Windpark klagt gegen Naturschutz-Auflagen

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WDR 2 Min. 31 Sek. Verfügbar bis 28.08.2028

Zwischen Arnsberg und Möhnesee Windpark klagt gegen Naturschutz-Auflagen

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Für einen Windpark, der zwischen Arnsberg und dem Möhnesee entsteht, wurde eine Straße durch ein sehr wertvolles Naturschutzgebiet ausgebaut. Doch die Auflagen zum Schutz der Natur will der Windpark-Investor nicht erfüllen. Er klagt dagegen am Oberverwaltungsgericht.

Das Aupketal bei Arnsberg-Moosfelde gilt als ziemlich wertvolles FFH-Naturschutzgebiet mit seltenen Pflanzen und Tierarten. Doch genau hierdurch führt seit einigen Monaten die Straße zum Windpark Aupke.

WDR-Recherchen zeigen: Der Investor, eine Firma aus dem Kreis Soest, hat Klage gegen fünf sogenannte Nebenbestimmungen der Genehmigung erhoben.

Es geht um Amphibienschutzzäune und Hangsicherung

Die Auflagen hatten der Landesbetrieb Wald und Holz sowie der Hochsauerlandkreis in die Genehmigung geschrieben. Dabei geht es beispielsweise um den Bau von Amphibienschutzzäunen an der Straße, an der ein Bach entlang führt.

Ein steiler Hang

Eine neue Hanganschnittkante. Hier wurde für die Zufahrtstraße ein steiler Hang geschaffen.

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Oder die Sicherung von neu geschaffenen steilen Hängen gegen Erosion und Abrutschen. Auch wurde dem Investor aufgegeben, die breiten Wege nach Abschluss der Bauarbeiten zurückzubauen.

Kalk-Schotter könnte Lebensräume zerstören

Und: Es darf kein kalkhaltiger Schotter in den Weg eingebaut werden. Denn in dem Naturschutzgebiet ist der Boden sauer. "Kalk-Schotter würde die Bodenchemie verändern und Tieren und Pflanzen, die darauf angewiesen sind, den Lebensraum entziehen", sagt Dagmar Preußner von der Naturschutzorganisation BUND.

Sie ist empört darüber, dass der Investor, die Windpark Aupke GmbH, gerichtlich gegen diese Naturschutzauflagen des Landesbetriebes Wald und Holz vorgeht. Und die Auflagen möglicherweise bereits mit dem Ausbau der Straße missachtet hat.

Eine Frau schaut ernst in die Kamera
"Da haben wir aus Sicht des Naturschutzes überhaupt kein Verständnis für. Weil das ganz wichtige Nebenbestimmungen zum Schutz dieser sensiblen Bereiche sind." Dagmar Preußner, BUND

Der WDR hat einen der Geschäftsführer der Windkraft Aupke GmbH, Norbert Schulte-Schnitker, gefragt, warum diese Auflagen jetzt beklagt werden. Die Antwort: "Aufgrund des aktuell laufenden Verfahrens möchten wir aus grundsätzlichen Erwägungen keine Stellungnahme abgeben."

In dem Windpark Aupke, auf einem Höhenzug oberhalb des Möhnesees, baut das Unternehmen fünf Windkraftanlagen. Finanziert überwiegend von der landeseigenen NRW-Bank - mit einem besonders zinsgünstigen Kredit über 50 Millionen Euro.

Hochsauerlandkreis leitete Bußgeldverfahren ein

"Natürlich kostet die Umsetzung dieser Naturschutz-Auflagen Geld", sagt Naturschützerin Dagmar Preußner. "Doch für einen naturverträglichen Ausbau der Windenergie ist es absolut notwendig, in diese Schutzmaßnahmen zu investieren."

Ein Waldstück mit einem Fluss

Ein Blick in das wertvolle Naturschutzgebiet

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Die Zufahrtstraße zum Windpark wurde bereits vor Monaten gebaut - mit einigen Verstößen, wie der Hochsauerlandkreis damals feststellte. Er leitete ein Ordnungswidrigkeitsverfahren ein, wollte ein Bußgeld verhängen. Doch das wurde gestoppt. Zunächst soll der Ausgang der Klage am Oberverwaltungsgericht abgewartet werden.

Staatsanwaltschaft ermittelt noch

Auch die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Umweltdelikte in Dortmund schaut auf die Zufahrtstraße. Die "Sauerländer Bürgerliste" hatte Strafanzeige erstattet. "Die Ermittlungen laufen noch", teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mit. Es seien Proben genommen worden, Analyse-Ergebnisse lägen aber noch nicht vor.

Beim Oberverwaltungsgericht in Münster liegt die Klage vor - einen Verhandlungstermin aber gibt es noch nicht. "In diesem Jahr sehr wahrscheinlich nicht mehr", sagte ein Sprecher.

Unsere Quellen:

  • Landesbetrieb Wald und Holz NRW
  • Naturschutzorganisation BUND
  • Hochsauerlandkreis
  • Windkraft Aupke GmbH
  • NRW-Bank
  • Staatsanwaltschaft Dortmund
  • Oberverwaltungsgericht Münster
  • Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR.de, Windpark klagt gegen Naturschutz-Auflagen, 31.08.2026, 05:03 Uhr

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