Die Mitarbeiterinnen des ambulanten Kinderhospizdienstes Sternenweg nehmen die Fackel in Empfang.
Lautstark mit Trommel und Tröten haben die Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen vom Kinderhospizdienst Sternenweg in Neheim die Fackel am Freitag empfangen. Wie bei Olympia wird die Fackel von Station zu Station getragen - über mehr als 7000 Kilometer durch Deutschland, die Schweiz, Österreich und Luxemburg.
Familien nicht allein lassen
"Das ist die größte Inklusionskampagne Deutschlands“, sagt Cora Weide vom Kinderhospizdienst Sternenweg. Die Fackel soll auf den oft harten Alltag der Familien schwerstkranker Kinder aufmerksam machen.
Diese Fackel wird durch vier Länder von Station zu Station getragen. Sie ist Zeichen für Familien mit schwerstkranken Kindern
Wer bleibt beim Kind, wenn die Eltern durchatmen müssen? Wer stellt auch mal die Geschwister in den Mittelpunkt? Genau hier setzen Kinderhospizdienste an. Die Fackel soll zeigen: Diese Familien sind mit ihren Fragen nicht allein.
Geschwisterkinder haben es sehr schwer
Der Sternenweg in Neheim betreut aktuell 25 betroffene Familien aus dem ganzen Hochsauerland. Er bietet unter anderem einen Mütterstammtisch, Väterwandern und Kreativaktionen für Geschwisterkinder.
Gerade die gesunden Geschwisterkinder gehen manchmal unter. Cora Weide, Kinderhospizdienst Sternenweg
Anke Kalina und Ernst Thomas machen die Ausbildung für Ehrenamtliche im Hospizdienst.
30 ehrenamtliche Mitarbeitende kümmern sich um die Familien. Vor ihrem ersten Einsatz steht eine 120-stündige Ausbildung im Hospizdienst. Anke Kalina absolviert gerade den Kurs. Sie ist Bankkauffrau, hat sich schon oft ehrenamtlich engagiert: in der Politik, in der Flüchtlingshilfe.
Ein ganz besonderes Ehrenamt
Überall habe sie richtig gepowert, erzählt sie. "Aber hier muss ich mich zurücknehmen und an den Bedürfnissen der Betroffenen orientieren." Ihr gefällt es, dass sie umfassend ausgebildet wird und ihre Mitstreiter wie Ernst Thomas kennenlernt. Er war 40 Jahre als Pfarrer tätig.
In den Kursen erfahren die Teilnehmenden viel über den Umgang mit Tod, Sterben, über Distanz und Nähe und auch über sich selbst. "Ich freue mich auf die Abende. Es zieht mich regelrecht in den Bann und man lernt sehr viel über sich."
Wer sich selbst nichts Gutes tut, kann auch den anderen nichts Gutes tun. Ernst Thomas, Kursteilnehmer beim Hospizdienst
Nächster Halt der Fackel: Möhnesee
Die Fackel, die der Oberhausener Kinderhospizdienst heute nach Neheim gebracht hat, bringen Radfahrer morgen an den Möhnesee. Dort übernimmt sie ein Motorradclub. Die 15 Biker fahren die Fackel erst nach Paderborn, am Sonntag nach Iserlohn. Überall wird lautstark für Aufmerksamkeit gesorgt.
Unsere Quellen:
- Cora Weide, Nina Ovelgönne, Koordinatorinnen Kinderhospizdienst "Sternenweg"
- Infos Kinder-Lebens-Lauf
- Ehrenamtliche Ernst Thomas und Anke Kalina
- Reporterin vor Ort
Sendung: WDR 2 Lokalzeit Südwestfalen, Fackel für kranke Kinder legt Stopp in Neheim ein, 03.07.2026, 14.30 Uhr
