Warum sind die Talsperren im Siegerland so leer?
Bildquelle: WDR/Gerrit Saßmann1 Min. 48 Sek.. Verfügbar bis 09.06.2028.
Wasser knapp : Warum sind die Talsperren im Siegerland so leer?
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Nach Angaben des Wasserverbands Siegen-Wittgenstein ist der Wasserstand in den Siegerländer Talsperren viel zu niedrig für diese Jahreszeit. Der Verband fordert die Verbraucher und Kommunen deshalb auf, freiwillig Wasser zu sparen.
Dirk Müller ist der Geschäftsführer des Wasserverbands - und er macht sich Sorgen. Er ist dafür verantwortlich, dass die Menschen der Region immer frisches Trinkwasser zur Verfügung haben. In den letzten Tagen hat es zwar viel geregnet, doch laut Dirk Müller nicht genug.
Wenn es ein trockener Sommer wird, müssen wir vielleicht sogar Verordnungen zum Wasserverbrauch erlassen. Dirk Müller, Geschäftsführer Wasserverband
Solche Verordnungen würden verbindliche Vorgaben für den Umgang mit Trinkwasser bedeuten. Doch so weit ist es noch nicht - eine Wassernot gibt es aktuell nicht und wird es vermutlich in diesem Jahr auch nicht mehr geben. Trotzdem rufen Wasserverband, Kommunen und der Kreis-Siegen-Wittgenstein dazu auf, sorgsam mit Trinkwasser umzugehen.
Trockenheit sorgt für niedrige Pegelstände
Grund für die niedrigen Pegelstände sind vor allem zu wenig Regen und Schnee im Winter. Die Obernautalsperre ist aktuell zu 51 Prozent und die Breitenbachtalsperre zu 62 Prozent gefüllt.
Ein Rückgang der Füllstände ist in den Sommermonaten grundsätzlich nicht ungewöhnlich. Die derzeitige Entwicklung wird jedoch durch die anhaltende Trockenheit zusätzlich verstärkt. Wasserverband Siegen-Wittgenstein
Erste Maßnahmen um Wasser zu sparen
Laut dem Wasserverband wurden schon verschiedene Maßnahmen getroffen, um Wasser zu sparen. So verzichten die Kommunen auf den Betrieb von Springbrunnen oder ähnlichen Anlagen. Die Feuerwehr setzt Trinkwasser nur noch in begründeten Ausnahmefällen für Übungen ein. Auch die breite Bevölkerung ist aufgerufen, Wasser zu sparen.
Es geht darum, vermeidbaren Wasserverbrauch zu reduzieren. Dazu gehören beispielsweise Duschen statt Baden sowie das bedarfsgerechte Bewässern von Pflanzen möglichst in den frühen Morgen- oder Abendstunden – idealerweise mit gesammeltem Regenwasser. Wasserverband Siegen-Wittgenstein
Siegerländer Talsperren kleiner als andere
Das macht sich jetzt deutlich bemerkbar. Vor allem, weil das Wassereinzugsgebiet der Siegerländer Talsperren im Unterschied zu anderen Talsperren in der Nähe, etwa der Listertalsperre, deutlich kleiner ist.
Entscheidend ist aber, dass Obernau- und Breitenbachtalsperre mit einem Fassungsvermögen von 23 Millionen Kubikmetern relativ klein sind. Und dass sie verhältnismäßig viel von dem, was sie speichern, an die Verbraucher abgeben. Das macht sie anfälliger für längere Trockenzeiten.
Sommer werden in Zukunft trockener
Doch tendenziell werden die Sommer im Zuge des Klimawandels trockener, wie auch Experten der WDR-Wetterredaktion bestätigen. Für Dirk Müller spricht das eindeutig für den Bau einer dritten Talsperre im Kreis Siegen-Wittgenstein, der seit geraumer Zeit diskutiert wird.
Dirk Müller ist zunehmend in Sorge über den niedrigen Wasserstand der Talsperren
Bildquelle: WDR/Gerrit SaßmannNur so, oder durch den Anschluss an ein anderes Versorgungsgebiet, ließe sich in Zukunft sicherstellen, dass die Menschen hier mit frischem Trinkwasser beliefert werden können.
Unsere Quellen:
- Geschäftsführer des Wasserverbands Siegen-Wittgenstein
- WDR-Wetterredaktion
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Südwestfalen, 09.06.2026, 18:09 Uhr