Die Obernautalsperre ist nicht mal mehr zur Hälfte gefüllt.
Bildquelle: WDR/Gerrit SaßmannTrotz Trinkwasserverordnung : Talsperren in Siegen-Wittgenstein immer leerer
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Die Trinkwasserverordnung in Siegen-Wittgenstein läuft bald aus. Sie sollte helfen, die Lage in den zu leeren Talsperren zu entspannen. Für ein Fazit ist es zu früh - aber fest steht: Die Pegel sind seitdem weiter gesunken. Der Wasserverband hofft jetzt auf viel Regen.
Die große Trockenheit ist gefühlt vorbei. Trotzdem entspannt sich die Situation rund um die Talsperren nicht. Die Entwicklung bremsen sollte die Trinkwasserverordnung, die seit dem 24. August in Siegen-Wittgenstein gilt. Sie verbietet oder beschränkt unter anderem, Blumen draußen zu gießen, private Pools zu befüllen oder sein Auto mit Trinkwasser zu waschen.
Talsperren deutlich leerer als üblich
Befristet ist die Trinkwasserverordnung bis zum 2. Oktober. Dieses Enddatum steht laut Kreis Siegen-Wittgenstein nach wie vor. Allerdings sind die Füllstände seit Inkrafttreten der Verordnung noch weiter gefallen: in der Obernautalsperre von 46 auf 41 Prozent, in der Breitenbachtalsperre von 56 auf 51 Prozent. Normalerweise sind die Talsperren in dieser Jahreszeit zu etwa 70 Prozent gefüllt.
Aktuell fehlen mehr als sechs Millionen Kubikmeter Wasser im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt. Das ist besonders relevant, da ein Großteil des Trinkwasserbedarfs in Siegen-Wittgenstein über diese beiden Talsperren gedeckt wird.
Trinkwassersparen: Für ein Fazit ist es noch zu früh
Mit Blick auf den Nutzen der Trinkwasserverordnung ordnet der Wasserverband ein:
"Ob die Sparverordnung etwas gebracht hat, können wir aktuell noch nicht abschätzen, da viele Faktoren eine Rolle spielen und es sich um einen sehr kurzen Zeitraum handelt." Ann Kathrin Müsse, Wasserverband Siegen-Wittgenstein
Wochenlange Hitze ein entscheidender Faktor
Die angespannte Lage hat sich dabei nicht erst in diesem Sommer entwickelt. Nach Angaben von Kreis und Wasserverband waren bereits 2025 die Zuflüsse gering. "Darauf folgte eine lange Trockenperiode im Winter 2025/26. Seit Mai kamen dann wochenlange Hitze und Trockenheit hinzu", erklärt Ann Kathrin Müsse vom Wasserverband Siegen-Wittgenstein.
Um Wasser zu sparen, wird derzeit weniger Wasser aus den Talsperren in die darunter liegenden Flüsse abgegeben. Doch auch das konnte den Rückgang bislang nicht stoppen: Die Füllstände sind weiter gesunken.
Klar ist: Sparmaßnahmen können den vorhandenen Wasservorrat nur schonen. Für eine nachhaltige Erholung der Talsperren braucht es ausreichend Niederschlag.
Unsere Quellen:
- Wasserverband Siegen-Wittgenstein
- Kreis Siegen-Wittgenstein
Sendung: WDR.de, Talsperren in Siegen-Wittgenstein immer leerer, 22.09.2026, 15:47 Uhr