiner Mutter in einem Hotel in Werne. Er soll sich auffällig verhalten und mit einer Wand gesprochen haben. Wenig später soll er im Hotelzimmer mehrfach mit einer Schere auf seine Mutter eingestochen haben. Die 72-Jährige verblutet. Mit einem Messer soll er sich selbst verletzt haben und dann blutend durch die Nacht geirrt sein.

Totschlag im Zustand der Schuldunfähigkeit

Wusste er, was er tut? Ist er schuldfähig? Ein von der Staatsanwaltschaft Dortmund beauftragter Gutachter sagt: nein. Der Beschuldigte habe an einer paranoiden Schizophrenie gelitten und sei nicht in der Lage gewesen, das Unrecht seiner Tat einzusehen. Neun Semester soll der Beschuldigte Psychologie studiert haben. Ohne Abschluss. Irgendwann sei er dann wieder zu seiner Mutter gezogen, heißt es. Sie hätten eine sehr enge Beziehung zueinander gehabt.

Aussage des Beschuldigten

Zurzeit ist der 48-jährige Beschuldigte in einer psychiatrischen Klinik. Die Einschätzung des Gutachters sei nur vorläufig. "Er wird hier ein finales Gutachten erstatten, und anhand dieses Gutachtens wird man feststellen können, ob er tatsächlich schuldunfähig ist, wovon man bisher ausgeht oder ob er gegebenenfalls nur eingeschränkt oder vollschuldfähig ist", sagt Manuel Zdarta, stellvertretender Pressesprecher am Landgericht Dortmund.

Pressesprecher Manuel Zdarta blickt in die Kamera.

Manuel Zdarta, stellvertretender Pressesprecher am Landgericht Dortmund

Bildquelle: WDR / Jaspard

Der Verteidiger des Beschuldigten hat angekündigt, dass er im Laufe des Prozesses eine Aussage seines Mandanten verlesen werde.

Sohn soll seine Mutter im Hotel getötet haben

WDR 15.09.2026 24 Sek. Verfügbar bis 14.09.2028

Unsere Quellen:

  • Landgericht Dortmund
  • Reporterin beim Prozessauftakt

Sendung: WDR.de, Sohn soll seine Mutter im Hotel getötet haben, 15.09.2026, 14:23

Weitere Beiträge aus Dortmund

1 / 2