Die Familie Liebl wartet jetzt auf ihre Aufenthaltserlaubnis.
Bildquelle: WDREs ist eine Zerreißprobe für die Familie. Aber immerhin ist Bewegung in dem Fall. Wie lange die Prüfung der Aufenthaltserlaubnis für die drei Frauen und fünf Kinder dauern wird, sei nicht absehbar, so ein Sprecher des Kreises Siegen-Wittgenstein. Die Ausländerbehörde der Stadt Siegen und des Kreises waren am 1. Juli fusioniert, seitdem ist der Kreis zuständig.
Duldungsstatus bewahrt vor Ausreise
Die drei Frauen hatten eigentlich einen deutschen Pass, als sie 2020 nach Siegen kamen, waren sozial integriert. Im März 2021 mussten sie ihre Papiere dann aber abgeben und sollten als "unerlaubt eingereiste Ausländer" in eine Erstaufnahme-Einrichtung nach Karlsruhe kommen.
Grund war, dass die deutsche Staatsbürgerschaft der Familie auf eine 1908 in der deutschen Kolonie Togo geschlossene Ehe zurückgeht. Laut NRW-Oberverwaltungsgericht eine Ehe nach "Stammsitte" und nach aktuellem Recht nicht gültig. Die deutsche Staatsbürgerschaft wurde der Familie entzogen.
Nach öffentlichem Druck stellten Stadt, Kreis und die Bezirksregierungen in Arnsberg und Karlsruhe Ende Juni eine Duldung aus. Somit war klar: Die Familie darf erst einmal in Siegen bleiben.
Belastende Situation für die Familie
Eine Duldung bedeute aber eben keinen Aufenthaltstitel, so Klaus Stanek, Büroleiter der Anwaltskanzlei Nierenz, die die Familie vertritt.
"So eine Sache macht natürlich etwas mit den betroffenen Menschen. Es war ein schwerer Eingriff in die Psyche." Klaus Stanek, Büroleiter Anwaltskanzlei Nierenz
Aber jetzt gibt es Hoffnung für die Familie. Man sei zuversichtlich, dass eine Aufenthaltsgenehmigung erteilt werde.
Unsere Quellen:
- dpa-Agenturmeldung
- Bisherige Berichterstattung des WDR
Sendung: WDR.de, Kreis prüft Aufenthaltserlaubnis für togostämmige Familie, 11.08.2026, 06:46 Uhr