Hitze, Trockenheit, hohe Kosten: Für die Bauern wird die Ernte zur Belastungsprobe

Bildquelle: WDR / Silke Schmidt

WDR 2 Min. 37 Sek. Verfügbar bis 11.09.2028

Zu heiß, zu trocken, zu teuer Schwieriges Erntejahr für Bauern

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Hitze und Trockenheit haben vielen Feldern stark zugesetzt. Gleichzeitig kämpfen die Landwirte mit hohen Kosten und niedrigen Preisen. Die Erntebilanz des Landwirtschaftsverbands WLV zeigt, wie angespannt die Lage ist.

Philipp und Jennifer Henk bewirtschaften in Bad Berleburg einen Familienbetrieb. Rund 85 Milchkühe gehören zum Hof. Dazu kommen 800 Legehennen, ein Pensionspferdebetrieb, zwei Ferienwohnungen und ein Café. Besonders die Direktvermarktung läuft gut, sagt Henk.

Landwirt Philipp Henk steht vor der Konstruktion seiner neuen Heuhalle auf dem Hof
"Wir haben unseren Betrieb zuletzt breiter aufgestellt." Landwirt Philipp Henk

Die Heuernte auf Hof Henk fiel denkbar schlecht aus. "Wegen der Hitze im Juni fehlen uns rund 40 Prozent der Menge, die wir eigentlich ernten wollten" bilanziert Philipp Henk. Der Landwirt hofft jetzt wieder auf feuchtere Sommer in den kommenden Jahren. "Ansonsten fehlt uns irgendwann ein Plan B", so Henk.

Große Investition in die Qualität

Landwirt Philipp Henk steht neben einer seiner Kühe und streichelt ihre Nase.

Auf dem Hof leben 90 Kühe

Bildquelle: WDR / Silke Schmidt

Die Familie Henk hat im vergangenen Jahr groß umgebaut. Der Hof stellte auf Heumilch um. Statt Silage bekommen die 90 Kühe auf dem Hof nur noch Heu und frisches Gras zu fressen. Dafür baute der Landwirt eine neue Lagerhalle, in der das Heu auch schonend getrocknet wird. Milch und Käse sollen so noch besser schmecken.

Hitze hinterlässt Spuren

Auf den Feldern fällt die Bilanz westfalenweit unterschiedlich aus. Gerste, Weizen, Roggen und andere Getreidesorten brachten insgesamt durchschnittliche Erträge. Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben litten dagegen stark unter der Trockenheit. Auch Obst und Gemüse bekamen die Hitze zu spüren.

"Bei Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln verzeichnen wir, ebenso wie bei Obst und Gemüse, deutliche Ertrags- und Qualitätsverluste", sagt WLV-Präsident Hubertus Beringmeier.

Die Landwirtschaft soll sich deshalb weiter an das veränderte Klima anpassen. Dazu gehören etwa passende Sorten, eine wasserschonende Bodenbearbeitung und Maßnahmen, die den Böden helfen, mehr Wasser zu speichern. Auch zusätzliche Wasserspeicher seien langfristig nötig, erklärt Beringmeier.

Von links nach rechts: Hubertus Beringmeier (WLV-Präsident), Philipp Henk (Landwirt), Jennifer Henk (Landwirtin), Henner Braach (WLV-Vizepräsident)

Die Erntebilanz des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV) auf dem Hof der Familie Henk in Bad Berleburg

Bildquelle: WDR/Dennis Stephan

WLV fordert wirksamen Pflanzenschutz

Beringmeier spricht sich außerdem für einen wirksamen Pflanzenschutz aus. "Effektiver Pflanzenschutz ist eine zwingende Voraussetzung für sichere und gesunde Lebensmittel", sagt er. Die Landwirtschaft wolle den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln weiter optimieren. Pauschale Verbote lehnt der WLV jedoch ab.

Hohe Kosten, niedrige Preise

Auch die hohen Kosten setzen die Höfe unter Druck. Kraftstoff, Dünger und andere Betriebsmittel sind teuer. Gleichzeitig bleiben die Preise für viele Produkte niedrig. Besonders schwierig ist die Lage in der Schweinehaltung.

Trotzdem blickt Beringmeier nach vorn. Westfalen-Lippe bleibt eine wichtige Agrarregion. Jetzt komme es vor allem darauf an, dass die Höfe verlässliche Rahmenbedingungen bekommen. Gleichzeitig müsse sich die Landwirtschaft weiter an die Folgen des Klimawandels anpassen.

Schwieriges Erntejahr für Bauern

WDR 11.09.2026 47 Sek. Verfügbar bis 10.09.2028

Unsere Quellen:

  • Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband
  • Beobachtungen und Gespräche eines WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR.de, Schwieriges Erntejahr für Bauern, 11.09.2026, 13:27 Uhr

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