Flussrenaturierung für kleines Geld

Bildquelle: Johann Taillebois

WDR 00:29 Min. Verfügbar bis 11.08.2028

Obere Diemel sahnt Umwelt-Preis ab Flussrenaturierung für kleines Geld

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Das "Low-Budget-Renaturierungsprojekt Obere Diemel" ist mit dem Deutschen Gewässerentwicklungspreis ausgezeichnet worden.

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Ulf Priester

"Ich hätte vor zehn Jahren, als wir begonnen haben, nicht damit gerechnet, dass wir das erreichen", freut sich Projektleiter Jens Eligehausen. "Dass wir ein Ökosystem so grundsätzlich wieder aufwerten können. Wieder lebendig umgestalten können." Mit nur 120.000 Euro haben ehrenamtliche Helfer 1,5 km der Oberen Diemel erfolgreich renaturiert.

 Seltene Fischarten sind zurück

Vor der Renaturierung war die Obere Diemel ein begradigter, tiefliegender Fluss mit wenig Vielfalt. Jetzt mäandert sie, hat viele Inseln, Kiesbetten und Nebenarme. Dadurch haben sich seltene Fischarten wie Äsche, Elritze oder Bachneunauge wieder ausgebreitet.

Projektleiter Jens Eligehausen und Prof. René Sahm von der Uni Kassel

Projektleiter Jens Eligehausen und Prof. René Sahm von der Uni Kassel an der renaturierten Oberen Diemel.

Bildquelle: WDR/Ulf Priester

"Außerdem unterstützen Biber die Renaturierung, indem sie mit ihren Dämmen Stillwasserzonen schaffen. Auch einen Fischotter haben wir schon gesichtet" erzählt Prof. René Sahm von der Universität Kassel, der den Erfolg des Projektes kontrolliert.

Gewässerfläche mehr als verdoppelt

Die Gewässerfläche hat sich auf dem renaturierten Abschnitt mehr als verdoppelt. Und der Grundwasserspiegel ist gestiegen, weil das Flussbett jetzt rund einen Meter höher liegt. So halten die Auen rundherum auch bei der derzeitigen Dürre genügend Wasser.

Bagger auf der Oberen Diemel

Stück für Stück haben Bagger den Lauf der Oberen Diemel über die Jahre verbreitert.

Bildquelle: Johann Taillebois

Gleichzeitig schützen die neu entstandenen Auen bei Hochwasser. Denn sie halten das Wasser wie ein Schwamm. Landes-Umweltminister Krischer würdigt das Projekt. Es sei nicht nur ökologisch, sondern auch finanziell herausragend.

Grundstückseigentümer haben Flächen kostenlos überlassen

Er wünscht sich, dass es Schule macht. In der Regel verschlingen solche Renaturierungsprojekte Millionen von Euro. Hier ist es mit 120.000 Euro gelungen - zum einen durch die Arbeit der Ehrenamtlichen und zum anderen durch die Grundstückseigentümer.

Die Firma WEPA, das anliegende Wasserkraftwerk und der Wasserverband Marsberg haben ihre Flächen kostenlos zur Verfügung gestellt. Das macht Projektleiter Jens Eligehausen besonders stolz. "Dass wir das aus dem Ehrenamt heraus mit allen Beteiligten - auch den Landwirten und der Fischerei - auf die Beine gestellt haben."

Unsere Quellen:

  • Projektleiter Jens Eligehausen
  • Professor René Sahm, Universität Kassel
  • Oliver Krischer, NRW-Umweltminister

Sendung: WDR.de, Flussrenaturierung für kleines Geld, 11.08.2026, 18:27 Uhr

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