Firma Kusch+Co beendet Produktion in Hallenberg

Lokalzeit Südwestfalen 16.10.2025 03:02 Min. Verfügbar bis 16.10.2027 WDR Von Isabell Zillmer

Firma Kusch+Co beendet Produktion in Hallenberg

Stand:

Der Standort Hallenberg mit rund 110 Beschäftigten soll geschlossen werden. Seit Monaten gibt es dort bereits Kurzarbeit.

Von Isabell Zilmer, Sarah Mörchen

Seit 85 Jahren fertigt Kusch+Co Tische, Sessel und Stühle, unter anderem für Flughäfen, Kliniken und Büros her. Die deutsche Wirtschaft und der deutsche Möbelmarkt verzeichnen ein weiteres Jahr in Folge einen Umsatzrückgang.

Aufgrund des Nachfragerückgangs hatte der Mutterkonzern Nowy Styl geplant, seine Produktion in Deutschland neu zu organisieren. Daher besteht in den deutschen Werken von Nowy Styl seit vielen Monaten Kurzarbeit, heißt es vom Konzern.

110 Beschäftigte betroffen

Geschäftsführer Christian Jenner

Christian Jenner, Geschäftsführer Kusch+Co Hallenberg

Den betroffenen Mitarbeitenden wird eine Weiterbeschäftigung am Nowy Styl-Standort in Voigtei bei Steyerberg in Niedersachsen angeboten. Zusätzlich sucht das Unternehmen gemeinsam mit Betrieben in der Region Hallenberg nach lokalen Jobalternativen.

"Wir sind uns der Tragweite dieser Situation für Hallenberg bewusst. Wir werden mit dem Betriebsrat und anderen Institutionen zusammenarbeiten, um den Mitarbeitern während des Übergangs Unterstützung zu bieten. Wir wollen diesen Prozess transparent und verantwortungsvoll gestalten." Christian Jenner, Mitglied der Geschäftsführung der Kusch+Co GmbH

Schließung bis Jahresende 2025

Die IG Metall betreut den Betrieb und somit die Abwicklung der Schließung. Laut Gewerkschaft sei es überraschend, dass die Schließung so schnell und kurzfristig kommt. Der Betriebsrat sei wohl erst am Dienstag darüber informiert worden, dass die Produktion zum 31.12.2025 eingestellt werden soll. Der komplette Standort soll zum 31. März 2026 stillgelegt werden.

Für Hallenberg ist das schon ein Hammer. Da arbeiten ganze Familien teilweise in dem Unternehmen, die jetzt ihren Arbeitsplatz verlieren. Der Arbeitsmarkt ist gerade sowieso angespannt, von daher wird es für viele schwierig werden, schnell neue Arbeit zu finden. Helmut Kreutzmann, 1. Bevollmächtigter, IG Metall

Für die Mitarbeitenden war die Nachricht ein Schock. Viele sind traurig und besorgt und haben Tränen in den Augen. Die Stimmung ist sehr bedrückt, sagt Betriebsratsvorsitzende Maren Klug: "Wir sind alle überrascht, betroffen, schockiert. Wir haben Mitarbeiter mit 20, 30 teilweise 40 Jahren Betriebszugehörigkeit. Wir haben Pärchen, die beide bei uns beschäftigt sind. Wir haben Alleinerziehende und viele Menschen, die gerade kurz vor der Rente stehen. Alle sind sehr betroffen und haben große Angst, wie ihre Zukunft weiter geht."

Ein schwerer Schlag für die Stadt

Hallenbergs Bürgermeister Enrico Eppner habe sich bemüht, Gespräche mit der Geschäftsführung und dem Betriebsrat zu führen, heißt es auf WDR-Anfrage. Die Schließung sei für ihn eine Katastrophe, so der Bürgermeister.

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WDR Studios NRW 16.10.2025 00:42 Min. Verfügbar bis 16.10.2027 WDR Online

Die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Ihre Zukunft würden für ihn im Mittelpunkt stehen. "Die nun in Verantwortung stehenden Verhandlungspartner haben zugesichert, alles daran zu setzen, den Übergang so sozial wie möglich zu gestalten, und ich habe allen Beteiligten die volle Unterstützung der Stadt Hallenberg zugesichert", sagt Enrico Eppner.

Mutterkonzern Nowy Styl

Nach Angaben des Konzerns Nowy Styl setze man weiterhin darauf, die Marke Kusch+Co international in den Bereichen Flughäfen, Gesundheitswesen und Büros zu stärken.

Die IG Metall habe den Mutterkonzern bisher als guten Arbeitgeber erlebt. Die Schließung scheint nun jedoch festzustehen, sodass die IG Metall daran leider nichts mehr ändern kann, heißt es.

Unsere Quellen:

  • Presseinformation von Nowy Styl
  • Christian Jenner, Mitglied der Geschäftsführung der Kusch+Co GmbH
  • Reaktion der IG Metall Olsberg: Helmut Kreutzmann, 1. Bevollmächtigter
  • Gespräch mit dem Bürgermeister der Stadt Hallenberg, Enrico Eppner

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