Immer mehr Kinder und Jugendliche leiden unter Ängsten, Depressionen oder sozialen Phobien. "Fast jedes fünfte Kind ist betroffen. Und viele haben nicht nur eine, sondern mehrere Erkrankungen," schlägt Professorin Tanja Hechler Alarm.
Ihr Ansatz: Erst einmal den oft widersprüchlichen Gefühlshaushalt der Patientinnen und Patienten in den Griff bekommen. Dann kann die Ursachenforschung beginnen.
Testphase erfolgreich
Prof. Dr. Tanja Hechler (links) und Dr. Judith Silkenbeumer.
Bildquelle: WDR / Marco PoltronieriDie Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen konnten schon vor Eröffnung der Ambulanz erste Erfahrungen sammeln. Es gab eine längere Testphase über viele Monate. "Da hatten wir mehr als 300 Erstgespräche mit Betroffenen. Im Durchschnitt waren sie 14 Jahre alt," bilanziert Judith Silkenbeumer. Sie leitet die Ambulanz operativ. Neben Einzelgesprächen sind jetzt auch Gruppensitzungen geplant.
Neue App soll helfen
In der Praxis will die Ambulanz neue Wege gehen. Um auch außerhalb der Therapiestunde Erkenntnisse zu sammeln, bekommen die jungen Patienten eine App auf ihr Handy.
"Darüber fragen wir, wie es ihnen geht, wenn sie nicht bei uns sind. Sechs mal pro Tag melden wir uns. Das kann nerven, aber auch hilfreich sein!" Judith Silkenbeumer, geschäftsführende Leiterin Ambulanz Münster
Immerhin: 70 Prozent der Test-Patienten haben mitgemacht.
Lange Wartezeit
Wer übrigens 15 Jahre und älter ist, kann alleine die Ambulanz aufsuchen, ohne Eltern. Die Hilfesuchenden müssen allerdings viel Geduld mitbringen: die Wartezeit für einen ersten Termin beträgt etwa zwei Monate. Noch länger dauert es, bis man einen Therapieplatz bekommt.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen und Gespräche des WDR-Reporters vor Ort
- Pressekonferenz Uni Münster
Sendung: WDR 2 Münsterland, Lokalzeit, 19.03.2026, 14:31 Uhr