Was jetzt auf Brauereien zukommen könnte
Bildquelle: WDR/Denis StephanWDR. 1 Min. 49 Sek.. Verfügbar bis 26.08.2028.
Geplant ist eine Steuer auf Getränke mit viel Zucker. Je mehr Zucker ein Getränk enthält, desto höher soll die Steuer sein. Im bekannt gewordenen Papier des Bundesfinanzministeriums sind 26, 32 oder 38 Cent pro Liter vorgesehen. Die Hersteller sollen so dazu gebracht werden, weniger Zucker zu verwenden. Gleichzeitig soll die Steuer Geld in die Staatskasse bringen.
Betroffen wären demnach nicht nur Limonaden. Auch Säfte und Biermischgetränke könnten darunterfallen. In dem Papier werden außerdem Getränke mit Süßstoffen genannt - also etwa viele Zero-Limonaden.
Die Veltins Brauerei von außen
Bildquelle: WDR/Denis StephanBetroffen bei Veltins: 600.000 Hektoliter zuckerhaltige Getränke
Für Veltins in Meschede-Grevenstein würde das nach eigenen Angaben einen großen Einschnitt in die Produktion bedeuten. 600.000 Hektoliter zuckerhaltige Getränke wären jährlich betroffen. Das seien vor allem die alkoholfreien Getränke, die laut dem Unternehmen zuletzt immer öfter gekauft wurden.
"Wir sprechen kurzfristig von steuerlichen Mehrbelastungen von 12 Millionen Euro für dieses Unternehmen." Ulrich Biene, Brauerei C. & A. VELTINS GmbH & Co. KG
Diese Summe sei nicht so einfach zu kompensieren und lasse sich erst später auf die Verbraucher weiterreichen. Die müssten am Ende laut Biene ca. 2 bis 3,50 Euro pro Kasten mehr zahlen.
"Hier wird die Gesellschaft nicht schlanker, hier wird sie nur ärmer" Ulrich Biene, Brauerei C. & A. VELTINS GmbH & Co. KG
Angepasste Rezeptur verändert den Geschmack
Laut Ulrich Biene ist die Brauerei schon dabei, die Rezepturen zu verändern. Damit einher geht auch die Veränderung des Geschmacks. Das alles final anzupassen, ist laut Ulrich Biene in der Kürze der Zeit nicht möglich. Ab dem 01.01.2027 würde die Steuer fällig werden.
Klingbeil: Keine Zuckersteuer auf Zero-Getränke
Bei Zero-Getränken gibt es inzwischen aber eine klare Ansage von Finanzminister Lars Klingbeil. "Das mache ich nicht. Das wird nicht kommen", sagte der SPD-Chef heute. Die bekannt gewordenen Pläne seien nur ein interner Arbeitsstand und noch nicht mit der Koalition abgestimmt.
Krombacher Bierflaschen
Bildquelle: WDR / dpa / Caroline SeidelKrombacher sieht viele offene Fragen
Die Krombacher Brauerei hat deshalb noch viele Fragen. Unklar ist zum Beispiel, was genau mit "Softdrinks" oder "Erfrischungsgetränken" gemeint ist. Würden etwa Vitamalz, Fassbrause oder alkoholfreie Biermischgetränke darunterfallen? Bei den Lizenzmarken Schweppes, Orangina und Dr Pepper geht Krombacher dagegen davon aus.
Sollte die Steuer kommen, könnte Krombacher außerdem einige Rezepturen ändern. Das Unternehmen prüft bereits, ob sich der Zuckergehalt reduzieren lässt, ohne den Geschmack zu stark zu verändern. Das wäre für Krombacher allerdings sehr aufwendig. Außerdem ist unklar, ob die Kunden einen veränderten Geschmack mögen würden.
Flaggen wehen vor der Warsteiner Brauerei.
Bildquelle: dpa / David InderliedUnklarheit auch bei Warsteiner
Ähnlich wie Krombacher sieht es auch die Warsteiner Brauerei. Zahlreiche zentrale Fragen seien noch offen.
"Solange die Bundesregierung die konkrete Ausgestaltung und den Anwendungsbereich nicht abschließend geklärt hat, lassen sich die Auswirkungen auf Brauereien und einzelne Produktgruppen nicht belastbar bewerten." Laura Heinzelmann, Pressesprecherin Warsteiner
Man verfolge die weiteren Entwicklungen aufmerksam.
Unsere Quellen:
- Krombacher Brauerei
- Brauerei Veltins
- Warsteiner Brauerei
- Finanzminister Lars Klingbeil
- Bisherige WDR-Berichterstattung
- Eindrücke des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR.de, Was jetzt auf Brauereien zukommen könnte, 26.08.2026, 18:52 Uhr