Die Taucher geben sich ein letztes Okay-Zeichen. Dann sinken sie fast geräuschlos unter die Wasseroberfläche der Sorpetalsperre. Doch schon in wenigen Metern Tiefe entdecken sie die ersten Quagga-Muscheln. Sie sind nur knapp einen Zentimeter klein, gefährden aber durch ihren Befall deutsche Gewässer.
Quagga-Muscheln sind nur etwa einen Zentimeter klein
Quagga-Muscheln sind eine invasive Art - stammen also ursprünglich nicht von hier. Doch sie entwickeln sich zu einem echten Problem für die Talsperren des Ruhrverbands. Zum einen fressen die Muscheln anderen Tierarten das Plankton weg. Zum anderen können sie bis zu 70 Zentimeter dicke Schichten bilden.
Und die können Wasserversorgungsrohre blockieren oder Schäden darin auslösen. Inwieweit die Quagga-Muscheln auch die Bauwerke, sprich Staumauern, beschädigen, ist noch nicht geklärt. Fakt ist, an der Möhnetalsperre hängen sie tonnenweise am Mauerwerk. Zusätzlich sorgen die getrockneten Muscheln am Uferrand für Geruchsbelästigungen.
Möhnesee ist schon stark betroffen
Um die Ausbreitung und Übertragung auf andere Talsperren im Sauerland zu verhindern, hat der Ruhrverband jetzt eine Hygieneverordnung erlassen. Alle Boote, die auf mehr als einem Gewässer benutzt werden, müssen vor dem erneuten Einsetzen intensiv gereinigt werden. Mit 60 Grad Celcius heißem Wasser aus einem Hochdruckreiniger.
Auch Trailer und Elektromotoren müssen gereinigt werden. Nach der Reinigung sollen sie drei Wochen trocknen. Ob sich die Wassersportler daran halten, bleibt abzuwarten. Das größte Problem: Regatta - aber auch Hobbysegler oder Angler nutzen ihre Boote im Ausland. Von dort bringen sie dann Quagga-Muscheln am Rumpf klebend mit.
Ruhrverband erlässt scharfe Hygieneverordnung
Selbst wenn die Muscheln bei der Reinigung abgebürstet werden, ist die Gefahr nicht gebannt. Mikroskopisch kleine Larven bleiben trotzdem haften. Auch an SUPs, Kajaks oder Tauchequipment. Ist ein Gewässer mit Quagga-Muscheln befallen, drohen ökologische und wirtschaftliche Folgen.
Im US-amerikanischen Lake Michigan bildet die Quagga-Muschel seit ihrem ersten Nachweis 1990 schätzungsweise 90 Prozent der Biomasse. Sie hat andere Arten verdrängt. Die Biodiversität ist gefährdet.
Quagga-Muscheln bedrohen Talsperren
Bildquelle: WDR/ Matthias HeiseWDR Studios NRW. 04.08.2025. 00:51 Min.. Verfügbar bis 04.08.2027. WDR Online.
Unsere Quellen:
- Ruhrverband Vorstandsvorsitzender Prof. Christoph Donner
- Pressemitteilung Ruhrverband
- Reporter vor Ort