Demo in Siegen gegen Sozialabbau

WDR 01:00 Min. Verfügbar bis 08.07.2028

Aufruf der Gewerkschaften Demo in Siegen gegen Sozialabbau

Stand:

In der Siegener Innenstadt wurde es voll und laut. Die IG Metall Siegen und Olpe hat gemeinsam mit der Gewerkschaft Verdi zu einer großen Demo am Siegufer aufgerufen. Rund 700 Teilnehmende aus der gesamten Region waren vor Ort.

Rund 700 Teilnehmenden machten mit Trillerpfeifen, Plakaten und der roten Karte in der Hand auf sich aufmerksam. Die Demo heute Nachmittag stand unter dem Motto: "Sozialer Sommer - Denn der Sozialstaat braucht uns!" Damit wollen die Gewerkschaften ein Zeichen gegen Sozialabbau und für gute Arbeits- und Lebensbedingungen setzen.

Die Aktion ist Teil einer landesweiten Welle von Protesten in ganz Nordrhein-Westfalen und richtet sich gegen politische Pläne, die nach Angaben der Gewerkschaften vor allem die Arbeiter belasten. "Die Bundesregierung hat nicht vor uns zu entlassten, im Gegenteil, sie schlägt uns ins Gesicht." lautet das harte Urteil einer Demonstrantin.

Breite Allianz gegen steigenden Druck

T-shirt von hinten mit Aufdruck "Sozialer Sommer" und einer geballten Hand

Basis des Protests ist ein breiter Sozialstaatsdialog vom 18. Juni, an dem über 100 Beschäftigte aus verschiedenen Betrieben teilnahmen. Dabei wurde deutlich, dass viele Beschäftigte unter wachsendem Leistungsdruck und großer Unsicherheit leiden. Gleichzeitig wächst die Angst vor der Zukunft - vor allem, was Pläne für Rente und Pflege angeht.

"Während wir den Laden am Laufen halten, reagieren viele Arbeitgeber auf Krisen mit denselben alten Rezepten. Stellenabbau, Arbeitsverdichtung, Kostendruck und Verlagerung von Risiken auf die Beschäftigten oder die
Gesellschaft."
Andree Jorgella, 1. Vorsitzender IG Metall Siegen
Rotes Banner mit Aufdruck "Wir zusammen! Für mehr Solidarität"

In einem Grundsatzpapier kritisiert die IG Metall geplante Kürzungen sowie die Belastungen im Pflege- und Rentensektor scharf. Deswegen fordern die Gewerkschaften stattdessen die Sicherung der sozialen Sicherungssysteme, faire Löhne und eine spürbare Entlastung kleiner Einkommen.

"Weil wir so viele Dinge sehen die in Berlin nicht richtig laufen. Wir sind seit zwei, drei Jahren dabei für unsere Industriearbeitsplätze zu kämpfen und jetzt kommt es einfach nur zu Kürzungen, die zu Lasten von Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen gehen. Und das macht mich so sauer." Andree Jorgella, 1. Vorsitzender IG Metall Siegen

Am Ende der Aktion gab es deswegen rund 700 rote Karten für die Politik. Die hielten die Demonstranten symbolisch hoch, um sie in Richtung Berlin zu schicken.

Unsere Quellen:

  • IG Metall Siegen
  • Verdi Südwestfalen
  • WDR Reporterin in Gesprächen auf der Demo

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Südwestfalen, 07.07.2026, 19:30 Uhr

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