Immer mehr Menschen suchen Hilfe bei der Beratungsstelle.
Bildquelle: picture alliance / photothek350 Fälle in Siegen : Mädchen-Beratungsstelle in Siegen gefragter denn je
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Die Beratungsstelle "Für Mädchen in Not" in Siegen und Kreuztal war 2025 so stark gefragt wie lange nicht. Rund 350 Menschen suchten dort Hilfe. Besonders häufig ging es um sexualisierte Gewalt. Der Bedarf an Schutz, Beratung und Prävention wächst. Gleichzeitig sind die Kapazitäten längst ausgeschöpft.
Hinter jeder Zahl steckt ein Schicksal. Ein Mädchen, das sich vielleicht zum ersten Mal traut, über das Erlebte zu sprechen. Ein Kind, das lange geschwiegen hat. Eine Mutter, die nicht weiß, wie sie ihrem Kind helfen kann. Oder eine Lehrkraft, die bemerkt, dass etwas nicht stimmt. Die Beratungsstelle "Für Mädchen in Not" in Siegen und Kreuztal wurde 2025 so oft um Hilfe gebeten wie lange nicht.
Wenn Kinder den Mut finden, sich Hilfe zu holen
Das vergangene Jahr war für das Team der Beratungsstelle herausfordernd: Die Zahl der Beratungsanfragen ist gestiegen, gleichzeitig reichen die vorhandenen personellen Ressourcen nicht aus, um alle, die Hilfe suchen, zeitnah zu begleiten.
Sexualisierte Gewalt steht ganz oben
Im Mittelpunkt der Beratungen stand erneut sexualisierte Gewalt. Dahinter folgen Fälle möglicher Kindeswohlgefährdung sowie physische und psychische Gewalt. Die Ratsuchenden sind dabei nicht ausschließlich die unmittelbar Betroffenen. Auch Eltern, Angehörige oder zum Beispiel Lehrer wenden sich an das Team, wenn sie sich um ein Kind oder eine Jugendliche sorgen.
Darauf folgen die Themen "Rechtliches" (22), "Migrationsproblematik" (17) und "Schulische Probleme" (14).
Bildquelle: Beratungsstelle FÜR MÄDCHEN IN NOTBesonders deutlich wird der Bedarf beim Blick auf das Alter der Betroffenen. Besonders häufig geht es um die 3- bis 6-Jährigen mit 42 Fällen und die 11- bis 18-Jährigen mit 88 Fällen.
Mehr Kinder zwischen sieben und zehn Jahren suchen Hilfe
Eine Entwicklung fällt besonders auf: Bei den 7- bis 10-Jährigen ist die Zahl der Betroffenen deutlich gestiegen. 2024 wurden 15 Betroffene beraten, 2025 waren es bereits 23. Für die Fachkräfte ist das auch ein Hinweis darauf, wie wichtig es ist, Kindern frühzeitig verständliche und erreichbare Hilfsangebote zu machen.
110 mutmaßliche Tatpersonen genannt
In Fällen sexualisierter Gewalt wurden im vergangenen Jahr 110 Tatpersonen genannt. Laut der Beratungsstelle stammen die mutmaßlichen Täter oft aus dem näheren familiären oder sozialen Umfeld der Betroffenen. Für Kinder ist es dann schwer, über das Erlebte zu sprechen, weil sie der Person vertrauen oder abhängig sind von ihr. Umso wichtiger sind Erwachsene, die hinschauen und Signale ernst nehmen.
Die Beratungsstelle "Für Mädchen in Not" in Siegen
Bildquelle: Beratungsstelle FÜR MÄDCHEN IN NOTPrävention kann den entscheidenden Unterschied machen
Ein wichtiger Punkt bei der Arbeit ist neben der Beratung auch die Prävention, beispielsweise in Schulen und Kindertagesstätten. Wie groß der Bedarf dort ist, zeigte sich bereits früh im vergangenen Jahr: Schon Anfang 2025 waren sämtliche Präventionstermine für das gesamte Jahr ausgebucht.
Nachfrage reicht weit über Siegen-Wittgenstein hinaus
Das eigentliche Einzugsgebiet der Beratungsstelle ist der Kreis Siegen-Wittgenstein. Doch weil es in der weiteren Umgebung nur wenige vergleichbare Angebote gibt, kommen Ratsuchende auch aus dem Märkischen Kreis, dem Kreis Olpe, dem Kreis Altenkirchen und dem Lahn-Dill-Kreis.
Träger der Beratungsstelle "Für Mädchen in Not" ist der Verein für soziale Arbeit und Kultur Südwestfalen e.V. (VAKS). Finanziell wird sie von der Stadt Siegen und dem Kreis unterstützt.
Unsere Quellen:
- Beratungsstelle "Für Mädchen in Not"
Sendung: WDR.de, "Für Mädchen Not" in Siegen gefragter denn je, 27.08.2026, 5:40 Uhr
