Bald will der Weisse Ring wieder Hilfe im Hochsauerland anbieten.
Bildquelle: WDR/Christina Graf1 Min. 54 Sek.. Verfügbar bis 17.09.2028.
Nach Vergewaltigungsskandal : Weisser Ring im Sauerland plant Neustart
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Die Opferschutzorganisation Weisser Ring im Hochsauerlandkreis will einen Neustart wagen. 2020 hatte der damalige Außenstellenleiter eine hilfesuchende Frau vergewaltigt und wurde daraufhin zu einer Haftstrafe verurteilt. Jetzt soll es weitergehen.
Seit über fünf Jahren herrscht Stillstand in der Außenstelle des Weissen Rings im Hochsauerlandkreis. Das soll sich ab jetzt ändern.
Vor allem Raimund Hörhold soll dabei helfen. Der gebürtige Olsberger will sich unbedingt ehrenamtlich engagieren. Er ist motiviert, endlich wieder im flächengrößten Kreis des Landes Hilfe anbieten zu können. Denn lange wollte hier keiner mehr etwas mit dem Weissen Ring zu tun haben.
Vertrauen war nach Vergewaltigung erschüttert
Im Jahr 2020 hatte der damalige Außenstellenleiter eine Frau, die sich als Kriminalitätsopfer hilfesuchend an den Weißen Ring gewandt hatte, vergewaltigt. Er wurde daraufhin zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Das Team der Außenstelle des Weissen Rings löste sich anschließend auf.
Neustart mit neuem Team und Sechs-Augen-Prinzip
Klaus Neidhardt, der Landesvorsitzende in Westfalen-Lippe, möchte den Neuanfang jetzt angehen.
"Es war der gravierendste Fall, der eingeschlagen hat." Klaus Neidhardt, Landesvorsitzender in Westfalen-Lippe
"Wir haben bundesweit das Sechs-Augen-Prinzip eingeführt", betont Neidhardt. Der HSK ist der einzige Bereich von 26 in Westfalen-Lippe, der keine Außenstelle mehr hatte. "Wir suchen jetzt Menschen, die einfach helfen wollen", so Neidhardt.
Beim Weissen Ring können sich Kriminalitätsopfer Hilfe suchen
Bildquelle: dpaRaimund Hörhold will das. Der ehemalige Polizeidirektor ist der erste Freiwillige, der jetzt die Ausbildung beginnen wird. Er möchte auch andere dazu motivieren, dies zu tun:
"Wir haben die gute Möglichkeit, die Außenstelle neu aufzubauen und zu strukturieren. Der Aufbauprozess wird von uns gestaltet, sodass wir frei sind, was Termine, was die Zusammenarbeit anbelangt."
Noch fünf bis sechs Ehrenamtliche gesucht
Aktuell ist er noch Einzelkämpfer. Mindestens fünf bis sechs ehrenamtliche Bürger werden noch gesucht. Die Anforderungen sind Empathie und ein erweitertes Führungszeugnis. Alles andere könne man lernen, so Ruth Stöpper, die stellvertretende Landesvorsitzende.
Der Weisse Ring unterstützt Menschen, die Opfer von Straftaten geworden sind. Womöglich bald auch wieder im Hochsauerlandkreis.
Unsere Quellen:
- Klaus Neidhardt, Landesvorsitzender des Weissen Rings
- Ruth Stöpper, stellvertretende Landesvorsitzende
- Raimund Hörhold, ehemaliger Polizeidirektor
- Beobachtungen und Gespräche der WDR-Reporterin vor Ort
- Weisser Ring, Außenstelle Hochsauerlandkreis
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Südwestfalen, 17.09.2026, 19:30 Uhr
Sendung: WDR 2, WDR 2 für Sauerland, Siegerland und Südwestfalen, 17.09.2026, 16:30 Uhr
