Auf kahlen Waldflächen

Wenn die Drohne zum Eichelhäher wird

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Kahle Flächen am Boden, Hilfe aus der Luft: Im Arnsberger Wald wird eine neue Baum-Pflanz-Drohne getestet. Sie kann in weniger als zwei Minuten 50 Eicheln in den Boden bringen - auch dort, wo Menschen schwer hinkommen.

Die Drohne ist so groß wie ein Küchentisch. Mindestens 60 Meter Sicherheitsabstand sind erforderlich. Langsam fliegt sie über eine kahle Steilfläche im Anrsberger Wald. Alle paar Sekunden ist ein leises Pfft, pfft zu hören. Immer dann, wenn sie eine daumendicke Kapsel mit einer Eichel darin abschießt.

Auch die bunt gefiederten Eichelhäher stecken mit ihren Schnäbeln Eicheln als Wintervorrat in den Boden - und finden dann nicht alle wieder. So ist schon mancher Baum im Wald gewachsen. Deshalb trägt das Drohnenprojekt den lateinischen Namen für Eichelhäher: Garrulus.

Forscher haben 86 Rezepte für Saatgut-Kapseln ausprobiert

Mit Saatgut gefüllte Kapseln werden per Drohne aus der Luft verteilt. | Bildquelle: WDR / Claudia Roelvinck

Die Eicheln werden von einem "Teig" umschlossen, der ausgehärtet ist. Die Forscher der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg haben 86 Zusammensetzungen ausprobiert, bis sie zufrieden waren. Die feste Kapsel mit der Spitze bringt die Eichel in den Boden, löst sich dort auf und gibt dabei Nährstoffe ab.

Drohne bringt Eicheln mit Druckluft in den Boden

Immer 50 dieser Saatgutkapseln kann die Drohne laden. Mit Druckluft werden sie in einem vorher bestimmten Abstand in den Boden "geschossen", wenige Zentimeter tief. Das alles geht wesentlich schneller aus der Luft als von Menschenhand.

Drohnen sollen im Arnsberger Wald säen

Bildquelle: WDR / Claudia Roelvinck

WDR 06.08.2026 00:48 Min. Verfügbar bis 05.08.2028

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"Überall da, wo wir schwieriges Gelände haben und Menschen nur schwer in die Fläche schicken können, helfen die Drohnen ungemein." Silke Gorißen (CDU), NRW-Landwirtschaftsministerin

Erst wird mit einer kleineren Drohne das Gelände erkundet und vermessen. Dann kommt die große Saatgut-Drohne zum Einsatz. Und nach einem Jahr wird kontrolliert, aus wie vielen Saatkapseln tatsächlich kleine Bäume wachsen.

NRW-Landwirtschaftsministerin Gorißen lässt sich von einem Forstmitarbeiter die Arbeit mit der Drohne erklären. | Bildquelle: WDR / Claudia Roelvinck

Heute sind die Drohnen nur geflogen, um das Projekt vorzustellen. Der Waldboden ist viel zu trocken und hart, um mit der Aussaat zu beginnen. Diese Arbeit startet im Herbst. Dann, wenn auch der Eichelhäher wieder seine Vorräte im Boden versteckt.

Unsere Quellen:

  • NRW-Landwirtschaftsministerium
  • Ministerin Silke Gorißen
  • Forschende der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
  • Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort

Sendung: WDR 2, WDR 2 für Sauerland, Siegerland und Südwestfalen, 08.06.2026, 15:30 Uhr