Ärger um Asphaltstraße im Wald für Windpark bei Meschede-Remblinghausen

Bildquelle: WDR / Heinz Krischer

WDR 03:16 Min. Verfügbar bis 07.08.2028

Ohne Genehmigung

Für Windpark im Wald 1.600 Meter Wege asphaltiert

Stand:

Im Wald bei Meschede-Remblinghausen hat ein Windparkbetreiber einen Weg auf 1.600 Metern Länge asphaltieren lassen. Ohne, dass er eine Genehmigung dafür hatte. Die Forstbehörde will keine Konsequenzen ziehen, wie es Naturschützer massiv fordern.

Harald Legge vom Verein für Natur- und Vogelschutz im Hochsauerlandkreis ist ziemlich schockiert, wenn er die asphaltierten Wege im Wald bei Remblinghausen sieht. "Heftig, was hier gebaut wurde!", sagt Legge. Der Windparkbetreiber Abo Energy hat 1,6 Kilometer Wege im Wald asphaltieren lassen, meist rund sechs Meter breit.

Windparkbetreiber Abo Energy räumt Fehler ein

Eine Genehmigung dafür hatte Abo Energy nicht, wie eine Sprecherin gegenüber dem WDR einräumt. Bei der Antragstellung habe es einen "Übertragungsfehler" gegeben. "Der hätte uns auffallen müssen. Aufgrund dessen war die Asphaltierung nicht in den Antragsunterlagen vermerkt und wurde folglich nicht genehmigt."

"Durch diese breiten Wege wird das Wald-Innen-Klima total verändert!" Harald Legge, Verein für Natur- und Vogelschutz

Naturschützer Legge kritisiert, dass die große Versiegelung durch die asphaltierte Fläche den Wasserhaushalt des Waldes verändere. "Der Wald wird weit über diese Straße hinaus geschädigt, weniger resilient gegenüber Klimaveränderungen."

Naturschützer und HSK-Behörde wollen den Rückbau der 1.600 Meter Asphalt-Straße

Über die aphaltierte Straße im Wald bei Meschede-Remblinghausen werden Windrad-Teile transportiert. | Bildquelle: WDR / Heinz Krischer

Auch die Untere Naturschutzbehörde beim Hochsauerlandkreis sieht das so. "Die Asphaltierung", heißt es von dort, sei "nicht mit den Belangen des Naturschutzes vereinbar". Die Behörde fordert, ebenso wie Naturschützer, die Asphaltierung nach dem Windrad-Transport wieder zurückzubauen.

Eine entsprechende "Rückbauaufforderung" sei an den Landesbetrieb 'Wald und Holz' geschickt worden, ebenso an Abo Energy. Doch: 'Wald und Holz', als Genehmigungsbehörde hält davon gar nichts. Die Forstbehörde will keinen Rückbau anordnen.

Ohne Genehmigung gebaut - Trotzdem will Forstbehörde kein Bußgeld verhängen

Zwar wurde ohne Genehmigung gebaut – aber für 'Wald und Holz' ist eine Asphaltierung "grundsätzlich genehmigungsfähig." Deshalb solle auch kein Bußgeld verhängt werden.

Und: "Bei einer dauerhaften Waldumwandlung handelt es sich rein rechtlich nicht mehr um eine dem Wald zugehörige Fläche", schreibt der Landesbetrieb dem WDR. "Aus forstrechtlicher Sicht ist in diesem Fall ein Rückbau nicht mehr notwendig."

"Es darf auf gar keinen Fall Schule machen, dass der Projektierer einfach baut und sich nachträglich dann eine Genehmigung holt bzw. diese ohne Umschweife erteilt wird." Harald Legge, Verein für Natur- und Vogelschutz

Der Naturschützer fürchtet, dass dieser Fall anderen als Vorbild dienen könnte, wenn er ohne Konsequenzen bleibt. "Jeder andere Projektierer würde natürlich auch sagen, 'Ich baue erst mal und hinterher wird das problemlos genehmigt'. Das darf nicht sein."

Ob sich die Naturschutzbehörde des Hochsauerlandkreises mit der Einstellung von Wald und Holz abfindet, dürfte spannend werden.

Unsere Quellen:

  • Harald Legge, Verein für Natur- und Vogelschutz VNV
  • Hochsauerlandkreis
  • Wald und Holz NRW
  • Abo Energy
  • Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR.de, Ärger um Asphaltstraße im Wald für Windpark bei Meschede-Remblinghausen, 07.08.2026, 10:53 Uhr