Tierpark nimmt kleine Waschbären auf
Bildquelle: WDR / Gerrit SaßmannWDR. 03:30 Min.. Verfügbar bis 07.08.2028.
Steckten in Kamin fest : Tierpark nimmt kleine Waschbären auf
Stand:
Die drei kleinen Waschbären, die von der Feuerwehr in Kreuztal-Buschhütten aus einem Kamin gerettet wurden, sollen bald im Tierpark Niederfischbach aufgenommen werden. Damit gibt es für die verwaisten Tiere eine dauerhafte Lösung, die allen gesetzlichen Regelungen entspricht.
Die drei kleinen Waschbären haben es geschafft. Eng zusammengekuschelt liegen sie in einem Korb. Gleich gibt es Fläschchen. Melli Oesterhoff kümmert sich in ihrer Päppelstation um Tiere in Not. "Die drei sind wohlauf, entwickeln sich sehr gut, alle drei bis 4 Stunden bekommen sie eine Milch - auch nachts."
Auswildern verboten
Dass die Waschbärenbabies noch leben, ist gar nicht selbstverständlich. Waschbären gelten als invasive Art, plündern Nester von heimischen Vögeln, können große Schäden an Häusern verursachen.
Melli Oesterhoff füttert die kleinen Waschbären mit der Flasche.
Bildquelle: WDR / Gerrit SaßmannEinmal gefangen, dürfen sie nach dem Landesjagdgesetz nicht mehr ausgewildert werden. Meist werden sie deshalb, wie in einem Fall in Solingen, von Jägern getötet, doch das wollte hier offenbar niemand.
Henning Setzer, der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Siegen-Wittenstein, hält auch nichts von der in Tierschützerkreisen aktuell diskutierten Idee, die Tiere vor einer möglichen Auswilderung zu sterilisieren, um ihre Vermehrung und Schäden in der Natur zu begrenzen. Einzelne Tiere richten seiner Meinung nach schon genug Schaden an.
Erst Päppelstelle - dann Tierpark
Im Kamin von Marco Berg in Kreuztal war die Waschbärin möglicherweise in Folge eines Unfalls nicht zu ihren Jungen zurückgekehrt Als die Feuerwehr die hilflosen Tiere rettete, vermittelte der zuständige Jäger einen Kontakt zu Mellis Päppelstelle in Bad Berleburg. Dort konnten die Tiere nur aufgenommen werden, weil schnell ein dauerhaftes Zuhause für sie gefunden worden war.
"Die drei haben jetzt das große Glück, dass sie in den Tierpark Niederfischbach umziehen dürfen, aber das Glück hat man wirklich sehr, sehr selten, dass man eine Endstelle kriegt." Melli Oesterhoff
"Jungtiere haben ein Recht auf Wärme", sagt Melli Oesterhoff.
Bildquelle: WDR / Gerrit SaßmannRecht auf Wärme
Päpplerin Melli Oesterhoff macht keinen Unterschied zwischen heimischen und invasiven Arten: "Letzten Endes sind es Jungtiere, die ein Recht auf Wärme haben." Aber egal wie niedlich die Tiere sind, die gesetzliche Regelung ist eindeutig: "Uns Päppelstellen sind die Hände gebunden, wir können nicht beliebig viele Waschbären aufnehmen. Das ist was anderes als bei den Rehkitzen. Die können wir wieder auswildern aber invasive Arten dürfen nicht wieder raus."
Retter in der Not war hier der Tierpark Niederfischbach, der in seiner speziellen Otter- und Waschbärenanlage aktuell noch Platz für die drei Waschbären hat. Zur Zeit sind dort ein Otterpärchen und 6 Waschbären zu Hause. Tierparkleiter Gerd Braas spricht von einer Waschbärenplage: "Wir haben fast alle 14-Tage eine Anfrage." Alle retten kann er nicht. Bei den drei kleinen Waschbären aus Kreuztal hat es geklappt.
Unsere Quellen:
- Feuerwehr Kreuztal
- Mellis Päppelstation Tiere in Not, Bad Berleburg
- Kreisjägerschaft Siegerland-Wittgenstein e.V.
Sendung: WDR.de, Tierpark nimmt kleine Waschbären auf, 11.08.2026, 6.45 Uhr