Bachläufe und alte Wälder sind typisch für den Arnsberger Wald

Bachläufe und alte Wälder sind typisch für den Arnsberger Wald.

Bildquelle: WDR/Corina Wegler

Arnsberger Wald Das Thema Nationalpark ist noch nicht vom Tisch

Stand:

In den Kreisen Soest und Hochsauerland flammt die Diskussion um einen Nationalpark wieder auf. Der Förderverein "Nationalpark Arnsberger Wald" will eine breite gesellschaftliche Diskussion anstoßen. Anders als in Siegen-Wittgenstein ist die kommunalpolitische Ebene aktuell aber noch nicht einbezogen.

Bachläufe, alte Wälder, Lebensraum vieler seltener Arten - der Arnsberger Wald gilt als Naturparadies. Für Erholungssuchende, Naturschützer und auch Forschende, die hier wissenschaftliche Arbeiten durchführen.

Im Dezember 2023 hatte es einen ersten Anlauf für einen Nationalpark Arnsberger Wald gegeben. Der war allerdings gescheitert. Mit den Stimmen von CDU und FDP hatten die Kreistage der Kreise Soest und Hochsauerland ein Interessenbekundungsverfahren abgelehnt.

Kritik an NRW-Umweltminister Krischer

Der Förderverein "Nationalpark Arnsberger Wald" kritisiert das Verfahren. "Dieser Prozess ist aus unserer Sicht nicht demokratisch gelaufen", sagt Vorsitzender Hendrik Flöttmann. Die Entscheidung sei nur auf politischer Ebene getroffen worden. Die Bevölkerung sei dagegen in keiner Weise einbezogen worden.

Auch jetzt schon bleibt die Natur im Arnsberger Wald an vielen Stellen weitgehend sich selbst überlassen

Auch jetzt schon bleibt die Natur im Arnsberger Wald an vielen Stellen weitgehend sich selbst überlassen.

Bildquelle: WDR/Corina Wegler

Flöttmann und seine Mitstreiter sind auch mit NRW-Umweltminister Krischer unzufrieden: Es habe weder eine Aufklärungskampagne noch eine Unterstützung für die Nationalpark-Idee gegeben - obwohl die schwarz-grüne Landesregierung einen zweiten Nationalpark neben der Eifel im Koalitionsvertrag festgeschrieben hat.

Tourismus als wirtschaftliches Argument für Nationalpark

In einem Nationalpark bleibt die Natur sich weitgehend selbst überlassen. Es gelten besondere Schutzregeln. Die Gegner eines Nationalparks argumentieren deswegen unter anderem mit negativen Folgen für die Holz- und Waldwirtschaft.

Der Vereinsvorsitzende Hendrik Flöttmann betont an der Stelle, dass der Arnsberger Wald nahezu komplett Staatswald ist. Er schlägt vor, die Wirtschaftlichkeitsrechnung für den Staatswald dem zusätzlichen Profit entgegenzustellen, den etwa der Tourismus durch einen Nationalpark erzielen würde.

Hendrik  Flöttmann, Vorsitzender des Fördervereins Nationalpark Arnsberger Wald lächelt in die Kamera
"Die Wirtschaftlichkeit verlagert sich in andere Ebenen." Hendrik Flöttmann, Vorsitzender Förderverein Nationalpark Arnsberger Wald

Bisher arbeiten im Verein "Nationalpark Arnsberger Wald" rund 50 Mitglieder mit. Sie kommen nach eigenen Angaben aus allen Branchen: Naturschützer unterschiedlicher Organisationen, aber auch Ärzte, ein Bürgermeister und Politiker.  

Nationalpark Arnsberger Wald: kein Schnellschuss geplant

Anderes als beim derzeit ebenfalls heiß diskutierten Nationalpark Rothaargebirge soll die Idee aber nicht schnell zurück in die politische Diskussion gebracht werden - auch nicht bis zum Ende der Legislaturperiode.

Der Verein will zunächst möglichst breit über einen Nationalpark informieren. Er ist mit Info-Ständen bei Märkten und Events vertreten. Und plant eine Podiumsdiskussion, bei der nicht Politiker, sondern Experten aus der Praxis zu Wort kommen. Etwa aus dem Nationalpark Eifel oder aus dem Harz.  

Warum das Thema Nationalpark nicht vom Tisch ist

WDR 32 Sek. Verfügbar bis 02.09.2028

Unsere Quellen:

  • Interview Hendrik Flöttmann
  • bisherige WDR-Berichterstattung zum Nationalpark
  • Reporterin vor Ort

Sendung: WDR.de, Warum das Thema Nationalpark nicht vom Tisch ist, 04.09.2026, 5:08 Uhr

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